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Bereit für den Schulstart

In der Bruno-Bürgel-Oberschule in Weißwasser freut man sich darauf – trotz Maskengebot und anderer Regeln.

Noch sind die Klassenzimmer in der Bruno-Bürgel-Oberschule in Weißwasser leer. Schulleiter Dieter Nieter freut sich auf seine Schüler am Montag. Trotz der Corona-Vorgaben. Von Mai bis zum Schuljahresende hatte sein Lehrerkollegium den Schulbetrieb nahe
Noch sind die Klassenzimmer in der Bruno-Bürgel-Oberschule in Weißwasser leer. Schulleiter Dieter Nieter freut sich auf seine Schüler am Montag. Trotz der Corona-Vorgaben. Von Mai bis zum Schuljahresende hatte sein Lehrerkollegium den Schulbetrieb nahe © Joachim Rehle

Drei neue fünfte Klassen werden am Montag in die Bruno-Bürgel-Oberschule Weißwasser aufgenommen. Schulleiter Dieter Nieter freut sich auf die 72 Mädchen und Jungen. Die Neuankömmlinge werden die ersten zwei Tage mit ihren Klassenlehrern verbringen und viele neue Eindrücke gewinnen. Die anderen Klassen erhalten am ersten Schultag ihre Stundenpläne, Lehrbücher und andere Lernmaterialien. Sie werden belehrt und über den Ablauf des Schuljahres informiert. Ganz so, wie es zu jedem Schuljahresbeginn üblich ist.

Doch diesmal ist es anders. Wegen der Corona-Pandemie gelten in Schulen besondere Umstände. Und dennoch hat der Freistaat Sachsen einen uneingeschränkten Regelbetrieb angekündigt. Das schließt Hygienevorgaben ein. Wie das Maskengebot. Die Schüler der Bruno-Bürgel-Oberschule haben in den Pausen, auf den Fluren und im Schulgelände Masken zu tragen. „Dabei geht es nicht um den permanenten Selbstschutz, sondern um die Rücksicht auf andere“, erklärt Dieter Nieter. Auf die den Schulen freigestellte Möglichkeit, die Masken im Unterricht zu tragen, verzichtet er.

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In einem Elternbrief hatte der Schulleiter über Hygienemaßnahmen informiert. Es gibt zwei Eingänge, dazu separate Pausenbereiche für die Klassenstufen 5 bis 7 sowie 8 bis 10 und jede Menge Desinfektionsstationen. Letzteres ist Schülern und Lehrern der Bürgel-Oberschule längst in Fleisch und Blut übergegangen. Desinfektion ist in ihrem Haus nicht erst seit Corona ein Thema. Angesichts einer einst grassierenden Magen-Darm-Infektion habe man die vor Jahren eingeführt und auf die Abwehr bakterieller und viraler Erreger umgestellt. Seit über zehn Jahren sei dies Standard. Insofern sehe er darin keine große Herausforderung. Ohnehin galten die Vorschriften bereits im zweiten Schulhalbjahr.

Wohl einmalig: durchgehender Unterricht für alle

Trotz Corona hielt die Bruno-Bürgel-Oberschule in Weißwasser seit Mai den Schulrhythmus für alle 400 Schüler aufrecht. „Ich kenne keine andere Schule, die das ebenfalls gemacht hat“, so Dieter Nieter. Bis auf Kunst, Musik und Sport wurden alle Fächer fast in vollem Umfang unterrichtet. Der Schulleiter spricht von einem „planungstechnischen Kunststück“, jeder Tag sei neu zu organisieren gewesen. Da wegen Corona nur Gruppenarbeit erlaubt war und dafür erheblich mehr Lehrkräfte gebraucht wurden, musste beispielsweise ein Physiklehrer Kollegen, die sonst Deutsch oder Ethik unterrichten, detailliert in den Physik-Stoff für den nächsten Tag einweisen.

Das sei „heftig und kräftezehrend“ gewesen. Dennoch hätten es alle Lehrer mitgetragen. Aus Überzeugung und im Hinblick auf einen psychologischen Effekt. „Wir können viel mit Digitalisierung machen, sie wird aber nie den persönlichen Kontakt ersetzen, der Schüler untereinander wie auch zwischen Schülern und Lehrern“, erklärt Dieter Nieter. „Es ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis, sich mit anderen auszutauschen, und das ist definitiv nicht ersetzbar“, fügt er an. Die Kinder seien statt sieben nur vier Stunden in der Schule gewesen, aber selbst das habe die Familien entlastet und dazu beigetragen, dass auch in Corona-Zeiten 98 Prozent der Schüler den Abschluss schafften. Die Erwartungshaltung, dass Eltern an die Stelle der Lehrer treten könnten, hält Nieter „für völlig überzogen.“ Nicht wegen der Frage, ob sie im naturwissenschaftlichen Stoff mit ihren Kindern mithalten können, sondern weil, wenn diese permanent zu Hause sind, die Beschäftigung mit Schulaufgaben bei berufstätigen Eltern erst abends oder am Wochenende stattfindet und so das Familienleben stark eingeschränkt wird. Das sollte man nicht unterschätzen.

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Das neue Schuljahr soll nicht anfangen, wie das alte aufgehört hat. Ganz ohne Corona-Einschränkungen geht es aber nicht.

Um sich unter Corona-Bedingungen voll auf den Unterricht konzentrieren zu können, wird der außerschulische Bereich im Schuljahr 2020/21 an der Bürgel-Oberschule erheblich reduziert. Das betrifft Schulpartnerschaften, Gedenktage in Auschwitz, Anti-Drogen-Projekte mit der Polizei und auch Schulfahrten. Dennoch freue man sich auf das neue Schuljahr, welches ohne personelle Engpässe beginnt.
In dieser Woche war zwar die Schulleitung im Haus, eine festgezurrte Vorbereitungswoche für das gesamte Kollegium gab es aber nicht. Man habe sich bereits Ende des alten Schuljahres auf das neue eingestellt. Treffs in den Fachschaften organisierten die Lehrer selbst. Und umzuräumen war nicht allzu viel. Lediglich die Aula sei jetzt anders bestückt, da mit Schulbeginn die Essenversorgung wieder erlaubt ist.

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