SZ +
Merken

Bei Jürgen Opitz speist die Gemütlichkeit mit

Würschnitz. Im Landgasthof gibt es täglich außer Dienstag preiswerteSpeisen und Getränke, Sonntag auch Mittagessen. Der Chef kocht selbst.

Teilen
Folgen

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Von Laußnitz nach Radeburg führt ein schöner Wanderweg über den Buchberg und vorbei an der Wolfssäule an der B 97. Viele Dresdner fahren am Wochenende bis Laußnitz mit dem Zug, wandern oder radeln die Strecke ab, um in Radeburg in den Lößnitzdackel zu steigen und wieder zurück zu fahren. Unterwegs kehren sie gern im Landgasthof Würschnitz auf der Ottendorfer Straße ein. „Bei Jürgen Opitz ist der Gast König, hier sitzen wir sehr gerne“, sagt eine ältere Frau aus dem Ort. Auch Familienfeiern finden hier oft statt. 30 Plätze bietet die Gaststube mit dem Dachbalken, auf dem der Spruch steht: Hopfen und Malz, Gott erhalt's. Im Hof auf der Terrasse können 20 Gäste nebeneinander sitzen.

Wirt Jürgen Opitz führt den Landgasthof schon in fünfter Generation. Es gibt ihn schon über 300 Jahre. Seit 22 Jahren steht der 57-Jährige nicht nur hinterm Thresen, sondern auch hinterm Herd. „Kochen gelernt habe ich bei Muttern“, so der Junggeselle. Sein Neffe hilft als Bedienung mit.

Auf der Speisekarte finden sich Speisen zu günstigen Preisen um die fünf Euro: z. B. Sülze und Backfisch, Bauernfrühstück und Hirschbraten. „Am besten gehen die Schnitzel und meine Rouladen, die ich selber mache“, sagt der Gastwirt. Auch die Getränke – das Bier kommt aus Radeberg und Großröhrsdorf – sind preiswert. Der Saft kostet 90 Cent, das Wasser 40.

Bei diesen Angeboten muss Opitz keine große Werbung machen. „Die Leute kommen durchs Weitersagen“, so der Würschnitzer. Westbesucher staunten bei ihm über die sächsische Gemütlichkeit, andere über die stets frischen Blumen auf den rotkarierten Tischdecken. Früher wurde am Stammtisch auch geknobelt. Für die Gemütlichkeit im Winter ist ein neu gesetzter Kachelofen zuständig. Denn Holz gibt es bei Jürgen Opitz genug.

Doch momentan halten sich die Radeburger, Ottendorfer oder Königsbrücker Radler lieber draußen auf, genießen ein kühles Blondes.