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Bekommt Stolpens Jugend ehemaliges Heim als Treff?

Freizeitangebote sind derzeit Mangelware.Räume dafür gibt es genug, nur ein Anbieter fehlt.

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Von Anja Weber

Das Kinder- und Familienzentrum Quodlibet in Stolpen ist geschlossen. Ein Nachfolger, der die Einrichtung betreibt, hat sich nicht gefunden. Seitdem sucht die Stadt nach einem Verein oder einer Organisation, die die Kinder- und Familienbetreuung in Stolpen wieder übernimmt. Der Standort ist noch offen.

Es gibt nur den Jugendklub

Unterdessen sind die Räume des Quodlibet im Stadtgemeindezentrum verwaist, sollen möglicherweise abgerissen werden, wenn eben diese Gebäudeteile nicht mehr gebraucht werden. Einige Stolpener fragen sich jetzt: Ist damit auch die Kinder- und Familienbetreuung in der Burgstadt komplett gestorben?

Es gibt zwar einen Jugendklub, doch weitere Angebote fehlen. Das finden Schüler wie Madeleine Werner nicht gut. Sie war mehrmals Gast im Quodlibet. Vor allem die kreativen Nachmittage hätten ihr gut gefallen. Auch interessante Vorträge habe das Zentrum angeboten. Doch jetzt ist da eine Lücke entstanden. Sie findet, dass sich derzeit niemand so richtig um die jüngere Generation in Stolpen kümmert. Sie hat sich deshalb auch einer kleinen Clique angeschlossen, die sich immer mal in einem anderen Haus trifft. Doch so richtig wohl fühlt sie sich nicht. Zudem kritisiert sie, dass auch der Stadtrat bislang das Thema der künftigen Kinder-, Jugend- und Familienbetreuung nicht mehr beleuchtet hat. Öffentlich darüber diskutiert wurde letztmalig im November 2010. da gab es noch Hoffnung, dass sich mit dem Arbeiter-Samariter-Bund, Ortsverband Neustadt, ein neuer Träger findet, der in Stolpen Veranstaltungen für alle Altersgruppen, vom Kind bis zum Senior, anbietet. Als der Landkreis die Jugendarbeit neu geregelt hat, hatte sich der ASB darum beworben, als freier Träger die Betreuung für Stolpen komplett mit zu übernehmen. Die Idee ging nicht auf.

Der Jugendhilfeausschuss gründete für die Jugendarbeit Planungsregionen, zu der neben Stolpen auch Neustadt und Dürrröhrsdorf-Dittersbach gehören. Die freien Träger müssen ihre Arbeit demnach auch innerhalb dieser Region einteilen, da sie nicht mehr Zuschüsse vom Landkreis erhalten. Nach dem Beschluss des Jugendhilfeausschusses erhielt der ASB zwei Personalstellen und der Jugendring eine. „Genau das ist unser Problem. Der Zuschuss des Kreises reicht nicht, um eine Betreuung für die Kinder und Jugendlichen abzusichern“, sagt Stolpens Bürgermeister Uwe Steglich (FDP). Für den Standort Stolpen und auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung sei ein Familienzentrum in der Region sehr wichtig. Sein Wunsch sei es gewesen und sei es immer noch, das ehemalige Jugendheim dafür zu nutzen. „Leider ist es mir nicht gelungen, dafür einen leistungsfähigen Träger zu finden“, bedauert der Bürgermeister. Ideen gibt es nach wie vor, nur die Finanzierung einer derartigen Einrichtung sei problematisch. In diesem Jahr müsse es jedoch eine Entscheidung dafür geben. Er will deshalb im Februar erneut mit dem ASB darüber sprechen.