merken
PLUS Riesa

Verzweifelter Storch scheitert am Nestbau

Direkt am Elberadweg in Lorenzkirch will ein Storch heimisch werden. Leider zur falschen Zeit - und am falschen Ort.

Das wird wohl nichts: In Lorenzkirch, direkt am Elberadweg, versucht ein Storch, auf einem Strommast ein Nest zu bauen.
Das wird wohl nichts: In Lorenzkirch, direkt am Elberadweg, versucht ein Storch, auf einem Strommast ein Nest zu bauen. © Foto privat, Montage Sebastian S

Zeithain. Kann das gut gehen? Das fragen sich Passanten, die in Lorenzkirch an einem Strommasten aus Beton hochschauen. Direkt auf der Spitze türmen sich von Tag zu Tag mehr Äste auf. Mit etwas Glück ist auch ein Storch zu sehen, der auf dem Masten direkt am Elberadweg zugange ist. Zwar weht der Wind immer wieder einzelne Äste runter. Aber der Storch würde es dennoch ohne menschliche Hilfe schaffen, ein Nest zu bauen, sagt Experte Olaf Gambke.

In diesem Fall aber macht er wenig Hoffnung: "Es ist eh zu spät für den Nestbau - und das weiß ein vernünftiger Storch." Während anderswo, etwa in Gohlis, die Jungstörche längst heranwachsen, baut der Storch in Lorenzkirch offenbar aus Langeweile. So was komme hin und wieder vor, sagt Olaf Gambke. "Wenn Paare erfolglos brüten."

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

Die Storchen-Experten würden solche Bauprojekte zwar nicht in ihre Storchen-Übersicht aufnehmen - es sich aber trotzdem vor Ort anschauen. "Wir melden es dem Energieversorger, der das Nest dann entfernt." Deshalb seien Bürgerhinweise in solchen Fällen zweckmäßig.

Und warum kann das Nest nicht einfach bleiben? Es könne zu einem Kriechstromverlust führen, wenn die Äste auf der Stromleitung aufliegen, so der Experte. Für den Storch selbst sei der Lorenzkircher Bauplatz allerdings nicht gefährlich, auch wenn er direkt oberhalb der Isolatoren baut. Es handele sich dort lediglich um höchstens 380 Volt Kraftstrom, sagt Gambke. 

Laut Nabu können Freileitungen für große Vögel wie Störche zwar schon gefährlich werden - allerdings vor allem Mittel- und Hochspannungsleitungen. Bei diesen Anlagen, wo der Strom mit einer Spannung von mehreren Tausend Volt fließt, sind mittlerweile deshalb auch Schutzanlagen für Vögel vorgeschrieben.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Riesa