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Bergfest im Stift

Heidenau/Dohna. Der Johanniter-Orden feiert Halbzeit beim Umbau des einstigen Krankenhauses.

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Von Thomas Möckel

Frank Radke vergleicht das Gewimmel in der Umbruchphase gern mit einem straff organisierten Tierstaat: „Wie in einem Ameisenhaufen“, sagt der Geschäftsführer der Johanniter-Krankenhaus Dohna-Heidenau GmbH, „tummeln sich derzeit die Handwerker in unserem Haus.“ Seit 2004 lässt der Bauherr das ehemalige Krankenhaus Heidenau zu einem Pflegeheim, dem künftigen Johanniter-Stift Dohna-Heidenau, umrüsten. Mitte 2006 will Radke die Seniorenherberge eröffnen.

Inzwischen ist beim Umbau die Halbzeit erreicht, heute feiern die Betreiber Bergfest. Fachleute erledigten bislang die Hälfte der Arbeiten für das neue Haus. Um das Gebäude umzurüsten, sind insgesamt rund 5,2 Millionen Euro veranschlagt.

Handwerker formten bereits kräftig am künftigen Antlitz der ehemaligen Klinik: Sie zimmerten neue Gauben ins Dach und legten alte Loggien wieder frei. Die Veranden in Richtung Beethovenstraße, einst unzugänglich, werden wiederbelebt. „Die Pflegeheimbewohner“, sagt Radke, „sollen dort künftig wie auf einem großen Balkon sitzen und in den schönen Park blicken.“

Eine Abrissfirma legte derweil verschiedene Decken frei. Weil die Experten dabei geschickt vorgingen, stürzten keine tragenden Elemente ein. Die Sorge über die Statik des Hauses erwies sich sowieso als unbegründet: Gutachter bescheinigten dem 1902 vom Johanniter-Orden errichteten Bauwerk eine solide Substanz.

Zurzeit werkeln in dem Gebäude Roh- und Trockenbauer sowie Elektro- und Sanitärfachleute, um dem Bauwerk die Krankenhausatmosphäre zu nehmen. Sie unterbrechen lange Flure und richten Gemeinschaftsräume ein. Nichts soll an ein Massenquartier erinnern: Im Haus entstehen 90 Pflegeplätze, davon 70 in Einzelzimmern. Jedem Bewohner stehen 54 Quadratmeter zur Verfügung, auf denen er sich individuell einrichten kann. Zusätzlich ist auf jeder Etage Platz für Ergotherapie und Gruppenarbeit. 50 Mitarbeiter will Radke künftig in dem Heim beschäftigen. „Wir sind guter Dinge“, sagt er, „dass das Haus bald in neuem Glanz erstrahlt.“ Lediglich die Nebengebäude ereilt ein unwiderrufliches Schicksal: Die alten Garagen, die Werkstatt und die Laborbaracke werden abgerissen.