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Bautzener Senf für Kamenzer Würstchen

Die Hammermühle in Bautzen bringt zwei neue Kreationen auf den Markt – für die Lessingstadt Kamenz. Ob's den Leuten schmeckt?

Auf gute Zusammenarbeit! Denise Hierl von der Bautzener Hammermühle (r.) und die Wiesaer Kräuterfrau Gabriela Zens berieten gemeinsam im Vorfeld, was in den Kamenzer Würstchen-Senf hineinpassen könnte. Aus vier Vorschlägen ermittelte eine kleine Runde zwe
Auf gute Zusammenarbeit! Denise Hierl von der Bautzener Hammermühle (r.) und die Wiesaer Kräuterfrau Gabriela Zens berieten gemeinsam im Vorfeld, was in den Kamenzer Würstchen-Senf hineinpassen könnte. Aus vier Vorschlägen ermittelte eine kleine Runde zwe © Matthias Schumann

Kamenz/Bautzen. Dieser Vormittag wird scharf. Bereits gegen 10 Uhr schreiten fünf Leute in Kamenz zur Senfverkostung. Vier Sorten grobkörniger Senf stehen bereit. Man gönnt sich ja sonst nichts. Es brennt auf der Zunge, Geschmacks-Explosionen starten. Man schmeckt und grübelt über die Zutaten. Nach ein paar Minuten ist die schönste Fachsimpelei im Gange. Und das ist gut so, denn die Zeit drängt: Kamenz soll endlich seinen eigenen Senf bekommen – passend zu den deftigen Kamenzer Würstchen.

Was liegt näher, diesen zum nächsten Würstchenmarkt zu präsentieren? Schließlich wurde hier vor genau einem Jahr auch die Idee dafür geboren. Denise Hierl, die die Bautzner Hammermühle gemeinsam mit ihrem Mann Stephan in sechster Generation führt, kam 2018 mit Anne Hasselbach ins Gespräch. „Wir waren und sind auch dieses Jahr wieder mit unserem Verkaufs-Barkas in Kamenz mit am Start. Und natürlich freuen wir uns, dass wir 2019 eine Senf-Premiere feiern können“, sagt sie. Doch bis dahin ist es noch ein Stück Weg. Aber nur noch drei Wochen Zeit…

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Die Hammermühle in Bautzen.
Die Hammermühle in Bautzen. © SZ/Uwe Soeder

Zu allererst gilt es, die perfekte Sorte aus den vier Kreationen herauszufinden. Ähnlich wie bei anderen Lebensmitteln, gehen die Meinungen hier stark auseinander. Denn Senf ist Geschmackssache. Die einen mögen es mild, den anderen kann es nicht scharf genug sein. Denise Hierl öffnet die noch schmucklosen Probegläser, tut etwas auf Teller. Nichts soll ablenken von der eigentlichen Verkostung. Außer ein paar mitgebrachte Kamenzer Würstchen. Immerhin soll der Senf künftig vor allem im Zusammenhang mit ihnen schmecken. Auch die lokale Presse darf heute Geschmack beweisen. Außerdem hat Citymanagerin Anne Hasselbach die Wiesaer Kräuterfrau Gabriela Zens hergebeten. Im Vorfeld gab es mit der Bautzner Hammermühle und ihr bereits Treffen. Die Kräuterkundige hat Bärwurz als Geschmackszutat vorgeschlagen. Der wächst zwar in hiesigen Gärten nicht ganz von allein, sondern eher im Gebirge, aber mittlerweile hat Gabriela Zens extra einige Pflanzen gezogen, die gut gedeihen. Künftig liefert sie den Bärwurz für die spezielle Senfherstellung. So kommt etwas, das hundertprozentig in Kamenzer Erde gewachsen ist, mit ins Produkt.

Die Hammermühle Bautzen hat Tradition. Bereits 1988 feierte man hundertjähriges Bestehen. Ihre Geschichte geht aber sogar zurück bis in das 15. Jahrhundert. Heute ist sie gleichzeitig Mahl-, Öl- und Senfmühle und wird noch immer angetrieben von der Kraft der Spree. Darauf sind die Hierls stolz. Und das dürfen sie auch. „Wir standen irgendwann an dem Punkt, wo wir entscheiden mussten: Wie bringen wir die Hammermühle gut in die Zukunft“, erzählt die studierte Juristin. 

Die Ideen dazu lagen schon in der Schublade. Trauen musste man sich nur noch. Und loslaufen. Das haben sie dann getan. Seit einigen Jahren führt das Paar nun das Traditionshaus mit großer Leidenschaft, richtigem Gespür für Veränderung aber auch Traditionen weiter. Und dem richtigen Händchen für individuelle Produkte. Öl, Lein-Presskuchen, Lusatia-Siegelerde, Marmelade, Chutneys, Müsli und mehr werden hier produziert. „Wir haben bereits etwa 30 Senfsorten im Repertoire, aber Kamenz und die Region tauchen bislang nicht so oft auf. Das ändert sich jetzt und darauf freuen wir uns“, so Denise Hierl. Damit sich die Lessingstädter künftig mit ihrem Senf identifizieren, braucht es freilich eine passende Aufmachung. In einem kleinen Wettbewerb ermittelte die Stadt deshalb einen Favoriten. Eine wundervoll dahingekleckerte Kamenz-Silhouette aus Senf mit St. Marien, Rotem Turm und Rathaus ist zu erkennen. Auch die Citymanagerin zeigte sich begeistert.

So sieht die Senfsaat aus.
So sieht die Senfsaat aus. © Archiv: : SZ/Uwe Soeder

An diesem Verkostungs-Vormittag sprudeln die Ideen nur so. Und es gibt Veränderungen hier und da. Das Kamenzer Wappen kommt beispielsweise ins Gespräch – ein zusätzlicher Hingucker auf dem künftigen Glasdeckel. Und am Ende entscheidet man sich für die Produktion von zwei Senf-Sorten: Eine scharfe Variante mit Bärwurz und die BBQ-Offerte, welche etwas süßlicher daher kommt. Für jeden Gaumen etwas. Die Tester sind zufrieden. Denise Hierl ist es auch. Und sie wird die kleinen Anregungen mit nach Hause nehmen. Am Sonntag, dem 7. April gibt es die erste Auflage des Kamenzer Würstchen-Senfs, die erst einmal in limitierter Auflage und kleinen Probiergläschen daher kommt.

www.hammer-muehle.com

Extra für die Kamenzer Wurst

Zum 2. Kamenzer Würstchen- & Regionalmarkt am Sonntag, dem 7. April, werden die beiden neuen Sorten „Kamenzer Würstchensenf“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Im Vorfeld lobte die Stadt einen Wettbewerb ums neue Etikett aus. Die Ideen konnten bis 30. Januar eingereicht werden. Zwei Einreichungen gab es. Siegerin ist Sarah Franke.

Das Deckel-Etikett zeigt zusätzlich das Kamenzer Stadtwappen. Die grafische Umsetzung der Ideen und das Setzen übernimmt seit vielen Jahren die Agentur „Spreedesign GmbH“ aus Bautzen für die Hammermühle.

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