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Bedeutet ein Knochenbruch gleich Osteoporose?

Arm gebrochen trotz eines nur leichten Sturzes - ein Zeichen für poröse Knochen? Ein Beitrag aus unserer Kolumne "Gesünder Altern".

Der Internist und Endokrinologe Prof. Lorenz Hofbauer leitet das Universitäts Centrum für Gesundes Altern am Dresdner Uniklinikum.
Der Internist und Endokrinologe Prof. Lorenz Hofbauer leitet das Universitäts Centrum für Gesundes Altern am Dresdner Uniklinikum. © Montage: SZ

Frage: Auf dem Weg zum Bäcker bin ich (72) vergangene Woche gestürzt und habe mir den Unterarm gebrochen. Eigentlich war der Sturz banal. Deshalb wollte ich gar nicht glauben, dass der Arm gebrochen ist. Könnte das schon ein Zeichen für Osteoporose sein?

Ganz unberechtigt sind Ihre Befürchtungen nicht. Die Umstände des Sturzes deuten darauf hin, dass Ihre Knochen nicht mehr so stabil sind. Ein junger Mensch hätte bei einem Sturz aus stehender Höhe mit Sicherheit keinen Bruch davongetragen. Deshalb sprechen wir Ärzte in einem solchen Fall von einer Bagatellverletzung.

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Ob Sie sich Sorgen machen müssen, kann ich aus der Ferne natürlich nicht beurteilen. In meiner Osteoporose-Sprechstunde behandele ich Frauen und auch Männer, die sich innerhalb eines Jahres mehrmals Knochenbrüche zuziehen und deshalb einer speziellen Therapie bedürfen.

Auch wenn zum ersten Mal ein einfacher Sturz mit einem Knochenbruch endet, sollten ältere Menschen das nicht so leicht nehmen, sondern den Arzt bitten, das abzuklären. Vor allem, wenn sie ungewöhnlich starke Schmerzen im Rücken haben oder etwa vier Zentimeter kleiner geworden sind. Neben einer zu geringen Knochendichte (ein T-Wert unter -2,5) gibt es weitere Hinweise für eine Osteoporose. So wird der Arzt fragen, ob es auch bei anderen Familienmitgliedern öfter Knochenbrüche gab. Neben genetischen Faktoren geht auch ein ungesunder Lebenswandel auf die Knochen. Wer sich beispielsweise kaum körperlich bewegt, riskiert ebenso sturzbedingte Knochenbrüche wie Menschen mit Untergewicht oder Magersucht.

Viele Männer mögen es nicht, wenn ich sie in meiner Osteoporose-Sprechstunde nach der Zahl der täglichen Biere frage. Nun gefährden Hopfen und Malz nicht unmittelbar die Knochengesundheit. Aber wer täglich mehr als ein Bier trinkt, macht meist einen Bogen um Milch. Und Joghurt schmeckt solchen Männern dann oft auch nicht. Damit bringen sie sich um eine wichtige Kalzium-Quelle, die ebenso wie Bewegung für stabilere Knochen sorgt. Nikotin und Alkohol, vor allem härtere Sachen, dagegen schwächen sie definitiv. Das Absinken der Östrogenspiegel nanch den Wechslejahren sorgt bei Frauen für die Zunahme osteoporotischer Knochenbrüche, während Männer relativ geschützt sind. Doch Männer ziehen mit Zigaretten und zu viel Alkohol nach.

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Während es größerer Anstrengungen bedarf, die Weichen seines Lebenswandels auf gesund zu stellen, gibt es leicht umsetzbare Sofortmaßnahmen gegen überflüssige Knochenbrüche: festes Schuhwerk mit guten Profil. Wer zudem regelmäßig tanzt oder Gymnastik treibt, trainiert Muskulatur und Gleichgewichtssinn viel besser und kann sich am Winterwetter erfreuen.