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Bayern bekommen Härtefälle

Bei den Münchnern können sich beim Rückrunden-Auftakt auch die Weltmeister auf der Bank wiederfinden. Erfolg geht vor.

Von Ruben Stark

Ottmar Hitzfeld sieht „Explosionsgefahr“ bei Bayern München, aber Matthias Sammer will jedem möglichen Brandherd von vornherein den Nährboden entziehen. Weil auf der Mission zum Triple 2015 gerade im Mittelfeld des Fußball-Rekordmeisters demnächst ein Hauen und Stechen um die begehrten Stammplätze einsetzen dürfte, warnt der Sportvorstand schon einmal. „Die Gruppe und der Kader haben zusammenzustehen“, machte er unmissverständlich klar. „Es geht nicht, dass einer den Erfolg gefährdet. Da hat sich jeder ein- und unterzuordnen“.

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Knobloch stürmt weiterhin für die Eislöwen

Auch in der kommenden Saison wird Stürmer Tom Knobloch das Trikot der Blau-Weißen tragen.

Xherdan Shaqiri (zu Inter Mailand) und Pierre-Emile Höjbjerg (zum FC Augsburg ausgeliehen) sind diesem Konkurrenzkampf ausgewichen, der Rest versucht eifrig, bei Trainer Pep Guardiola Pluspunkte zu sammeln. Nicht allein, um am Freitag beim VfL Wolfsburg (20.30 Uhr/ARD) beim Anpfiff zu den elf Auserwählten zu gehören, sondern vor allem, um bei den ganz wichtigen Duellen dabei zu sein – wenn die Trophäen vergeben oder wenigstens die Weichen dafür gestellt werden.

Dass es zu Härtefällen kommen werde, sei völlig klar, sagte Sammer, Guardiolas Entscheidungen seien jedoch zu keiner Zeit anzufechten. „Es darf da keine Diskussion geben“, forderte er, während Karl-Heinz Rummenigge mit betonter Gelassenheit reagiert. „Es ist nicht auszuschließen, dass auch mal Weltmeister zuschauen müssen. Der Trainer sagte mir aber“, meinte der Vorstandschef in einem kicker-Interview, „keine Sorge! Es gebe so viele Spiele, er sei über jeden Mann froh, um so viele Varianten wie möglich zu haben.“

Und in den entscheidenden Spielen? Thomas Müller oder Mario Götze oder vielleicht Bastian Schweinsteiger klaglos auf der Bank? Besonders der Blick in die Mittelfeldzentrale lohnt mit den Alphatieren Xabi Alonso und Schweinsteiger sowie gegen Ende Februar dann auch wieder mit Kapitän Philipp Lahm. Gerade in der Frage, ob der Spanier und der deutsche WM-Held eine erfolgsverheißende Kombination abgeben können, steht die Antwort noch aus. „Alle Spieler in unserem Kader können zusammenspielen“, findet Guardiola.

Denkbar ist jedoch, dass der Bayern-Coach seinen Landsmann als Strategen auf der einzigen Sechserposition bringt und Schweinsteiger davor agieren lässt, weil dieser mehr Torgefahr entwickeln kann. Eine solche Lösung mit beiden wäre „fantastisch“, findet Sammer, der Schweinsteigers Engagement zuletzt auffällig lobte. „Er sprüht vor Eifer, wir sind sehr zufrieden mit ihm“, sagte der 47-Jährige.

Und auch die beiden halten nicht mit gegenseitigen Respektsbekundungen hinterm Berg. „Man merkt seinen Ehrgeiz, seine unglaubliche Erfahrung. Bayern hat da einen richtig guten Zug gemacht“, sagte Schweinsteiger über Alonso. Der erwiderte: „Es ist großartig, dass Bastian für den zweiten Teil der Saison bereit ist. Er ist ein Weltklassespieler und ein toller Bursche.“ Ob der Respekt in jeder Beziehung überdauert, wird das Frühjahr zeigen. (sid)

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