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Beratungen zur S 177 verzögern sich

Für den Abschnitt von Eschdorf nach Wünschendorf soll es bald Baurecht geben. Weiter nördlich sieht es dagegen anders aus.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel und Katarina Gust

Wünschendorf/Leppersdorf. Dass die S 177 kommt, steht außer Frage, nur wann die Schnellstraße zwischen Pirna und der Autobahn A 4 durchgängig fertig wird, ist offen. Im Moment hakt das millionenschwere Projekt in Leppersdorf. Der etappenweise Ausbau ist von Pirna bis Bonnewitz bereits realisiert. Derzeit werden die nächsten Schritte für die Ortsumfahrung Wünschendorf/Eschdorf eingeleitet. Hier steht der Planfeststellungsbeschluss kurz bevor – es herrscht dann also rein formal Baurecht. Für die Wünschendorfer sind das gute Neuigkeiten. Die Anlieger entlang der alten Staatsstraße, die durch den Ort führt, leiden unter dem Verkehrsaufkommen. Sie fordern, dass so schnell wie möglich weitergebaut wird. Bonnewitz ist bereits von Durchgangsverkehr befreit, Wünschendorf soll nun folgen.

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Ganz so weit sind die Planungen weiter nördlich noch nicht. In Leppersdorf verzögern sich die Beratungen. Noch vor Weihnachten sollte ein sogenannter Erörterungstermin zu Hinweisen und Anregungen der Einwohner, der Gemeinde und von Vereinen stattfinden. Dazu kam es nicht und ein neuer Termin steht noch nicht fest, sagte Ingolf Ulrich, stellvertretender Sprecher der Landesdirektion Sachsen. Die Landesdirektion ist die oberste Aufsichtsbehörde. „Wir warten noch auf Unterlagen vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv)“, sagt Ulrich. Insbesondere sollen noch kleinere Planänderungen übermittelt werden. Laut seinen Aussagen sollen sie noch diese Woche bei der Landesdirektion eintreffen. „Anschließend werden die Änderungen den Betroffenen mitgeteilt und erst dann wird ein Erörterungstermin organisiert“. Eine Prognose, wann es so weit sein könnte, will der Behördenmitarbeiter nicht abgeben.

Einwohner von Leppersdorf hatten Kritikpunkte zum Bau der Schnellstraße aufgelistet, auch Naturschützer, Landwirte oder Vereine schrieben ihre Bedenken und Wünsche auf. Die Gemeinde hatte ihre Stellungnahme gegenüber einer ersten abgemildert und auf eine Lärmschutzwand verzichtet. Einer abgespeckten Variante beim Hochwasserschutz stimmte der Gemeinderat ebenfalls zu, auch die ursprünglich geforderten Radwege sind aus den Planungen zur Schnellstraße herausgenommen worden. Mit diesen Änderungen waren die Wachauer den Planern entgegengekommen. „Uns wurde von der Landesdirektion mitgeteilt, diese Wünsche gehen zu weit. Wenn sie aufrechterhalten werden, würde das Planungsverfahren neu aufgerollt und um Jahre verzögert“, sagte Wachaus Bürgermeister Veit Künzelmann.

Dass jetzt der Erörterungstermin noch nicht festgelegt ist, verärgert die Wachauer. „Seit Jahren werden wir vertröstet. Die Terminverlegung ist sehr ärgerlich“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Stefan Cyriax (CDU). Vor zwei Jahren hatte es zum gleichen Thema bereits in Leppersdorf einen Erörterungstermin gegeben. Kurz darauf wurde das Verfahren gestoppt. Zwölf Fledermausarten hatten Gutachter an der geplanten Trasse entdeckt. Zum Schutz der Tiere musste eine 100 Meter lange Brücke geplant werden. Fledermäuse können darunter hindurch fliegen und sind nicht durch Autos gefährdet. Außerdem wurden Amphibien gefunden. Auch sie werden durch die Brücke geschützt. Die Pläne mussten entsprechend geändert werden, was zu den Verzögerungen führte.

Sollte bei den jetzigen Planungen alles ohne Komplikationen laufen, könnte 2017 Baubeginn sein. Zuvor müssten die Aufträge europaweit ausgeschrieben werden. Mit einer Fertigstellung wird nicht vor 2020 gerechnet. Die Baukosten betragen 35 bis 40 Millionen Euro.