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Hier investieren Bautzens große Vermieter

Millionenbeträge fließen in Neubau und Sanierung. Vor allem zwei Stadtteile profitieren.

An einem Block an der Niemöllerstraße lässt die Wohnungsbaugenossenschaft Einheit neue Balkone anbringen. Die Arbeiten sind Teil eines Investitionsprogramms zur Verschönerung von Wohnungen.
An einem Block an der Niemöllerstraße lässt die Wohnungsbaugenossenschaft Einheit neue Balkone anbringen. Die Arbeiten sind Teil eines Investitionsprogramms zur Verschönerung von Wohnungen. © Steffen Unger

Bautzen. Mit einer millionenschweren Investitions-Offensive versuchen Bautzens Großvermieter zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen möchten sie ihren oft langjährigen Mietern ein noch angenehmeres Wohnen bieten. Zum anderen wollen sie damit leerstehende Wohnungen schneller wieder vermieten und zum Teil auch neue Mietobjekte anbieten.

Mit 3 700 Wohnungen und 100 Gewerbeeinheiten ist die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft mbH (BWB) der größte Vermieter in der Kreisstadt. Nun kommen weitere 58 Wohnungen dazu, vorrangig mit drei oder vier Räumen. Laut Geschäftsführerin Kirsten Schönherr entstehen die Wohnungen an der Hegelstraße und an der Flinzstraße. Rund 15 Millionen Euro investiert die BWB bis 2022 in Neubauten.

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Familienspielplatz in Gesundbrunnen

Sind diese fertig, stehen bei der BWB ab 2023 Investitionen im und am Gebäude an der Kurt-Pchalek-Straße 20/22 und am Lauenareal auf dem Programm. Dazu will das Unternehmen Städtebau-Fördermittel in Anspruch nehmen. „Grundsätzliche Überlegungen stellen wir zur Entwicklung der unsanierten Gebäude an der Jan-Skala-Straße an“, sagt Kirsten Schönherr, „sind aber noch nicht abschließend zu einem Ergebnis gelangt.“ Fest stehen indes andere Vorhaben im Stadtteil Gesundbrunnen. So sollen 2020 und 2021 ein Familienspielplatz und eine Skaterbahn entstehen. Zwei Drittel der Gesamtkosten will die BWB aus Fördergeldern finanzieren. Weiterhin sollen zwei Wohnblöcke in Gesundbrunnen 2020 Aufzüge bekommen. Auch das neu erworbene Geschäftshaus an der Steinstraße 15 bekommt einen Aufzug. 2021 sind weitere Fahrstühle im Allendeviertel geplant.

Die Instandhaltung ihrer Gebäude lässt sich die BWB jährlich rund 3,5 Millionen Euro kosten, erklärt die Geschäftsführerin. Seit 1990 hat das Unternehmen 90 Prozent seines Wohnungsbestandes modernisiert, Park- und Spielplätze errichtet und dafür insgesamt 250 Millionen Euro investiert. Zurzeit verzeichnet die BWB einen Leerstand von knapp sechs Prozent. „Die Tendenz ist leider wieder leicht steigend, aber bei einem Bevölkerungsrückgang unausweichlich“, sagt Kirsten Schönherr.

Verglasung als Lärmschutz

Fast 3 000 Wohnungen vermietet die Wohnungsbaugenossenschaft Einheit Bautzen, etwa acht Prozent davon stehen zurzeit leer. Rund fünf Millionen Euro gibt die Genossenschaft in diesem Jahr für Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen aus, berichtet Vorstand Sandra Thiel. In diesen Tagen bekommt der Block Niemöllerstraße 13 bis 19 neue Balkone, die noch zusätzlich eine Verglasung erhalten – als Lärmschutz zur nahen Thomas-Müntzer-Straße. Außerdem lässt die Einheit hier die Fassaden verschönern. Um dieses Wohnquartier insgesamt aufzuwerten, plant die Genossenschaft als nächstes die Sanierung des Hauses Niemöllerstraße 1 bis 6 in Planung. Dieses Gebäude soll neben einer frischen Fassade und neuen Balkonen auch Aufzüge bekommen.

Eine Komplexsanierung steht 2020 für das Haus Gesundbrunnenring 11 bis 17 an. In den Eingängen 13, 15 und 17 will die Genossenschaft aus zwei Einraumwohnungen eine Zweiraumwohnung machen. „Alle Wohnungen sollen künftig durch Aufzüge barrierefrei erreichbar sein“, kündigt Sandra Thiel an. Außerdem plant die Einheit für das ganze Haus neue, tiefere Balkone und eine Fassadendämmung. Im Allendeviertel sollen im kommenden Jahr die Häuser Dr.-Salvador-Allende-Straße 59, 61 und 63 mit Aufzügen ausgerüstet werden.

Weitere Investitionen in der Vorplanung

Etwa 1 400 Wohnungen gehören zum Bestand der Wohnungsgenossenschaft Aufbau Bautzen, die in diesem Jahr etwa 1,25 Millionen Euro investiert. Wie das Geschäftsführende Vorstandsmitglied Falko Glück berichtet, bekommen mehrere Häuser neue Fassaden und Balkone sowie frisch gemalerte Treppenhäuser. Als Beispiel nennt Glück die Bertolt-Brecht-Straße 1 bis 7. Weitere Investitionen befinden sich in der Vorplanung.

Die Genossenschaft möchte mehr auf die zeitgemäßen Bedürfnisse von jungen und älteren Mietern eingehen und so auch dem Leerstand von etwa neun Prozent entgegenwirken. „Die Planungen betreffen mehrere Standorte unserer Bestände im Stadtgebiet“, sagt Falko Glück. „Teilweise wird es sich um komplexe Modernisierungen handeln, also sehr umfangreiche Arbeiten.“ Mit den Energie- und Wasserwerken laufen Verhandlungen zum eventuellen Anschluss des Wohngebietes Becher-/Brechtstraße an die neu geplante Fernwärmeleitung durch Bautzen.

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