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Behr zeigt keine Reue über Geschenke

Seine teuren „Prämien“ für die letzten Ortschaftsräte müssen nachträglich legitimiert werden.

Eigentlich hätte dieser Beschluss still und heimlich ohne Öffentlichkeit stattfinden sollen. Die teuren Geschenke, die der frühere Ortsvorsteher Hans-Jürgen Behr (CDU) seinen Räten am Ende der letzten Wahlperiode machte, überstiegen seine finanzielle Verfügungshoheit. Deshalb mussten sie am Montag nachträglich vom Ortschaftsrat legitimiert werden. Das war für den nicht öffentlichen Teil der Sitzung geplant. Offenbar hatte sich Ortsvorsteherin Daniela Walter aber beraten lassen und verlegte den Punkt in den öffentlichen Teil.

Rund 180 Euro hat das Geschenkset aus Wein und Porzellanteller mit Gravur pro Ortschaftsrat gekostet, das Behr großzügig aus Ortschaftsmitteln bezahlte. Zusammen kam eine Summe von über 3 000 Euro, die sich Behr selbst genehmigte. „Sonst wäre es ja keine Überraschung gewesen“, begründete er seine Entscheidung. Das Rechtsamt monierte diese Handlung jedoch auf Hinweis der Grünen-Ortschaftsrätin Manuela Schott. Sie hatte ihr Geschenk zurückgegeben. „Die Öffentlichkeit sollte wissen, wofür wir unser Geld ausgeben. Ich halte nichts davon, uns selbst Geschenke zu machen. Man könnte sogar an Korruption denken“, sagte sie. Daraufhin attackierte sie CDU-Ortschaftsrat Christian Schnoor heftig. Schott solle sagen, welche Räte sie genau der Korruption bezichtige. Das vergifte die Atmosphäre im Rat. Nachträglich abgesegnet wurden Behrs Geschenke letztlich nur von fünf neuen Ortschaftsräten, die nicht befangen waren. (SZ/kh)

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