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Befreit euch von der Unerbittlichkeit

über ein gutes Miteinander

Superintendent Thomas Koppehl

Warum können nette Menschen in bestimmten Situationen so unerbittlich sein? Rede ich vielleicht selbst bei bestimmten Themen oder bei bestimmten Menschen unerbittlich auf andere ein? Wann und warum werden Menschen unerbittlich? Woran erkennt man Unerbittlichkeit? Ich glaube, es ist ein bestimmter Tonfall. Zuerst erschrickt man ein wenig, wenn man ihn bei einem anderen Menschen wahrnimmt. Dann sagt man sich, es hat keinen Zweck weiterzureden. Da beharrt jemand unerbittlich auf seiner Position, auf seinem Recht.

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Wenn ich manchmal morgens im Bad die Presseschau höre, glaube ich diesen unerbittlichen Tonfall wahrzunehmen. Besonders, wenn es um die Defizite von Politikern geht und ihr Rücktritt gefordert wird. Ich höre diesen Tonfall auch hin und wieder in unseren Kirchengemeinden, etwa wenn es um die Verwendung von oft erstaunlich kleinen finanziellen Beträgen oder um bestimmte Nachlässigkeiten von Mitarbeitenden geht. Eigentlich fallen mir eine ganze Menge Beispiele aus meinem Alltag ein, wo ich Menschen unerbittlich reden höre. Oft sind sie eigentlich ganz nett. Vielleicht fällt es Menschen, die in den meisten Bereichen ihres Lebens zuverlässig, verbindlich und freundlich sind, besonders schwer, andere zu ertragen, die sich irgendwelche Freiheiten erlauben, nachlässig oder einfach anders sind.

Im Mittelpunkt des christlichen Glaubens steht ein gütiger Mensch, der die Unerbittlichkeit seiner Mitmenschen ertragen hat, ohne selbst unerbittlich zu werden. Er hat vielmehr für sie bei Gott ein gutes Wort eingelegt. Bis heute strahlt von diesem Wort Freundlichkeit und Vergebungsbereitschaft aus. Durch sie lässt sich die Unerbittlichkeit aus unserem Herzen vertreiben. Das wünsche ich Ihnen bei allen gesellschaftlichen oder familiären Diskussionen der kommenden Woche.