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Bei Futtermeister Henry muss keine Kuh hungern

Kontinuierlich bildet die Agrargenossenschaft Landwirte aus. Sie haben mit guten Leistungen eine berufliche Perspektive in der Genossenschaft.

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Von Bärbel Schumann

Henry Hofmann sitzt auf dem Radlader und fährt in Richtung Lagerplatz. Mit sicheren Handgriffen lädt er Futter und bringt es in den Kuhstall. Unzählige Male muss der 26-Jährige an einem Arbeitstag diese Arbeit verrichten. Der Landwirt arbeitet in der Gersdorfer Agrargenossenschaft und ist vor allem für die Versorgung der Tiere mit Futter in den Ställen verantwortlich.

„In der Regel beginnt mein Arbeitstag um 6.30 Uhr. An den Feiertagen fangen wir allerdings noch eher an“, erklärt Henry Hofmann und lächelt. Als Nachteil empfindet er das nicht.

Keine Berührungsängste

Der 26-jährige Minkwitzer liebt seinen Beruf. Kein Tag sei wie der andere. Und er mag es, wenn er mit seinen Händen zupacken muss. „Der Beruf des Landwirtes bietet jede Menge Abwechslung. Bei uns ist es so, dass wir im Sommer auch mal beim Verladen des Strohs helfen oder zur Ernte mit raus müssen“, sagt der junge Mann. Berührungsängste mit den Tieren dürfe man allerdings nicht haben. „Ich hatte keine Angst vor Kühen oder anderen Tieren. Auf dem kleinen Hof meiner Großeltern in Präbschütz schloss ich schon früh mit der Landwirtschaft, mit all ihren Vorzügen und Nachteilen, Bekanntschaft“, erzählt Henry Hofmann aus seiner Kindheit.

Arbeit nach der Lehre

Werner Lantsch, Vorsitzender der Agrar- und Handelsgenossenschaft Gersdorf, hat nur lobende Worte für den jungen Landwirt parat. „Henry ist engagiert und sehr zuverlässig“, sagt der Vorsitzende. Das war auch ein Grund, als der Landwirtschaftsbetrieb dem ehemaligen Döbelner nach seiner Ausbildung in der Genossenschaft eine feste Anstellung anbot. Er ist nicht der einzige, dem es nach den drei Lehrjahren so erging.

„Wir können nicht immer unseren Lehrlingen einen Vertrag anbieten. Aber bisher hat es sich oft ergeben, dass sie bei uns übernommen wurden“, erklärt Lantsch. Mit den benachbarten Landwirtschaftsbetrieben werde aber auch eng zusammen gearbeitet. Wenn dort einmal ein Arbeitsplatz neu zu besetzen wäre, dann hätten die jungen Leute von der Agrargenossenschaft stets die Chance auf eine Anstellung nutzen können.

Keine Angst vor Tieren

Die Gersdorfer Agrargenossenschaft bildet gegenwärtig zwei junge Leute aus. In den Jahren davor schwankte ihre Zahl zwischen einem und zwei. „Wir haben auf Kontinuität gesetzt. Deshalb liegt unser Durchschnittsalter bei 40 Jahren“, erklärt der Vorsitzende.

Auch in diesem Jahr will die Genossenschaft wieder jungen Leuten die Chance bieten, einen Landwirtschaftsberuf zu erlernen und ihnen so eine Zukunftsperspektive bieten. „Wir wissen, dass Zensuren wichtig sind. Aber wir legen nicht den größten Wert auf sie. Die Bewerber müssen noch andere Kriterien erfüllen. Sie dürfen zum Beispiel keine Angst vor den großen Tieren haben und sich nicht scheuen, auch bei Wind und Wetter zu arbeiten“, sagt Werner Lantsch.

Außerdem müssten sie auch mal kräftig zupacken können. In der Landwirtschaft gebe es eben noch viel Handarbeit. „Wichtig ist auch, dass jeder, der sich für den Beruf des Landwirts entscheidet, sich bewusst ist, dass in unserem Betrieb auch im Schichtdienst und an den Wochenenden gearbeitet wird“, so der Vorsitzende.

Praktikum ist nützlich

Nützlich sei es, wenn Jugendliche bereits ein Praktikum in der Genossenschaft absolviert hätten. „Wir erleben oft, dass Jugendliche in der 10. Klasse zu uns zum Praktikum kommen und sich später bei uns um einen Ausbildungsplatz bewerben. Sie wissen stets, was sie erwartet und worauf sie sich einlassen“, sagt Lantsch. Das sei in der Lehre später ein Vorteil und die Genossenschaft wisse ebenso, was sie erwartet.