SZ +
Merken

Bautzener Firma wagt Schritt in den Westen

Die Genossenschaft Energie Bautzen hat eine Niederlassung in Mannheim gegründet. Mit diesem Schritt in den Westen versucht das Elektro-Unternehmen dem ruinösen Preiskrieg im Osten zu trotzen.Die Krise im Baunebengewerbe hat auch die Elektro-Branche erfasst.

Teilen
Folgen

Von Sebastian Beutler

Die Genossenschaft Energie Bautzen hat eine Niederlassung in Mannheim gegründet. Mit diesem Schritt in den Westen versucht das Elektro-Unternehmen dem ruinösen Preiskrieg im Osten zu trotzen.
Die Krise im Baunebengewerbe hat auch die Elektro-Branche erfasst. Olaf Krause spricht von einer schlechten "regionalen Auftragslage" und einem schlimmen "Preiskrieg". Das hätte dazu geführt, dass sich sein Unternehmen nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen beteiligt. Krause ist seit 1991 bei der Energie Bautzen e. G. tätig. Zum 1. Februar wechselte der Bauleiter auf den Vorstandsstuhl.
Seitdem versucht er, das überregionale Auftreten seiner Firma auszubauen. Die Eröffnung der Niederlassung in Mannheim sei dabei ein wichtiger Schritt gewesen. "Es ist eine Möglichkeit, die Firma zu erhalten", erklärt Krause gegenüber SZ. "Die Auftraggeber wollen auch einen Ansprechpartner am Ort haben. Und überregional haben wir schon immer gearbeitet." Mittlerweile stammt nur noch etwa ein Drittel aller Aufträge aus der Region um Bautzen.
So liest sich auch die Referenzliste des Unternehmens. Auf dem Expo-Gelände in Hannover installierten die Bautzener die Elektroleitungen in einem Pavillon. Übers Internet war die Weltausstellung auf die sächsische Firma aufmerksam geworden. Krause zufolge reichten die Elektro-Kapazitäten im Umfeld der niedersächsischen Landeshauptstadt für das Großprojekt nicht aus. Ein weiteres Vorzeigestück für die Bautzener ist das Auswärtige Amt in Berlin, wo die Sicherheitsanlagen durch die hiesige Genossenschaft eingebaut wurden. Außerdem ist das Unternehmen regelmäßig bei Praktiker- und Hornbach-Baumärkten zugange. Momentan arbeiten seine Monteure an der Bautzener Talsperre. Die Aufträge aus Industrie, Handel und Dienstleistung nehmen zurzeit 75 Prozent am Gesamtvolumen ein.
Trotzdem liegt hinter der vor 37 Jahren gegründeten Genossenschaft ein schweres Jahr mit Umsatzrückgang, roten Zahlen und dem Abbau der Stellen im Unternehmen von 50 auf 37. "Marktbedingt", sagt Krause. Schließlich trennten sich die noch 25 Mitglieder der Genossenschaft vom alten Vorstand und betrauten eine neue Riege mit der Führung des Betriebes. Festgehalten wurde an der Genossenschaftsform. Denn die einstige PGH war nach der Wende in eine eingeschriebene Genossenschaft umgewandelt worden.
Bei aller Ausbreitungsstrategie hält Olaf Krause an dem Bautzener Standbein mit dem Service-Bereich auf der Flinzstraße fest. Und ganz langsam denkt er auch wieder daran, neue Mitarbeiter einzustellen.