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Bekommt Rosenbach bald einen Windpark?

Ein Investor hat sich jetzt in der Gemeinde vorgestellt. Sein Angebot klingt verlockend, aber der Ort diskutiert noch.

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Von Carina Brestrich

An der sogenannten Energiewende führt kein Weg vorbei. Das gilt auch für die Gemeinde Rosenbach, sagt deren Bürgermeister Roland Höhne: „Es ist wichtig, dass man als Gemeinde bei dem Thema erneuerbare Energien nicht sofort auf stur stellt.“ Der Anlass für Höhnes Aussage: In Rosenbach könnte bald ein Windpark errichtet werden. Zumindest hat jetzt eine brandenburgische Firma Gespräche mit der Gemeinde aufgenommen. Die Energiequelle GmbH aus Zossen sieht Rosenbach als günstigen Standort für Windräder. SZ erklärt, wie die Chancen für einen Bau stehen und was ein Windpark der Gemeinde bringen würde.

Wo könnten die Windräder

in Rosenbach stehen?

Untersuchungen der Firma haben ergeben, dass maximal sieben Windräder mit einer Gesamtleistung von 21 Megawatt pro Jahr in Rosenbach aufgestellt werden können. Als Standort würde, so Roland Höhne, eine 63 Hektar große Fläche südlich vom Ortsteil Herwigsdorf infrage kommen. Der Abstand der Windräder zum letzten Haus in Herwigsdorf betrüge einen Kilometer. Er wäre damit sogar größer als erforderlich, so Roland Höhne. Außerdem könne noch vergleichsweise viel Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. „Nur etwa ein dreiviertel Hektar ist dann nicht mehr zu bewirtschaften“, so Roland Höhne.

Was würde der Windpark

für die Gemeinde bringen?

Sollte ein Vertrag mit dem Investor abgeschlossen werden, so wird er eine Laufzeit von 20 Jahren haben. Innerhalb dieser Zeit würde der Investor, so sein Angebot, jährlich einen fünfstelligen Betrag für soziale und kulturelle Zwecke der Gemeinde überlassen, etwa für die Vereinsarbeit oder soziale Einrichtungen. Roland Höhne findet das gut. Er spekuliere weniger auf die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Ihm ist wichtig ist, dass die ganze Gemeinde etwas von einem Windpark hätte und nicht nur die Eigentümer der Flächen, auf denen die Windräder stehen. Im Vertrag festgelegt wäre außerdem, dass die Windräder nach Ende der Laufzeit auf Kosten der Firma abgebaut werden und für die Gemeinde so keine finanziellen Nachteile entstehen.

Warum sind Windräder in Rosenbach gerade jetzt ein Thema?

Hintergrund ist das kürzlich verabschiedete Energiekonzept des Freistaats. Es sieht vor, die Energiegewinnung über die Windkraft weiter auszubauen, also weitere Windräder aufzustellen. Welche Flächen dafür infrage kommen, legt der sogenannte Regionalplan fest. Dieser kann erst erarbeitet werden, wenn der Landesentwicklungsplan beschlossen ist. Dennoch sind Windinvestoren schon vor der offiziellen Bekanntgabe von möglichen Standorten unterwegs, um die Gunst der Bürger zu werben und sich Flächen zu sichern, so auch jetzt in Rosenbach.

Wann würden die Windräder

gebaut werden?

Bürgermeister Höhne schätzt, das Windräder – wenn überhaupt – frühestens in zwei, drei Jahren gebaut werden könnten. Voraussetzung ist der fortgeführte Regionalplan, der die Flächen für Windräder ausweist. Mit der Erarbeitung des Plans wird wahrscheinlich im Sommer begonnen. „Wir werden die vorgeschriebenen vier Jahre auch brauchen, um den Regionalplan fortzuschreiben“, sagt Jörg Weichler vom Regionalen Planungsverband Oberlausitz-Niederschlesien. Windkraftflächen stehen demzufolge also sogar frühestens 2017 fest.

Was sagen die Rosenbacher

zu den Ideen?

Roland Höhne betont, dass keine Verträge abgeschlossen wurden und es sich lediglich um Überlegungen handle. Dennoch möchte er die Bürger von Anfang an in die Diskussionen einbeziehen. Deshalb gab es vor kurzem eine Einwohnerversammlung, in der der Investor seine Pläne vorstellte. Mit rund 70 Rosenbachern war die Beteiligung sehr groß, sagt Roland Höhne. Es habe sich an dem Abend zwar nicht eindeutig gezeigt, ob die Bewohner eine Windpark befürworten würden oder nicht. Dennoch seien viele Fragen gekommen, etwa wie es um die Lärmbelästigung aussieht. „Wir würden nach den Plänen trotzdem die Voraussetzungen eines Erholungsgebietes erfüllen“, sagt Höhne. Der Bürgermeister ist sich auch bewusst, dass Windräder nicht gerade die Landschaft verschönern. „Aber wir alle wollen kostengünstigen, sauberen Strom. Dafür sind manchmal auch Entbehrungen nötig.“