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Bauverzug gefährdet Abschlussprüfungen

40 Reichenbacher Schüler sollen per Bus in andere Schulen fahren? Die Schulleiterin ist skeptisch.

Die sanierte Oberschule Reichenbach
Die sanierte Oberschule Reichenbach © Constanze Junghanß

Die Situation sei kritisch, sagt Karin Schnaubelt. Die Schulleiterin der Reichenbacher Oberschule bestätigt gegenüber der SZ, was in der Stadtratssitzung am Mittwoch die Runde machte: Ein Teil der praktischen Prüfungsvorbereitungen für die 10. Klassen können aktuell nicht durchgeführt werden. Die Vorbereitungen bekommen alle Schüler sachsenweit, um gleichberechtigte Prüfungsbedingungen zu schaffen. Sie betreffen auch Experimente in den Fächern Chemie und Physik. Dafür gibt es Fachkabinette.

Diese können aber in Reichenbach aktuell nicht genutzt werden, weil sich diese in der „Uhrenschule“ befinde und diese aktuell saniert wird. Negativ für die Schüler wirkt sich aus, dass die Sanierungsarbeiten nicht in der dafür vorgesehenen Zeit durchgeführt werden konnten. Denn der Vorbereitungsunterricht kann damit nicht wie vorgesehen in den Fachkabinetten der Reichenbacher Oberschule stattfinden. Betroffen sind 40 Zehntklässler sowie zwölf Mädchen und Jungen, die den Hauptschulabschluss machen.

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André Maiwald (CDU) sprach das Problem im Stadtrat an. Das Landesamt für Schule und Bildung in Bautzen sei von der Oberschule mit ins Boot geholt worden, sagte Bürgermeisterin Carina Dittrich. Die Stadt ist als Schulträger verantwortlich, dass die Prüfungen sowie deren Vorbereitungen durchgeführt werden können.

„Wir haben die Stadt schriftlich aufgefordert zu handeln“, sagt Jens Drummer vom Landesschulamt. Im Vormonat habe die Oberschule das Amt über die „schwierige Raumsituation“ informiert, so Drummer. Die Behörde sei dabei als Vermittler eingeschaltet worden und fordere die Stadt auf, jetzt Lösungen zu nennen, wenn die Sanierung tatsächlich nicht zeitnah abgeschlossen werden kann. Die Bürgermeisterin nannte im Stadtrat eine mögliche Lösung: Die Schüler könnten zusammen mit ihren Lehrern per Bus in andere Schulen mit Fachkabinetten gebracht werden. Welche Schulen das in einem solchen Notfall wären, konnte noch nicht gesagt werden. Oberschulen befinden sich beispielsweise in Görlitz und Löbau.

Bei Schulleiterin Karin Schnaubelt stößt dieser Vorschlag allerdings auf Skepsis. „Wie das realisiert werden soll, wäre da die Frage“, sagt sie. Denn auch die anderen Schulen benötigten ihre Fachkabinette für die Prüfungsvorbereitungen der eigenen Schüler. Theoretisch sei das dann nur am Nachmittag machbar, wenn Fachkabinette anderer Schulen frei wären. Den gleichen Vorschlag nennt auch das Schulamt als Lösung. „Einen solchen Fall gab es schon einmal an einer Förderschule“, so Drummer.

Die Finanzierung der Busfahrten habe die Stadt als Schulträger zu leisten. Möglich sei auch, Container anzumieten, die eine entsprechende technische Ausstattung haben und diese auf den Schulhof zu stellen. Auch das habe es bereits schon einmal bei einer Förderschule so gegeben, weiß Drummer.

Doch so weit soll es nicht kommen. Einerseits hoffen Bürgermeisterin, Schule und Landesamt, dass während der Winterferien die letzten Arbeiten in der „Uhrenschule“ abgeschlossen werden. Dittrich geht davon aus, dass das klappt. Anderseits sagt Schulleiterin Schnaubelt, dass bei einer schnellen Wiedernutzung der Kabinette die Zeit für die Prüfungsvorbereitung ausreichend sei. Der Elternrat sei zudem über die Situation informiert. „Wir gehen alle davon aus, dass unsere Schüler nach den Ferien in die Uhrenschule können“, hofft Karin Schnaubelt.

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