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Dresden

Bedenken gegen das Ein-Euro-Ticket

Viele Politiker wollen es für Bus und Bahn, anderen ist es zu teuer. Am Donnerstag könnte es eine erste Entscheidung geben.

Die Tickets für Bus und Bahn sollen in Dresden künftig nur noch einen Euro pro Tag kosten, meinen CDU, Linke und Freie Wähler.
Die Tickets für Bus und Bahn sollen in Dresden künftig nur noch einen Euro pro Tag kosten, meinen CDU, Linke und Freie Wähler. © dpa

Sowohl die Linke als auch CDU und Freie Wähler werben im Wahlkampf mit einem Ein-Euro-Ticket für Bus- und Bahn – ein Euro pro Tag, 365 Euro im Jahr. Über das Wie sind sich die Fraktionen aber uneins. Die Linke will bereits am Donnerstag eine Prüfung des Projekts anschieben. Die CDU will dagegen lieber warten, bis die Stadtratswahl am 26. Mai vorüber ist. Man sehe die Wahl als eine Art Bürgerentscheid zu diesem Thema, so Fraktionschef Jan Donhauser. Außerdem soll der Stadtrat das Vorhaben zusammen mit den Verkehrsbetrieben prüfen und nicht die Stadtverwaltung, wie es die Linke vorschlägt. „Die Verwaltung kann das, aber ich unterstelle ihr, dass sie es nicht will“, so Donhauser.

SPD und Grüne haben zwar große Bedenken, wollen sich am Donnerstag einer Prüfung des Ein-Euro-Tickets aber nicht verschließen. Man müsse schließlich gegenrechnen, wie viele Fahrgäste mit solch einem Ticket gewonnen werden und was das Ganze kostet, so SPD-Stadtrat Hendrik Stalmann-Fischer. Die Rede ist von 32 Millionen Euro, die die Verkehrsbetriebe an zusätzlichem Verlust schreiben würden. Das hatte DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach zuletzt erklärt. Die steigende Nachfrage könne dies nicht ausgleichen. Aufgrund der bereits gut ausgelasteten Busse und Bahnen wären kostenintensive Angebotserweiterungen notwendig. „Dann fehlt ihnen die Schlagkraft, um noch ein attraktives Angebot auf die Beine zu stellen“, so Stalmann-Fischer. Pünktlichkeit, Taktverdichtung und neue Linien würden viel mehr helfen, mehr Menschen aus dem Auto in Bus und Bahn zu bekommen.

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Viele Fragen hätten auch die Grünen, so Stadtrat Johannes Lichdi. Auch er spielt auf die Kosten an. Dresden solle erst einmal die Ergebnisse der bundesweiten Modellversuche abwarten, unter anderem in Bonn. „Solange können wir auch noch abwarten.“ Außerdem gebe es in Dresden das Sozialticket für Menschen mit wenig Einkommen. Hoffnungen setzen SPD und Grüne außerdem darauf, dass sich die sächsische Landesregierung doch noch zu einem Bildungsticket durchringen kann.

Wenn das Ein-Euro-Ticket kommen sollte, dann werde die Einführung mindestens bis zum nächsten Doppelhaushalt 2021 dauern, so Jens Matthis (Linke).