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Preisverdächtiges Kaffeeklatsch-Team

Die Gesprächsreihe aus Riesa ist für eine sachsenweite Auszeichnung nominiert. Es winkt eine durchaus stolze Summe.

Die Kaffeeklatsch-Moderatoren Ursula Schubert, Lothar Gläsel, Christel Wetterich, Volker Thomas und Siegfried Martick (v.l.n.r.)
Die Kaffeeklatsch-Moderatoren Ursula Schubert, Lothar Gläsel, Christel Wetterich, Volker Thomas und Siegfried Martick (v.l.n.r.) © Sebastian Schultz

Riesa. Der Kaffeeklatsch ist schon seit Jahrzehnten eine Institution in Riesa. Nun wird auch die Landespolitik auf die Veranstaltungsreihe aufmerksam. Der Kaffeeklatsch ist eine der Veranstaltungen, die in diesem Jahr für den sächsischen Bürgerpreis nominiert sind. Der wird zum mittlerweile zehnten Mal an Vereine, Personen oder Initiativen vergeben, "die mit ihrem herausragenden Einsatz die Demokratie mit Leben erfüllen, anderen Menschen helfen und sich für die Umwelt, Brauchtum, Traditionen und eine lebendige Erinnerungskultur einsetzen", heißt es von der sächsischen Staatskanzlei.

Akribische Recherche

Am Montag saßen deshalb die Organisatoren aus dem Museumsverein Riesa im Haus am Poppitzer Platz zusammen. Denn offiziell muss noch eine Projektbeschreibung an die sächsische Staatskanzlei geschickt werden. Zuvor hatte Riesas Oberbürgermeister die Idee gehabt, den Kaffeeklatsch für den Bürgerpreis vorzuschlagen.

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 Die Interview-Reihe sei "längst ein echte Institution im Riesaer Kulturleben", erklärt Marco Müller (CDU) den Grund. "Mich beeindruckt immer wieder die Leidenschaft, mit der sich das ganze Team der Organisation dieser hochinteressanten und zugleich unterhaltsamen Reihe widmet." 

Müller verweist auf die akribische Recherche, die das Kaffeeklatsch-Team im Vorfeld betreibt. Im Nominierungsschreiben wird außerdem hervorgehoben, dass der Kaffeeklatsch einen wichtigen Beitrag dabei leiste, Heimatgeschichte zu vermitteln und Zusammenhänge zu erklären - und dabei auch Identität stifte.   

Schäfer, Chefs und Schauspieler

Tatsächlich hatte der Museumsverein in der 27-jährigen Geschichte der Veranstaltung schon so manchen Aspekt des städtischen Lebens beleuchtet. Da war der Riesaer Schäfer ebenso dabei wie der Ölwerks-Chef oder der Leiter des Polizeireviers. 

Der erste Kaffeeklatsch war dabei noch mit zehn Gästen gestartet, wie sich die Organisatoren jüngst bei der Verabschiedung des langjährigen Moderators Lothar Gläsel erinnert hatten. Heute sind es meist 80 bis 100, bei gut besuchten Veranstaltungen auch 150. Das genügt, um mittels des Eintritts die Kosten zu decken, sagt Museums-Leiterin Maritta Prätzel. 

Die Kosten bewegen sich im überschaubaren Bereich - auch, weil die Moderatoren ihre Aufgabe ehrenamtlich erledigen und nur eine geringe Aufwandsentschädigung bekommen. Und, weil die Gesprächspartner keine Gage für ihren Auftritt verlangen - auch nicht für den Promi-Kaffeeklatsch, bei dem etwa schon Gojko Mitic und Jens Weißflog in Riesa gastierten

Viele sehen laut Maritta Prätzel den Auftritt beim Kaffeeklatsch auch als Möglichkeit, für sich zu werben, oder aber als Anerkennung für die eigene Arbeit. Und mancher bedanke sich auch für die Recherche, die der Verein vor jeder Veranstaltung betreibt - etwa zur Geschichte eines vorgestellten Unternehmens. 

Nächste Veranstaltung im Stern

Die 5.000 Euro Prämie für die Kaffeeklatsch-Macher wären also ein echter Bonus. Davon zu träumen, wagt aber erst einmal niemand aus dem Museumsverein. Schließlich sind bisher 99 Initiativen für den Preis vorgeschlagen, von denen in jeder der fünf Kategorien nur eine gewinnen kann. Ob der Kaffeeklatsch dabei ist, entscheidet sich am 14. Oktober. Dann wird in Dresden der Sieger verkündet, den eine Jury aus Vertretern verschiedener Gesellschaftsbereiche gekürt hat. 

Derweil steht Anfang Juli schon der nächste Kaffeeklatsch an. Dann kommt der Chef des THW-Verbands zu Besuch - ausnahmsweise mal nicht ins Museum, sondern in den Stern. Coronabedingt, erklärt Maritta Prätzel: "Dort können wir die Abstandsregeln umsetzen." 

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