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Bautzener Anschubhilfe für Viererbob in Sotschi

Eine hiesige Firma sponsert das deutsche Team um Weltmeister Maximilian Arndt. Das Quartett hat gute Chancen auf Edelmetall.

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© Uwe Soeder

Von Sebastian Kositz

Abhaken, nach vorn schauen. Gerade noch hatten die Deutschen Zweierbob-Teams einen rabenschwarzen Montag erlebt, waren bei der Olympiade in Sotschi gänzlich hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben. Platz acht, elf und fünfzehn – mehr war nicht drin im Eiskanal von Krasnaja Poljana. Vor allem Maximilian Arndt dürfte mit dem 15. Rang alles andere als zufrieden sein. Doch der Bobpilot hat keine Zeit, zu lamentieren. Am Sonntag hat er eine neue Chance auf Edelmetall, geht dann mit seinem Vierer-Team an den Start – mit viel Rückenwind aus Bautzen.

Wind ist tatsächlich das Kerngeschäft der an der Schliebenstraße angesiedelten Firma Argus. Das Unternehmen rüstet Windräder mit Signalleuchten aus, die Flugzeuge und Helikopter vor den riesigen Anlagen warnen – und unterstützt als Sponsor das deutsche Viererbobteam um den amtierenden Weltmeister Maximilian Arndt. Dass das Quartett nun in Sotschi mit dabei ist, verdanken die Sportler auch der finanziellen Anschubhilfe aus Bautzen.

„Wir hatten uns vor einigen Jahren entschieden, den Bobsport zu fördern, wollen damit einen Teil unserer gesellschaftlichen Verantwortung ernst nehmen“, sagt Firmen-Mitbegründer André Mehlhorn. Ursprünglich war das Unternehmen bei der Altenberger Rodelbahn als Sponsor mit eingestiegen, hatte anschließend auch ein Juniorenteam vor Ort mit unterstützt. Dazu zählte Marko Hübenbecker, der es inzwischen zum Anschieber im erfolgreichen Team Arndt gebracht hat, dort bereits mehrere Titel bei Europa- und Weltmeisterschaften einfuhr und weiterhin direkt von der Bautzener Firma gesponsert wird. Jedes Jahr hilft Argus so mit einem niedrigen fünfstelligen Betrag dem Sportler und seiner Mannschaft. „Im vergangenen Jahr haben wir unter anderem ein neues Teamfahrzeug besorgt“, so André Mehlhorn.

Wer bei Wettbewerben genau hinschaut, kann an Kleidung und am Bob sogar das Logo der Firma Argus entdecken. Nur nicht bei Olympia – denn da sind Sponsorenaufschriften verboten. Wie gut der Viererbob am Sonntag durchkommt, bleibt abzuwarten. „Eine Medaille ist aber drin“, glaubt André Mehlhorn, der das Spektakel bei einer Public-Viewing-Veranstaltung in Magdeburg verfolgen will. Dort ist der Mitteldeutsche Sportclub beheimatet, bei dem Marko Hübenbecker trainiert. Und eigentlich kann auch nichts schiefgehen – bei so viel Rückenwind aus Bautzen.