merken
PLUS

Sport

Riesige Erwartungen an Mini-Olympia in Berlin

In zehn Sportarten werden am Wochenende die deutschen Meister gekürt. "Die Finals" sind auch ein TV-Marathon. Aber was muss man sehen?

Im Olympiastadion tragen die Leichtathleten ihre Titelkämpfe aus
Im Olympiastadion tragen die Leichtathleten ihre Titelkämpfe aus © Eibner

Von Nikolaj Stobbe

Berlin. Zehn Sportarten stundenlang im TV, gute Besucherzahlen und spektakuläre Bilder aus Berlin: Das neue Format "Die Finals" am Wochenende mit zehn deutschen Meisterschaften soll zu einer Erfolgsstory werden und könnte in den nächsten Jahren seine Fortsetzung erleben. Selten wurde ein Sport-Event mit so vielen Vorschusslorbeeren bedacht.

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

"Die Finals sind ein schönes Beispiel dafür, was möglich wird, wenn die Kräfte in Sportdeutschland verbandsübergreifend gebündelt werden", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann und reihte sich in die große Jubelschar ein. ARD und ZDF, neben dem Berliner Senat Mitinitiatoren von Mini-Olympia an der Spree, denken auch über eine Fortsetzung in den nächsten Jahren nach. "Wir sind gerade dabei, das zu eruieren. Es ist nicht darauf angelegt, nur einmalig stattzufinden. Dafür wäre der Aufwand zu groß", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky.

Doch entscheidend wird sein, wie die Einschaltquoten am Wochenende im TV ausfallen. Das Erste überträgt Samstag ab 10 Uhr, das Zweite Sonntag ab 10.15 Uhr - insgesamt 20 Stunden lang. Wie bei Olympia wechselt das Programm ständig zwischen den Sportarten Leichtathletik, Schwimmen, Bahnradfahren, Turnen, Kanu, Boxen, Fünfkampf, Trial, Bogenschießen und Triathlon.

Gut 3.300 Athleten kämpfen um 202 Titel. Zu den Höhepunkten gehören die Starts von Sprint-Star Gina Lückenkemper über 100 m, von Schwimm-Weltmeister Florian Wellbrock über 1500 m sowie der Auftritt von Ironman-Sieger Patrick Lange im Triathlon. Gespannt darf man auch auf die Rennsport-Kanuten um den dreimaligen Olympiasieger Sebastian Brendel sein, von deren Rennen auf der Spree vor der Oberbaumbrücke und East-Side-Gallery tolle TV-Bilder erwartet werden.

Einige Sportarten rechnen mit ungewohnt hohen Besucherzahlen. So sind die Tickets für die Schwimmwettbewerbe im Europapark für Samstag und Sonntag schon vergriffen, die Boxer planen im Kuppelsaal auf dem Olympiagelände mit einem vollen Haus. Auf dem Olympiagelände finden auch Triathlon, Fünfkampf und Bogenschießen statt. Zeitgleich gibt es dort ein Familiensportfest, das in den letzten Jahren bis zu 80.000 Besucher anlockte.

Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. So sind die sportlichen Erwartungen der Schwimmer um Weltmeister Wellbrock eine Woche nach dem Saisonhöhepunkt bei der WM in Gwangju/Südkorea gering. "Die Zeiten, die dort geschwommen werden, sind vollkommen irrelevant", sagte Teamchef Bernd Berkhahn.

Für die Schwimmer könnte auch eine Teilnahme an den Finals im nächsten Jahr schwierig werden. Die DM ist bereits für die erste Mai-Woche fest in Berlin terminiert und im Vorfeld der Olympischen Spiele von Tokio (24. Juli bis 9. August 2020) ein wichtiger Wettbewerb. Ein Ausweichen zu Gunsten eines anderen Termins für "Die Finals" ist nicht möglich.

Balkausky hatte aber auch angedeutet, dass es bei künftigen Finals immer mal wieder zu Wechseln von Sportarten kommen könnte. (sid)


Diese zehn Höhepunkte sollten Sportfans nicht verpassen

Ein Uralt-Rekord winkt der Turn-Allrounderin

Elisabeth Seitz hat ein Date mit der Geschichte. 21 nationale Titel hat sie bereits, bei 22 steht der 56 Jahre alten Rekord von Ingrid Först, die zwischen 1953 und 1963 ebenso viele Titel in der DDR erkämpfte. Verteidigt Seitz ihre Meistertitel im Mehrkampf am Samstag und am Stufenbarren am Sonntag in der Max-Schmeling-Halle erfolgreich, hat sie die historische Marke geknackt. Das gäbe der 25-Jährigen Rückenwind für die WM in ihrer Heimatstadt Stuttgart Anfang Oktober. Sa., 16.30 Uhr ARD; So., 15 Uhr ZDF

Die Sprintkönige von der blauen Bahn

Sie ist das neue Gesicht der deutschen Leichtathletik, doch ein Spaziergang werden die Finals für Gina Lückenkemper nicht. Die Vize-Europameisterin von Berlin hat in Staffel-Kollegin Tatjana Pinto über 100 Meter eine starke Gegnerin, mit 11,21 Sekunden momentan sogar Nummer eins in Deutschland. Auch Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo sprintet mit. Das Rennen ist ein wichtiger Gradmesser auf dem Weg zur WM in Doha. Bei den Männern will sich Julian Reus, der von 2013 bis 2017 nicht zu schlagen war, den Titel zurückerobern. Sa., 19.30 ARD, Männer; 19.45 Uhr, Frauen

Weltmeister am Wannsee

Wie alle anderen Starter wird Patrick Lange im Strandbad Wannsee ins Wasser springen. Doch für den zweimaligen Ironman-Weltmeister ist die deutsche Meisterschaft eher ein PR-Auftritt. Über 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen dürfte der Ironman keine Chance auf den deutschen Titel haben. So., 10.15 Uhr, ARD

Ohne Sattel über Hindernisse

Sie fragen sich, was „Trial“ ist? Dann ist der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark die richtige Adresse für geradezu artistische Momente. Das Prinzip ist schnell erklärt: Die Athleten versuchen, auf einem speziellen Fahrrad einen festgelegten Hindernis-Parcours in zwei Minuten möglichst fehlerfrei zu absolvieren. So, 14.25 Uhr, ZDF

Kanu an der Oberbaumbrücke

Stars wie der dreimalige Olympiasieger Sebastian Brendel und die Dresdnerin Steffi Kriegerstein begeben sich auf ungewohntes Terrain. Um das Publikum zu locken, wird ein neues Format ausprobiert. Auf einer 160 m langen Strecke messen sich die Athleten auf der Spree vor der Oberbaumbrücke und East Side Gallery im Parallelsprint. So. 11.40 Uhr, ZDF

Um 50 Titel im Velodrom

Es ist die Generalprobe. Im Februar 2020 findet die WM im Velodrom statt. Der Bahnradsport lebt von seiner Vielseitigkeit, insgesamt gibt es 50 nationale Titel zu vergeben. Bei den Finals kämpfen die schnellsten Fahrer wie Europameister Stefan Bötticher im Keirin und Sprint um Medaillen. Sa. 14.10 Uhr, ARD, Sprint Männer

Schaulaufen der Schwimmer

Für Florian Wellbrock wird der Besuch in der Hauptstadt zum großen Schaulaufen. Der zweifache Weltmeister tritt auf seiner Goldstrecke über 1500 m Freistil an, auch für die 800 m am Freitag ist er gemeldet. Sarah Köhler, Wellbrocks Freundin und Vize-Weltmeisterin über 1500 m, startet über die gleichen Strecken. Sa. 15.20 Uhr ARD, 1500 m

Die drei Musketiere

Wenn am Sonntag im Olympiastadion die Speere fliegen, könnte man meinen, eine WM stünde an. Mit Titelverteidiger Andreas Hofmann, Olympiasieger und Europameister Thomas Röhler sowie Weltmeister Johannes Vetter liefern sich drei der besten Speerwerfer der Welt einen Privatwettkampf – Ausgang völlig offen. So., 17.20 Uhr, ZDF

Ruhe gefragt bei Unruh

Die Symbiose aus Konzentration, Koordination und Kraft hat sie wie kaum eine andere deutsche Bogenschützin perfektioniert. Alle Augen richten sich auf Lisa Unruh. Die Olympiazweite von Rio geht als Titelverteidigerin, Lokalmatadorin und große Favoritin an den Start. Geschossen wird auf dem Olympischen Platz. TV-Tipp: Sa., 13 Uhr Finals.

Fäuste fliegen im Kuppelsaal

Der Jahreszeitpunkt ist ungewohnt. Normalerweise tragen die Boxer ihre deutschen Meisterschaften im Winter aus. Zudem werden die Frauen und Männer erstmals am selben Wochenende um die Titel kämpfen. Bereits seit Mittwoch duellieren sich die Faustfechter im Kuppelsaal im Haus des Deutschen Sports im Olympiapark. Sa., 16 Uhr, ARD

1 / 10