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Beim Essen ruhig über den Tellerrand schauen

über den Veggie-Tag in Kantinen

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Annett Kschieschan

Ich esse gern vegetarisch. Auch mehrmals in der Woche. Das sieht natürlich nicht jeder so. Geschmäcker sind – zum Glück – verschieden. Hierzulande freilich scheint der Vorschlag der Grünen, in Kantinen einmal pro Woche ausschließlich Vegetarisches anzubieten, keine großen Chancen zu haben. Die Befürchtung: Es würde sich nicht rechnen, weil die Mehrzeit der Mittagsgäste eben lieber Fleisch auf dem Teller hat – vor allem in Kantinen und Restaurants, in denen Menschen essen, die körperlich hart arbeiten. Aber auch in Ausbildungseinrichtungen, Krankenhäusern und Seniorenzentren ist man zurückhaltend. Immerhin: In letzteren gibt es jeden Tag fleischloses Essen – als eines von drei Angeboten. Diese Wahl wird man den Gästen auch weiterhin lassen. Das finde ich richtig. Niemand soll essen müssen, was er nicht mag.

Allerdings: So mancher mag bestimmte Gerichte eben nur deshalb nicht, weil er sie nicht kennt. Und vegetarisches Essen wird auch heute noch schnell mit dem freudlosen Knabbern an einer Möhre gleichgesetzt. Dabei hat diese Küche viel mehr zu bieten. Das mal auszuprobieren, kann nicht schlecht sein und würde auch Kamenz zum Beispiel gut zu Gesicht stehen. In Bautzen und Dresden jedenfalls sind mittags die Verkaufstheken, an denen es täglich knackige Blatt- und Obstsalate, frisch gepresste Säfte und Smoothies gibt, immer ziemlich gut besucht.