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Bekommt Moritzburg sogar zwei neue Kitas?

Die Gemeinde lässt jetzt prüfen, ob neben dem geplanten Neubau in Boxdorf auch die Einrichtung in Reichenberg erneuert wird.

Von Sven Görner

Kita-Plätze sind in Boxdorf genauso gefragt wie in Reichenberg. Wenn der Kindergarten des einen Ortes neu und größer gebaut wird, könnte dem anderen etwas weggenommen werden. Solche Befürchtungen machen in Reichenberg jedenfalls gerade die Runde. Nicht ohne Grund.

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Endgültig ist aber noch nichts entschieden. Denn Fördermittel für den Ersatzneubau der Kindertagesstätte Kleeblatt in Boxdorf werde es frühestens 2015 geben. „Ohne diese lässt sich das rund drei Millionen Euro teure Vorhaben aber nicht realisieren“, sagte Moritzburgs Bürgermeister Jörg Hänisch (parteilos) am Montagabend in der Gemeinderatssitzung. Damit bleibe genügend Zeit, um das von ihm zu Monatsbeginn angehaltene Projekt noch einmal in Ruhe zu überdenken und Alternativen zu prüfen.

Vor allem für die Kindertagesstätte in Reichenberg. Denn dort sollen nach Fertigstellung des Neubaus in Boxdorf nur noch Hortkinder betreut werden. So jedenfalls der bisherige Plan. Allerdings war darüber seit den ersten Debatten zu Jahresbeginn im Gemeinderat nie gesprochen worden. Erst als der Reichenberger Ortschaftsrat Alarm schlug, wurden auch die Räte hellhörig. Daraufhin zog der Bürgermeister in der vorangegangenen Sitzung die Notbremse (die SZ berichtete).

Am Montagabend berichtete der Rathauschef nun, wie es weiter gehen soll. „Der Architekt Olaf Reiter, der schon für die Sanierung der Grundschule Reichenberg verantwortlich war, hat den Auftrag bekommen, die baulichen und städtebaulichen Möglichkeiten des Reichenberger Standtortes zu prüfen.“ Dabei soll auch die Scheune einbezogen werden, in der momentan noch die Katastrophenschutz-Ausrüstung der Feuerwehr eingelagert ist. Die will die Gemeinde künftig mit im neu zu bauenden Gerätehaus in Moritzburg unterbringen. Der Architekt müsse aber auch prüfen, ob die Freiflächen ausreichen oder Spielmöglichkeiten für die Hortkinder auch an anderer Stelle entstehen könnten. „Unser Ansatz ist, in Reichenberg künftig genügend Räume für 15 Krippen-, 36 Kindergarten- und 150 Hortkinder zu haben“, sagt Jörg Hänisch. Derzeit werden 30 Kita- und 136 Hortkinder betreut. Allerdings reicht der Platz in den vorhandenen Gebäuden nicht für alle, sodass für den Hort auch Schulräume genutzt werden müssen.

In der kommenden Woche soll zwischen Gemeinde, Architekt und freiem Träger zunächst das Raumkonzept abgestimmt werden. Die Awo Kinder- und Jugendhilfe gGmbH Pirna betreibt sowohl die Reichenberger als auch die Boxdorfer Einrichtung. „Dabei muss geklärt werden, was über die in den Förder- und Baurichtlinien genannten Räume hinaus gebraucht und damit letztendlich auch von der Gemeinde bezahlt werden müsste“, so der Bürgermeister. Als Beispiel nennt er den Küchenbereich. „Denn es gehen deutlich mehr Schüler essen, als nur die Hortkinder.“ Bis zum Jahresende, so der Zeitplan, soll dann die Standortuntersuchung vorliegen.

„Ist das Areal für die geforderte Größenzahl geeignet, müsste als nächster Schritt das Boxdorfer Projekt überarbeitet werden, weil dort dann ja weniger Plätze benötigt werden.“ Für die Entscheidung, was schließlich gebaut werden soll, werden aber nicht nur die reinen Investitionszahlen für einen oder zwei Neubauten Ausschlaggeben sein. Jörg Hänisch: „Beachtet werden muss auch, was es kostet, wenn zwei Häuser statt nur einem betrieben werden und was es für das Betreuungskonzept der Awo bedeutete.“ Das abzuwägen, sei Aufgabe der Gemeinderäte. „Bisher konnten sie das aber gar nicht.“ Ziel von Bürgermeister Jörg Hänisch ist es, bis Mitte nächsten Jahres eine Entscheidung herbeizuführen, „denn im September müssen die Fördermittel für 2015 beantragt werden“.