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Beim Jugendclub in Wartha wird angepackt

Die jungen Leute aus dem Ort mussten ihr Domizil 2013 verlassen. Jetzt gibt es endlich Ersatz – und hoffentlich Hilfe.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Dass es so schnell geht, Räume im ehemaligen Bürogebäude des DDR-Landwirtschaftsbetriebes (LPG) in Wartha zu entkernen, hätte wohl keiner der jungen Leute des Jugendclubs gedacht. Erst vor 14 Tagen war Startschuss. Jetzt wird schon über die nächsten Schritte diskutiert.

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Den Umzug des Jugendclubs in dieses Gebäude plante die Gemeinde bereits 2011. Denn zu der Zeit wurde das Schloss in Wartha verkauft. Auf dessen Grundstück stand ein Bungalow, den die Jugend für ihre Treffen und Veranstaltungen nutzte. Doch es war klar: Irgendwann muss der Verein dort raus. Das war dann im vergangenen Jahr so weit, als im Jugendclub Schimmel und Pilze bemerkt wurden. Von da an standen die Vereinsmitglieder mehr oder weniger auf der Straße. Getroffen haben sie sich höchstens noch in der Feuerwehr. Doch auf Dauer war das keine Lösung. Denn das Gerätehaus in Wartha ist ziemlich klein und soll laut Planung der Gemeinde auch einen Platz in diesem ehemaligen LPG-Gebäude finden.

Christoph Leuteritz wohnt in Wartha. Und er wurde jetzt als Gemeinderat gewählt. Schon vor der Wahl wandte er sich jedoch an Gerd Schieber, den Geschäftsführer von Böpple Bau in Königswartha. Der hatte sich beim Aufbau des Spielplatzes in dem zweitgrößten Ortsteil der Gemeinde Königswartha mit Material und Personal stark engagiert. Innerhalb von einem halben Jahr entstand dort mit viel Unterstützung und Eigenleistungen dieser Spielplatz. Nun wollte Leuteritz wissen, ob er auch dem Jugendclub helfen kann. „Wir haben uns jetzt als Firma davor gespannt, damit solche tollen Initiativen auf den Dörfern nicht wegen fehlenden Geldes den Bach runtergehen“, sagt Gerd Schieber. Die Firma wird die roten Fäden in der Hand halten und Mitarbeiter Andreas Schultz vor Ort die jungen Leute unterstützen – vor allem beratend.

Gemeinde kann derzeit nicht helfen

Denn Fakt ist eins: Die Gemeinde Königswartha wird in absehbarer Zeit kaum Geld für ein großes Projekt für den Jugendclub haben. Das, was vor mittlerweile drei Jahren für einen Kostenvoranschlag von über 150 000 Euro auf dem Papier entstand, ist so nicht realisierbar. Das sagt auch der Königswarthaer Bürgermeister Georg Paschke. „Es sind in unserer finanziellen Situation derzeit andere Vorhaben wichtiger“, sagt Paschke. So zum Beispiel ein kleines Feuerwehrdepot in Commerau und eine Erweiterung des Feuerwehr-Stützpunktes in Johnsdorf. Dennoch will Georg Paschke die Warthaer nicht vergessen. „Auch hier muss etwas für die Feuerwehr geschehen“, sagt der Bürgermeister. Und er hofft, dass in der neuen Förderperiode für die ländlichen Regionen auch Jugendclubs Geld abbekommen können.

Mit der Entkernung des ersten Gebäudeteils wollen die Warthaer Ende August fertig sein. Allerdings wird dieser Termin wohl um einige Zeit vorverlegt werden können, so, wie hier in den vergangenen zwei Wochen angepackt wurde. Im Schnitt sind täglich bis zu zehn Leute vor Ort. „Je nachdem, wie wir auf Arbeit sind und Zeit haben“, sagt Jugendclubmitglied Felix Nytsch. Und er betont, dass die Räume, die der Jugendclub hier jetzt ausbaut, auch für das gesamte Dorf genutzt werden können. Deshalb soll ein großer Raum zum Feiern mit einer kleinen Küche verbunden werden. Andere Zimmer sollen Vereinsräume oder auch wieder ein kleines Fitnesszimmer werden.

Doch bis dort gefeiert werden kann, bleibt noch viel zu tun. Zwar bringen vor allem die jungen Männer ihre Arbeitskraft mit, wenn es ums Putzen, Fliesenlegen oder den Trockenbau geht. Aber das Material dafür muss ja erst einmal bezahlt werden. Auch Möbel, wie zum Beispiel die Küche, werden gebraucht. Und so werden wohl wieder die 25 Vereinsmitglieder losziehen, um Klinken zu putzen. Materiallisten werden derzeit erstellt in Zusammenarbeit mit Böpple Bau. Wer helfen will, kann dazu gern Kontakt mit dem Jugendclub über eine extra E-Mail aufnehmen.

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