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Begeistert von alten Getreidesorten

Familie Löhnert baut in Zockau unter anderem Dinkel und Emmer an, bietet auf ihrem Hof aber noch viel mehr.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

Zockau. Arbeit ohne Ende haben Löhnerts dieser Tage. Doch die Familie erledigt alles mit einem Lächeln im Gesicht. Denn sie freut sich sehr auf das Hoffest, zu dem sie für Sonntag in den Gaußiger Ortsteil Zockau einlädt. Seit Heike Löhnert vor drei Jahren nach längerer Pause ihren Hofladen wiedereröffnet hat, findet es jährlich statt, auch wenn das immer mit viel Aufwand verbunden ist. „Das Hoffest ist bei den Leuten unheimlich beliebt, und wir machen es sehr gern“, sagt die 45-Jährige.

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Zwei Anliegen hat die Veranstaltung: „Die Besucher sollen bei uns einen richtig schönen Tag haben, und wir wollen zeigen, was wir so machen“, erklärt Heike Löhnert. Interessenten erfahren unter anderem, wie ihr Mann Matthias (45) und Sohn Eric (20) Getreide anbauen. Neben den allgemein üblichen Sorten wie Weizen oder Raps wachsen auf den von der Familie bewirtschafteten Feldern unter anderem auch Champagnerroggen, Emmer und Dinkel. Die alten Getreidesorten zurückzubringen, ist ihnen ein großes Anliegen. Zum einen, weil Heike Löhnert selbst keinen Weizen verträgt und weiß, wie schwierig es für Betroffene oft ist, Alternativen zu finden, ohne auf vieles verzichten zu müssen. Außerdem sind Löhnerts davon überzeugt, dass die alten Sorten aromatischer schmecken. Auch das wollen sie beim Hoffest zeigen. Unter anderem wird es Dinkel-Langos, Dinkel-Quarkbällchen sowie Kuchen aus Emmer-, Dinkel- und Hafermehl geben; auch in laktose- und glutenfreien Varianten. „Ich mache alles selbst“, betont Heike Löhnert.

Die Entwicklung ihres Hofladens in den zurückliegenden drei Jahren schätzt sie als „sehr positiv“ ein. „Die Leute achten beim Einkauf wieder stärker auf Regionalität und machen sich mehr Gedanken darüber, was sie so essen. Oftmals ist das leider auch durch Krankheiten bedingt“, sagt die Unternehmerin. Im Angebot hat sie vor allem von der Familie produziertes Getreide – als ganzes Korn, aber auch gemahlen, zu Flocken gequetscht, zu Müslis oder Backmischungen zusammengestellt. Die gesamte Verarbeitung wie das Schälen, Mahlen und Quetschen des Getreides erledigen Löhnerts ebenfalls selbst. Das Meiste wird in Papiertüten verpackt, auf Wunsch aber auch in mitgebrachte Gefäße abgefüllt.

Am Sonntag ist Hoffest

Das Hoffest beginnt am Sonntag um 11 Uhr und dauert bis etwa 19 Uhr.

Landwirtschaftstechnik ist zu besichtigen und wird auch vorgeführt.

Ein Wettbewerb im Traktor-Ziehen findet statt, auch Strohballen-Kullern wird angeboten.

Vor Ort sind unter anderem die Bäckerei Richter aus Kubschütz, die Schaubrennerei Lindner aus Neukirch, die Landhauskeramik aus Seitschen, eine Kaffeerösterei aus Dresden.

Kinder können Keramik bemalen, im Traktor mitfahren und vieles mehr.

Kostenlose Parkplätze gibt es auf einer dafür ausgewiesenen Wiese.

Adresse: Am Anger 1 in Zockau www.hofladen-loehnert.de

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Während Matthias Löhnert für den konventionellen Anbau zuständig ist, kümmert sich Sohn Eric um die ökologisch bewirtschafteten Flächen. Der 20-Jährige hat unlängst die Ausbildung als Landwirt abgeschlossen und ist in den Familienbetrieb eingestiegen, zu dem außerdem noch Heike Löhnerts Schwester gehört. Hilfe kommt zudem von den Eltern. Derzeit läuft für einen Teil der Felder ein aufwendiges und kostspieliges Zertifizierungsverfahren. „Wir wollen das Bio-Siegel erhalten“, sagt Matthias Löhnert. Absatz findet Löhnerts Getreide nicht nur im Hofladen, der Mittwoch-, Donnerstag- und Freitagnachmittag geöffnet hat. Verkauft wird es unter anderem auch im Lädchen in Rodewitz/Spree, in der Sinnesbar in Nebelschütz und einem Geschäft in Dresden. Die Bäckerei Richter aus Kubschütz bäckt daraus Brot – das es auch im Zockauer Hofladen zu kaufen gibt. Die Schaubrennerei Lindner aus Neukirch verwendet es für Brände. „Wir haben noch Kapazitäten frei und würden uns freuen, wenn weitere Geschäfte oder Bäcker unsere Körner, Mehle und Flocken in ihr Sortiment aufnehmen“, sagt Heike Löhnert.

Ihr eigenes Sortiment im Hofladen, das viele regionale und Bio-Produkte, zum Beispiel frisches Gemüse, Honig und verschiedene Nudeln umfasst, hat sie unlängst erweitert. Durch die Anschaffung von Kühlgeräten kann sie jetzt auch Butter, Milch, Quark und Ähnliches anbieten. Das Einzugsgebiet ihres Ladens umfasst nicht nur die unmittelbare Umgebung, sondern reicht bis Oppach oder Hoyerswerda. „Wir haben viele Kunden, die regelmäßig hier ihren gesamten wöchentlichen Einkauf erledigen. Andere wiederum kommen in längeren Abständen und decken sich dann mit größeren Mengen ein“, berichtet die Händlerin. Außerdem geht so manches Paket von Zockau aus auf die Reise, zum Beispiel nach Hamburg oder Bayern.