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Bedrohte Pflanzen im Kunstraum am Schützenplatz

Zusammen mit dem Neuen Sächsischen Kunstverein zeigt das Umweltzentrum eine ungewöhnliche Ausstellung.

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Von Lars Kühl

Der Klecks ist riesig. Dabei ist das Original winzig, nicht einmal Millimetersache. Doch auf dem Bild lassen sich Konturen und Strukturen problemlos erkennen. Ein Künstler hat mit einem speziellen Verfahren die Samenkörner bedrohter Pflanzen fotografiert, um ein Vielfaches vergrößert und zu Papier gebracht. Zu sehen ist das Bild noch bis zum Sonnabend im „Kunstraum“ am Schützenplatz 1.

Dort hat sich der Neue Sächsische Kunstverein seit diesem Jahr eingemietet und betreibt zusammen mit dem Umweltzentrum die Ausstellung mit dem Namen „Terra incognita – ein Schutzraum für Pflanzen“. Neben den Makrofotografien der Samenkörner von beispielsweise Spargel und Primeln sind auch abstrakte Malereien, Installationen, Drucke und Collagen zu sehen. Sogar Herbarium-ähnliche Exponate werden gezeigt. „Es ist sicher eine ungewöhnliche Ausstellung, denn Pflanzen sind nicht das große Thema von Künstlern“, sagt Claudia Nikol vom Umweltzentrum. „Man muss sich schon etwas mit der Biologie und der Kunst auskennen.“

Neben den Kunstverein-Mitgliedern Gudrun Brückel, Else Gold, Volker Lenkeit, Petra Lorenz, Roland Nagel, Tobias Stengel und Frank Voigt werden auch die Fotografien von Petr Jan Juracka aus Tschechien sowie die Werke von Louis Gouopille aus Mauritius gezeigt. Letzterer beschäftigt sich im Gegensatz zu allen anderen nicht mit einheimischen Pflanzen, sondern präsentiert als Kontrast dazu Kupferstiche von Arten, die auf der afrikanischen Insel bedroht sind.

Am Donnerstag gibt es um 20 Uhr den letzten öffentlichen Ausstellungsrundgang, ansonsten ist der Kunstraum zu seinen Öffnungszeiten auf. Das Objekt gehört der Columbus Dresden GmbH. Die Firma baut zurzeit in der Wilsdruffer Vorstadt zahlreiche Wohnungen. Der Investor hat dabei von Anfang an einen Raum im Erdgeschoss für Kunstprojekte eingeplant und mit einer Theke eingerichtet.

Der Kunstverein und das Umweltzentrum sind zunächst für ein Jahr die ersten Nutzer. Es gibt bereits Signale, die Partnerschaft zu verlängern, sagt Nikol. Das Umweltzentrum vermietet den Raum auch für Veranstaltungen und Kurse. Außerdem werden dort Lesungen oder Ähnliches angeboten. Geöffnet ist er dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, sonnabends von 10 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung.