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Schwimmhalle Bautzen vor dem Neustart

Seit Corona ist das Röhrscheidtbad geschlossen. Am Montag soll es wieder öffnen - aber einige Fragen sind noch offen.

Das Röhrscheidtbad Gesundbrunnen in Bautzen soll ab Montag wieder Besucher empfangen. Derzeit erfolgen Arbeiten an der Dachabdichtung. Auf die Wiedereröffnung haben sie keinen Einfluss.
Das Röhrscheidtbad Gesundbrunnen in Bautzen soll ab Montag wieder Besucher empfangen. Derzeit erfolgen Arbeiten an der Dachabdichtung. Auf die Wiedereröffnung haben sie keinen Einfluss. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. So eine lange Pause gab es in der 15-jährigen Geschichte der Bautzener Schwimmhalle noch nie. Im März musste das Röhrscheidtbad Gesundbrunnen wie alle Freizeiteinrichtungen wegen Corona schließen. Am kommenden Montag  möchte der Betreiber, die Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen (BBB), die Halle wieder öffnen.

Für Besucher wird dann einiges anders sein, manches auch nicht. Zum Beispiel die Eintrittspreise, sagt Linda Krause von der BBB: "Da ist keine Anpassung vorgesehen." So kostet eine Stunde für Erwachsene im Sporttarif weiter drei Euro - wie schon vor der Schließung im März. Wegfallen muss vorerst aber der sogenannte Happy-Hour-Tarif, der zu bestimmten Zeiten einen günstigeren Eintrittspreis bietet. Als Grund nennt die BBB die besonderen Wege-Regeln in der Halle.

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Besucher müssen also damit rechnen, dass sie auf dem Fußboden Markierungen finden. Damit soll verhindert  werden, dass die Badelustigen zwischen Eingang, Umkleidezone und Wasserbecken kreuz und  quer laufen und sich zu nahe kommen. Ebenso werden Besucher damit rechnen müssen, im Eingangsbereich einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Und überall dort, wo sie sich nicht so einfach aus dem Wege gehen können.

Hygienekonzept ist noch nicht genehmigt

Was ansonsten im Hygienekonzept für die Schwimmhalle stehen wird, weiß die BBB noch nicht mit Bestimmtheit. Sie hat ihr Konzept beim Gesundheitsamt des Landratsamtes zur Prüfung und Genehmigung eingereicht, aber bis Montag dieser Woche noch keine Antwort bekommen. "Aber wir gehen davon aus, dass das im Lauf dieser Woche geschieht", erklärt Linda Krause. Und deshalb rückt die BBB auch nicht vom geplanten Wiedereröffnungstermin am kommenden Montag ab.

Das Landratsamt hüllt sich in Schweigen. Sprecherin Cynthia Thor teilt, mit, "dass wir generell keine Auskunft über eventuell eingereichte Hygienekonzepte bzw. deren Bearbeitungsstand geben. Weder inhaltlich noch über den Status." So ist bis jetzt auch noch unklar, ob gleich nach der Wiedereröffnung Reha-Gruppen das Wasserbecken für Gesundheitskurse nutzen können.

Der erste  Öffnungstag der Schwimmhalle könnte zugleich der letzte  für das Spreebad in diesem Jahr sein. Das Freibad sei immer bis Ende August geöffnet, sagt Linda Krause von der BBB.  Ob es auch darüber hinaus noch Badefreunde anlocken darf, entscheidet das städtische Unternehmen kurzfristig je nach dem Wetter in den Tagen unmittelbar davor.

Das Spreebad  ist im Sommer immer die Alternative zur Schwimmhalle, die jährlich eine Pause für Reparaturen und eine Großreinigung einlegt. Instandhaltungen gibt es auch in diesem Sommer, davon künden unübersehbar Gerüste. BBB-Sprecherin Linda Krause berichtet von "Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Dachabdichtung". Auf die bevorstehende Wiedereröffnung der Halle haben die Arbeiten keinen Einfluss.

Bäder in Kamenz und Kirschau sind geschlossen

Ende August, Anfang September öffnet das Röhrscheidtbad jedes Jahr wieder. Im Vorjahr war das am 2. September. Theoretisch hätte die Halle in diesem Jahr nach der Corona-Pause auch schon im Mai oder Juni wieder öffnen können, so  wie viele Freizeiteinrichtungen. Doch die BBB entschied sich gleich für einen nahtlosen Übergang in die Sommerpause. Zudem blieb so mehr Zeit, um am Abstands- und Hygienekonzept zu arbeiten. Denn das braucht jetzt jedes Gebäude, in dem Besucherverkehr herrscht.

Für das Lausitzbad in Hoyerswerda, dessen Corona-Zwangspause im Juni endete, gibt es auch ein solches Konzept, bestätigt vom Bautzener Gesundheitsamt. An der Kasse und überall dort, wo sich Besucher nahe kommen könnten, muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Ansonsten gilt: Abstand halten und die Wegmarkierungen auf dem Fußboden ernst nehmen. Im Wasser brauchen Besucher natürlich keine Maske.

Weiter geschlossen sind das Hallenbad in Kamenz und die Körse-Therme in Kirschau. Wer Badespaß unterm Hallendach sucht, findet den außer in Hoyerswerda und ab Montag in Bautzen auch im Trixi-Park Großschönau und in der Erlebniswelt Krauschwitz bei Weißwasser.

Kreis hat Schwimmhalle an Berlin verschenkt

Das Röhrscheidtbad Gesundbrunnen öffnete fast auf den Tag genau vor 15 Jahren, Ende August 2005. Der Neubau kostete rund 5,6 Millionen Euro. Mit 2,4 Millionen Euro übernahm die BBB einen Großteil der Baukosten. Die Kreisstadt selbst steuerte 800.000 Euro bei. Weitere 2,4 Millionen Euro kamen aus den Fördertöpfen von Bund und Land.

Das früher genutzte Schwimmbecken der Stadt, das sich in einem innerstädtischen Gründerzeithaus befand, erfüllte die Standards und die Anforderungen an ein modernes Schwimmbad nicht mehr. Sanierung oder Ausbau erschienen nicht sinnvoll, hieß es seinerzeit in einer Mitteilung des sächsischen Innenministeriums. Im Gebäude des ehemaligen Hallenschwimmbades an der Rosenstraße befindet sich heute das Kindercafé Valentin.

Bautzen hatte eigentlich schon viel früher eine Schwimmhalle bekommen sollen, in den achtziger Jahren. Die wurde seinerzeit auch gebaut - aber in einer anderen Spreestadt. Der Kreis Bautzen schenkte die Halle der DDR-Hauptstadt Berlin zur 750-Jahr-Feier 1987.

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