SZ +
Merken

Bei ihrer Erkundungstour ist nicht nur die Optik wichtig

Austauschprojekt. 17 amerikanische Studenten waren gestern im Landkreis unterwegs.

Teilen
Folgen

Von Jan Lange

Die Fotoapparate lagen immer griffbereit. Schließlich gab es für die amerikanischen Gäste jede Menge interessante Häuser zu sehen. Dabei war ihnen nicht nur die Optik wichtig, sondern auch die unterschiedlichen Bauweisen oder ihre Einordnung in die ländliche Infrastruktur. Kein Wunder, handelte es sich doch um Studenten des Fachbereichs Stadt- und Regionalplanung der „Ohio State University“ von Columbus. Bereits seit 1998 arbeitet die amerikanische Universität eng mit dem Institut für Geographie der TU Dresden zusammen. „Wir machen immer über ein Semester ein gemeinsames Seminar zu einem raumplanerischen Thema“, erklärt Olaf Schmidt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Raumordnung des Dresdner Geographie-Instituts. „Wenn die Lehrveranstaltungen zu Ende sind, kommen die amerikanischen Studenten dann für zwei Wochen nach Deutschland, um hier zu überprüfen, ob die Theorie mit der Praxis übereinstimmt.“ Umgekehrt fliegen die deutschen Studenten aber auch in die USA. Vorbereitet wird der „Praxistest“ in kleinen Arbeitsgruppen. Dabei beschäftigen sich jeweils zwei deutsche und zwei amerikanische Studenten gemeinsam mit einem speziellen Thema – z.B. „Wohngebietsentwicklung im Umland von Dresden“ oder „Gewerbegebietsentwicklung am Stadtrand und im Umland“. „Die Arbeit an den Einzelprojekten wird beim Aufenthalt im Ausland fortgesetzt“, berichtet Olaf Schmidt. „Die Studenten sprechen dann mit Akteuren vor Ort, z. B. Bürgermeistern oder gehen ins Stadtplanungsamt.“ Drei von 14 Tagen bekommen die Studenten dafür Zeit. Ergebnis der Recherchen und Befragungen ist ein Poster im A0-Format, das am Ende des Auslandsaufenthalts von jeder der insgesamt sechs Arbeitsgruppen präsentiert wird.

Anja Neubauer reiste mit ihren vier Arbeitsgruppenkollegen bereits einen Tag früher in der Oberlausitz an, da sie die Einzigen sind, die sich einem Thema aus der hiesigen Region widmen. „Wir untersuchen die Einflüsse der Windenergie auf die Umwelt, wollen sehen, welche Effekte für die Wirtschaft mit den Windrädern verbunden sind und ob Leute deshalb hierher ziehen oder eher weggehen“, beschreibt die Geographie-Studentin das Projekt. Überrascht war sie darüber, dass selbst die Mitarbeiter in der Kreisverwaltung sehr unterschiedliche Meinungen zum Thema haben. „Eigentlich dachten wir, dass sie sich einig sind.“