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Bereit für die Forststeig-Bezwinger

Die über 100 Kilometer lange Trekkingroute ist wieder geöffnet – trotz enormer Sturmschäden im Wald.

Kerstin Rödiger vom Forstbezirk Neustadt öffnet die abgelegene Haselmausbaude bei Cunnersdorf für die Forststeig-Wanderer.
Kerstin Rödiger vom Forstbezirk Neustadt öffnet die abgelegene Haselmausbaude bei Cunnersdorf für die Forststeig-Wanderer. © Norbert Millauer

Idyllisch liegt sie da, versteckt im Wald, fernab von Autoverkehr und Siedlungen: die Haselmausbaude bei Cunnersdorf. Die Trekkinghütte ist Teil des Forststeigs Elbsandstein, der bis Freitag in der Winterpause steckte. Seit diesem Wochenende können sich geübte Wanderer nun wieder auf 110 Kilometern durch den linkelbischen Teil der Sächsischen Schweiz wagen und in einer der Trekkinghütten übernachten oder an einem Biwakplatz zelten.

Es ist die inzwischen zweite Forststeig-Saison. Und sie soll mindestens genauso erfolgreich werden wie die erste. Darauf hofft Uwe Borrmeister, Leiter des Forstbezirkes Neustadt. Und das, obwohl Sturm „Eberhard“ vor drei Wochen für massive Schäden in den Wäldern gesorgt hat. Für den Forstbezirk Neustadt sei der Sturm das schlimmste Ereignis der letzten Jahrzehnte gewesen, wie Borrmeister es formuliert. 

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Feuerholz für den Ofen und Brauchwasser gibt es an der Hütte.
Feuerholz für den Ofen und Brauchwasser gibt es an der Hütte. © Norbert Millauer

Er rechnet mit rund 80 000 Kubikmetern kaputtem Holz, dazu zählen umgestürzte Bäume und abgebrochene Baumteile. Diese blockierten auch Pfade am Forststeig. Freiwillige Helfer und die Revierförster sind die gesamte Route vor dem Saisonstart noch einmal abgegangen und haben viele Stellen beräumt. „Wir konnten aber nicht jeden Baum beiseiteschieben“, sagt Borrmeister. Wanderer müssen deshalb ab und an über Stämme steigen. „Auf Trekkingtouren ist das aber nicht ungewöhnlich“, weiß der Forstbezirksleiter.

Trekkinghütte bleibt vorerst geschlossen

Zwei Bereiche, in denen Sturm „Eberhard“ besonders stark gewütet hat, mussten bis auf Weiteres gesperrt werden. Betroffen ist die Trekkinghütte Willys Ruh östlich von Rosenthal. Sie soll Ostern wieder genutzt werden können. Die Zeit bis dahin werde genutzt, um die Sturmschäden zu beseitigen. Nahe der Trekkinghütte ist ein sogenannter Seilbagger im Einsatz. Er kann in einem Radius von 100 Metern umgekippte Bäume aus dem Wald ziehen. Wegen des Einsatzes ist der Zugang zur Trekkinghütte gesperrt. Gleiches gilt für den Bereich des Forststeigs zwischen dem Hartenstein und der Johanniswacht nahe der Ottomühle im Bielatal. Dort wurde eine Umleitung eingerichtet, die ausgeschildert ist.

Forstwirtin Marie Ahnert sorgt für eine bessere Beschilderung.
Forstwirtin Marie Ahnert sorgt für eine bessere Beschilderung. © Norbert Millauer

 Wanderer sollten auch in den nächsten Wochen vorsichtig im Wald unterwegs sein. Denn es gelte weiter die Warnung: Begehen auf eigene Gefahr.

Uwe Borrmeister ist dennoch optimistisch, dass die zweite Forststeigsaison ein Erfolg wird. In der ersten Saison, die von April bis Oktober dauerte, haben etwa 2 800 Wanderer am Forststeig übernachtet. Etwa die Hälfte stammt nicht aus der Region. Das Wandererlebnis Forststeig strahlt also aus. Damit der Trekkingpfad, der sich über 13 Tafelberge in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz schlängelt, noch bekannter wird, wurden 20 000 Flyer und 10 000 Broschüren gedruckt.

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Darin enthalten ist auch ein neuer Verhaltenskodex. Denn wer den Forststeig bezwingen will, muss sich an bestimmte Regeln halten. Zum Beispiel, dass Feuer im Wald generell verboten ist, Kochen nur an Kochstellen erlaubt ist und nur in den Trekkinghütten oder an den Biwakplätzen übernachtet werden darf. „Je mehr Besucher wir registrieren, desto wichtiger sind diese Regeln“, sagt Borrmeister. Man wolle die Forststeig-Wanderer sensibilisieren. Gerade im Hinblick auf die zahlreichen Waldbrände, die im vergangenen Jahr in der Sächsischen Schweiz registriert wurden. An den Biwakplätzen gibt es neuerdings Holzbänke und einen Tisch, in den eine Metallplatte versenkt ist. Auf dieser darf mit Gaskochern gekocht werden.

„Wir haben viel Vertrauen in die Wanderer“, sagt der Forstbezirksleiter. Dennoch halte sich nicht jeder an die Regeln – oft aus Unwissenheit. Deshalb sei der Kodex entwickelt worden.

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