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Bautzen

Bautzens OB kandidiert für SPD-Vorsitz

Alexander Ahrens will sich gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin von Flensburg für das Spitzenamt bewerben.

Der OB von Bautzen, Alexander Ahrens bewirbt sich zusammen mit Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange um den Vorsitz der Bundes-SPD.
Der OB von Bautzen, Alexander Ahrens bewirbt sich zusammen mit Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange um den Vorsitz der Bundes-SPD. © Screenshot: SZ

Bautzen. Der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens will gemeinsam mit der Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange für den SPD-Parteivorsitz kandidieren. Auf seiner Facebookseite erklärte er, er wolle der Partei "Glaubwürdigkeit zurückbringen und ein unverwechselbares Profil verleihen, mit dem sie wieder Wahlen gewinnt."  

Als Kernthemen sehen beide Kandidaten die soziale Sicherheit, eine "menschzentrierte Klimapolitik" und die Zukunft der Demokratie.  Viele Menschen hätten Angst vor der Zukunft, weil sie das Gefühl haben, dass nichts mehr sicher sei. Ängste und die ungleiche Verteilung von Vermögen lasse sie an der Demokratie zweifeln. 

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Der SZ sagte Ahrens: "Es wird Zeit, dass die kommunale Ebene mehr vernehmbar wird. Ich möchte meine Erfahrungen aus dem politischen Tagesgeschäft einbringen." Als OB habe er jeden Tag Kontakt mit den Menschen vor Ort, er kenne deren Lebensgefühl. Das sei seine Stärke. 

Im Fall einer erfolgreichen Kandidatur habe er vor, weiter Oberbürgermeister von Bautzen zu bleiben. Der Vorsitz der Partei sei ein Ehrenamt und mit der Arbeit als Verwaltungschef durchaus zu vereinbaren.    

Die Mitarbeiter des Bautzener Rathauses informierte Ahrens am Freitagmorgen schriftlich über seine Pläne. Er befindet sich zurzeit im Urlaub in Finnland. In der Mitteilung heißt es: „Was auch kommt, meine Aufgabe als Oberbürgermeister der Stadt Bautzen werde ich weder aufgeben noch vernachlässigen. Mir liegt am Herzen, Sie als erste darüber zu informieren und Ihnen zu versichern, dass ich meine Kraft für die Stadt Bautzen auf der neuen Ebene nutzen werde.“ 

Bereits erste Kandidatur unterstützt

Simone Lange stellt sich bereits zum zweiten Mal zur Wahl. Bereits im Frühjahr 2018 hatte die Flensburger Oberbürgermeisterin für den Vorsitz der SPD kandidiert. Damals unterlag sie gegen Andrea Nahles, die im Juni als Parteivorsitzende zurückgetreten ist.

Schon bei ihrer ersten Kandidatur bekam die Flensburgerin Unterstützung aus Bautzen. "Ich finde Simone Langes Vorstoß enorm wichtig", sagte Alexander Ahrens damals dem "Spiegel". Kandidaten von oben durchzudrücken möge in China funktionieren, "hierzulande geht das nicht".

Der neuerlichen Bewerbung gingen laut Ahrens lange Gespräche voraus. Gemeinsam habe man die die Idee für eine gemeinsame Kandidatur entwickelt. Simone Lange arbeite als Ostdeutsche in Westdeutschland, er als Westberliner in Ostdeutschland. Das passe gut zusammen.

Bewerbungsvideo Lange & Ahrens

Alexander Ahrens ist 53 Jahre alt und stammt ursprünglich aus Berlin. Seit 2008 lebt er in Bautzen. Vor seiner Zeit im Bautzener Rathaus hat er als Rechtsanwalt und Finanzplaner gearbeitet. Seit August 2015 ist er Oberbürgermeister von Bautzen. Ahrens war 2011 aus der SPD ausgetreten. Bei der OB-Wahl in Bautzen hatte er sich als parteiloser Kandidat beworben. 2017 trat er wieder in die Partei ein.

Einen Nachteil sieht er darin nicht: Alles, was er bisher politisch erreicht habe, habe er allein erreicht. "Ich schulde niemandem in der Partei etwas. Das macht mich unabhängig", sagte er der SZ. Auch, dass er noch nicht so bekannt in der SPD ist wie andere Kandidaten, stört Ahrens nicht. "Bei der Wahl zum Bautzener Oberbürgermeister war ich auch ein Außenseiter."

Simone Lange ist 42 Jahre alt, geboren wurde sie in Rudolstadt in Thüringen. Von 2012 bis 2016 war sie Landtagsabgeordnete in Schleswig-Holstein. Seit 2017 ist sie Oberbürgermeisterin von Flensburg.

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Bis zum 1. September haben Kandidaten für die Nachfolge der zurückgetretenen Parteichefin Andrea Nahles noch Zeit, um sich zu bewerben. Öffentlich bekannt sind bisher die Bewerbungen von Europa-Staatsminister Michael Roth und der ehemaligen nordrhein-westfälischen Familienministerin Christina Kampmann sowie der Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer. Der Vorsitz soll dann nach einer Mitgliederbefragung auf einem Parteitag Anfang Dezember besetzt werden. (SZ)

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