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Beim Bier einfach selbst bedient

Niesky. Der Männertag wird oft mit viel Alkohol gefeiert. So auch im letzten Jahr, als der Angeklagte im Laufe des Vormittags schon sechs bis sieben Bier, eine Flasche Kirschlikör und eine halbe Flasche Goldkrone trank.

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Niesky. Der Männertag wird oft mit viel Alkohol gefeiert. So auch im letzten Jahr, als der Angeklagte im Laufe des Vormittags schon sechs bis sieben Bier, eine Flasche Kirschlikör und eine halbe Flasche Goldkrone trank.

Dann ging es gemeinsam mit einem Kumpel, dessen Namen er anfangs vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Direktor Martin Hinrichs nicht verraten wollte, zu einem Kiosk in Niesky. Sie wollten je Flasche Bier nur 50 Cent bezahlen. Der Verkäufer verlangte aber einen Euro. So bedienten sie sich selber, entwendeten einen Kasten Bier im Wert von 21 Euro und stießen gegen den Geschädigten. Eigentlich wollten sie „normal kaufen“, sagte der 22-jährige Angeklagte. Er entschuldigte sich ein halbes Jahr später bei der Besitzerin des Kiosks und bezahlte nachträglich das Bier. Für Staatsanwalt Rohling war das gemeinsam begangener Raub, wie er es in der Anklage vortrug. Fünf Zeugen sagten aus, was sie zu diesem Fall wussten. Nach Richter Martin Hinrichs war es auf jeden Fall ein Diebstahl, aber Raub setzt Gewalt voraus.

Nach dem Verlesen des Bundeszentralregisters, das sieben Einträge enthält, beantragte der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten ohne Bewährung.

Rechtsanwältin Ursel Kreusel plädierte als Verteidigerin auf eine Geldstrafe wegen Diebstahls. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu drei Monaten Freiheitsstrafe mit einer Bewährungszeit von drei Jahren und 300 Stunden gemeinnützige Arbeit. (WW/SZ)