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Begehrte Knatterkisten

Die alten Ost-Marken von Simson sind beliebt – bei den Mopedfahrern in der Oberlausitz und bei den Dieben.

© Matthias Weber

Von Anja Beutler

Bautzen. Der Anblick einer schicken Simson lässt das Herz von Tom Möse höherschlagen. Der 26-Jährige ist seit Jahren mit seinen Freunden vom „Simson-Kampfgeschwader“ mit dem Moped unterwegs – auch im Urlaub. Zu acht waren sie in diesem Jahr an der Ostsee. Um extravaganten Diebstahlschutz sorgen sich die Moped-Fans dabei weniger – eher schon darum, dass die älteren Maschinen die langen Touren durchhalten. Doch Diebstahlschutz ist durchaus angebracht, denn Simson-Mopeds wie S 50, Schwalbe & Co. sind bei Kriminellen begehrt, wie Zahlen der Polizeidirektion belegen. 101 Moped-Diebstähle wurden 2016 in den Landkreisen Bautzen und Görlitz angezeigt. Im Jahr zuvor waren es nur 78. Im ersten Halbjahr 2017 wurden 30 Taten registriert. Ein Grund für diese Entwicklung sind die deutlich gestiegenen Preise für gebrauchte und wieder aufgebaute Maschinen. Zudem beobachtet die Polizei, dass sich einige Tätergruppen auf den Diebstahl von Mopeds spezialisiert haben – sei es zum Weiterverkauf oder zum Ausschlachten als Ersatzteillager. – Eine Unsitte, denn auch für alte Ost-Marken wie Simson und Schwalbe gibt es ausreichend passende Teile im Handel. Die Firma AKF in Bautzen hat solche Neu-Ersatzteile seit Jahren im Angebot. „In der Hochsaison versenden wir bis zu 2 000 Teile pro Tag“, sagt Junior-Chef Alexander Kalkbrenner. Die neu hergestellten Mopedersatzteile seien preislich relativ stabil und moderat in der Anschaffung – vor allem im Vergleich mit Motorradteilen.

Charlotte Meentzen
Pioniergeist und Weitblick in Naturkosmetik vereint
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Für Hautbedürfnisse gilt dasselbe wie für Beziehungen oder Arbeitssituationen: Die richtige Balance sorgt für langfristiges Wohlbefinden. Charlotte Meentzen hat schon damals verstanden, dass schöne Haut am erfolgreichsten zusammen mit dem Geist gepflegt wird.

Belege aufheben

Deutlich teurer geworden seinen allerdings komplett neu aufgebaute Maschinen, bestätigt der Moped-Spezialist. War man in der Vergangenheit bei einem Einsteigermodell mit 700 Euro dabei, sind es jetzt bis zu 1 500 Euro. „Und für ein perfekt herausgeputztes Moped gehen die Preise bis zu 3 000 Euro“, sagt Kalkbrenner.

Der Bautzener Firmenchef rät deshalb, Belege für Ersatzteilkäufe immer aufzuheben – falls das gute Stück wirklich einmal gestohlen wird und die Versicherung es sehen will. Und Moped-Fan Tom Möse empfiehlt, keine Teile oder ganze Maschinen von Anbietern zu erwerben, die keine Papiere vorweisen können. Wenn Alexander Kalkbrenner von gestohlenen Mopeds seiner Kunden hört, teilte er die Suche zudem gern auf Facebook in den einschlägigen Gruppen. „Manches Moped ist da schon wieder aufgetaucht“, sagt er.