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Bekommt Pirna eine Kunsteisbahn?

Die Freien Wähler wollen, dass Kufenflitzer im Winter wieder ihre Runden im Friedenspark drehen können. Etwas Wichtiges dafür fehlt allerdings noch.

Eisläufer im Pirnaer Friedenspark: Neuer Anlauf für das Wintersport-Angebot.
Eisläufer im Pirnaer Friedenspark: Neuer Anlauf für das Wintersport-Angebot. ©  Archivfoto: Daniel Förster

Der Friedenspark in der Pirnaer Innenstadt war von 2011 bis 2017 auch ein Ort des Wintersports. Der Kreissportbund (KSB) betrieb stets in den kalten Monaten eine Spritzeisbahn auf der Asphaltfläche im hinteren Teil der Grünanlage. Das frostige Vergnügen zog stets viele Kufenflitzer an - vor allem Kinder und Jugendliche. Dank Flutlicht konnten sie auf der gefrorenen Oberfläche bis in den Abend hinein ihre Runden drehen. 

Dann gab es allerdings ein Problem: knackig kalte Winter blieben aus. Schon im Frühjahr 2017 kündigte der KSB an, im selben Jahr auf die Spritzeisbahn zu verzichten. Die Begründung: viel aufwendige Arbeit, zu wenig Nutzen, vor allem dann, wenn es nicht einige Wochen am Stück dauerhaft kalt bleibt. Seither blieb der Friedenspark eisfrei. 

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Nun aber unternimmt die Fraktion "Freie Wähler" (FW) im Pirnaer Stadtrat einen neuen Vorstoß, um das Wintersportangebot wiederzubeleben. Dietmar Wagner, KSB-Chef und FW-Stadtrat, beantragte, dass die Stadt die technischen, räumlichen und finanziellen Voraussetzungen prüfen soll, um in den Monaten Dezember bis Februar eine Kunsteisbahn im Friedenspark zu betreiben. 

Viele Pirnaer, sagt Wagner, wünschten sich eine solche Eisbahn. Um dieses Angebot effizient zu betreiben, käme jedoch nur eine Kunsteisbahn in Betracht, weil deren Kühlaggregate dauerhaft die nötige Kälte liefern. 

Spielfläche im Pirnaer Friedenspark: Eine Kunsteisbahn ist technisch nachrüstbar.
Spielfläche im Pirnaer Friedenspark: Eine Kunsteisbahn ist technisch nachrüstbar. © Thomas Möckel

Technisch machbar - aber energetisch sinnvoll?

Die Stadt ist in dieser Angelegenheit zwiegespalten. Aus Sicht der Kinder- und Jugendarbeit, so das Rathaus, sei dieses Angebot im Winter eine Ergänzung. Beim Umbau des Friedensparks sei diese Option stets mit betrachtet worden, eine Eisbahn sei technisch nachrüstbar.

Allerdings sei es aus Klimaschutzgründen energetisch nicht sinnvoll, eine Kunsteisbahn zu betreiben. Auch seien die Gelder für die notwendige Investition sowie für die jährlichen Betriebskosten bislang nicht im Haushalt vorgesehen. Daher bedürfe es zunächst einer politischen Grundsatzentscheidung. 

Diese hat der Stadtrat nun getroffen, die Abgeordneten votierten mehrheitlich für den Antrag der Freien Wähler und erteilten der Stadt den Prüfauftrag. 

Eine solche Kunsteisbahn war 2017 schon einmal im Gespräch. Im Herbst des Jahres hatte sich abgezeichnet, dass Pirna nicht sämtliche im Haushalt verankerten Gelder für die Schulsozialarbeit ausschöpft. 

Die Fraktionen "Wir für Pirna - Freie Wähler" und "Die Linke" schlugen vor, von dem übrig bleibenden Geld eine Kunsteisbahn im Friedenspark zu betreiben. Das Rathaus war grundsätzlich bereit, zunächst einmalig einen Mietzuschuss von fast 30.000 Euro zu zahlen. Der Betrieb sollte am 1. Dezember starten, das war knapp, aber durchaus machbar. Einen Winter lang sollte die Anlage im Testbetrieb laufen, danach wollte man weitersehen. 

Doch dann schmolz das Projekt dahin, ehe es gefrieren konnte. Der Ordnungs-, Kultur- und Bürgerausschuss stimmte im November 2017 gegen das Projekt, die Gegner kamen aus der CDU, der SPD und von den Pirnaer Bürgerinitiativen. Deren Argumente: Das Projekt sei zu überhastet, zu teuer, die Mittel aus der Schulsozialarbeit sollten lieber direkt in der Jugendarbeit bleiben - und nicht in eine Eisbahn fließen.

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