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Bekommt Pulsnitz ein Parkhaus?

Die Einwohner wünschen sich schon lange mehr Stellflächen in Zentrumsnähe. Jetzt gibt es erste Vorstellungen – aber auch noch Klärungsbedarf.

So könnte das künftige Parkhaus in Pulsnitz an der Dresdener Straße, Ecke August-Bebel-Straße aussehen. Mitarbeiter des Planungsbüros Schubert entwarfen diese Vision.
So könnte das künftige Parkhaus in Pulsnitz an der Dresdener Straße, Ecke August-Bebel-Straße aussehen. Mitarbeiter des Planungsbüros Schubert entwarfen diese Vision. © Planungsbüro Schubert Radeberg

Pulsnitz. Parken in Pulsnitz kann zur Qual werden. Gerade im Zentrum ist die Parkplatznot für Anwohner und Gewerbetreibende ein Dauerthema. Das Defizit an Stellplätzen wird mit über 300 beziffert. Nun geistert schon einige Zeit der Gedanke an ein Parkhaus herum. Das bekommt nun Konturen. Die hat das Planungsbüro Schubert skizziert und die Situation analysiert. Und Klarheit geschaffen, ob das Projekt am Wunschbauplatz möglich ist. Es ist das Areal der Sportstätte Kante an der Dresdner Straße. Die soll dafür weichen, was immer wieder heiß diskutiert wird.. Der ehemalige Gasthof gilt als baufällig. Seit Jahren nutzen zahlreiche Sportvereine das Haus. Sie hatten lange um ihre Sportstätte gekämpft. So haben auch nicht alle – wie die Kegler – eine neue Bleibe gefunden. Bis Ende des Monats muss das Gebäude leer sein. Dann läuft es auf den Abriss hinaus.

Die Stadt hat sich unterdessen bereits ein Nachbargrundstück gesichert, um das Baufeld zu vergrößern, so stehen insgesamt fast 3 000 Quadratmeter zur Verfügung – für das Gebäude und Außenanlagen inklusive Grünstreifen. Die Planer untersuchten Auswirkungen auf den Stadtverkehr, Lärmbelastung, Hochwassergefahren durch die Pulsnitz, baurechtliche Fragen. Von der Bauaufsichtsbehörde gibt es noch keine abschließende Aussage, ob das Vorhaben vor den kritischen Augen standhält.

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Der Bauplatz ist wie ein Tor zum Stadtzentrum. Damit fällt eine Billigvariante aus Stahl und Beton weg. Das hatten die Planer ebenfalls zu beachten und entwickelten eine Vorzugsvariante. Die hat bis zu vier Ebenen, die letzte oben auf dem Dach, vorausgesetzt auch dort oben werde für den entsprechenden Schallschutz gesorgt. Damit wird eine Höhe von elf bis 13 Metern erreicht. Mehr wäre nicht möglich, weil sich das Parkhaus der Umgebung unterordnen soll. So orientiere sich der Baukörper in seiner Größe ungefähr am Gebäude der Sportstätte an. Natürlich könnte die Stadt noch mehr Stellplätze gebrauchen. Wegen der Überschwemmungsgefahr wurde aber bewusst ein Untergeschoss als Tiefgarage ausgeschlossen.

Die favorisierte Variante 2 berge insgesamt weniger Konfliktpotenzial. Während sich Variante 1 am Standort der jetzigen Sportstätte orientiert, würde das Parkhaus in Variante 2 Richtung August-Bebel-Straße rücken und auch etwas größer ausfallen. Die Planer skizzieren ein teiloffenes Parkhaus mit geschlossenen Fassaden zu den Wohnhäusern in der Nachbarschaft. Es soll im Eckbereich von Dresdner-, August-Bebel- und Schulstraße stehen. So würde zugleich Raum für einen Grünzug zur Pulsnitz gewonnen. Damit verbinden sich mehrere Vorteile. Dazu gehört der größere Abstand zu benachbarten Wohnhäusern. Außerdem werde die Verbindung von der Innenstadt zum Schlossteich hergestellt. Die auch jetzt schon vorhandenen Außenstellplätze platzieren die Planer an der Dresdner Straße, der Staatsstraße 95. Dort sollen voraussichtlich auch Ein- und Ausfahrt liegen. Beeinträchtigungen für den fließenden Verkehr auf der Staatsstraße sehen die Planer nicht, etwa durch einen Rückstau vom Parkhaus. Im Parkhaus würden etwa 160 Stellplätze entstehen, außen rund 20 bleiben, maximal etwa 185.

Die Planer rechnen mit Kosten zwischen 2,5 und 3,75 Millionen Euro. Wo bei die Stadt auch auf Fördermittel rechnen kann. Dazu komme der Abriss mit 400.000 Euro. Zwischen 30 und 40 Euro sollte ein Stellplatz im Monat kosten. Damit würde sich Pulsnitz an vergleichbaren Angeboten in der Region orientieren. Die Stadt will in dem Gebäude wohl vor allem Dauerparkern Platz schaffen und nannte auch gleich einige Anwohnerstraßenzüge und Firmen, die dringenden Bedarf hätten. Die Studie soll in einem ersten Schritt zeigen, was machbar ist, bedeute aber nicht, dass jetzt gleich losgebaut werde, so Bürgermeisterin Barbara Lüke.

So ist es wohl noch ein weiter Weg bis zu einer Baugenehmigung. Und es ist noch einiges zu diskutieren bis hin zu Betreibermodellen. So ist auch der Vorschlag für eine Fassadengestaltung aufzufassen. Dort nehmen die Planer mit einer textilen Lösungsvariante auf den traditionellen g des Blaudruck Bezug.

Noch steht die Sportstätte Kante. Doch der Abriss ist wohl beschlossene Sache. Dann könnte hier ein Parkhaus gebaut werden.
Noch steht die Sportstätte Kante. Doch der Abriss ist wohl beschlossene Sache. Dann könnte hier ein Parkhaus gebaut werden. © René Plaul

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