merken
PLUS

Großenhain

Berliner lieben das Märchenschloss

20 Reisebusse aus der Hauptstadt haben Schloss Schönfeld in diesem Jahr als Ziel. Was macht diese Tagesfahrten so reizvoll?

Britta Teichmann (2.v.r.) vom Förderverein erklärt Gästen aus Berlin im Herrenzimmer des Schlosses die kunstvolle Holzdecke. Die Kaffeetafel ist auch schon gedeckt.
Britta Teichmann (2.v.r.) vom Förderverein erklärt Gästen aus Berlin im Herrenzimmer des Schlosses die kunstvolle Holzdecke. Die Kaffeetafel ist auch schon gedeckt. ©  Kristin Richter

Schönfeld. Wenn Barbara, Sieglinde, Renate und Monika nicht gerade zusammen turnen, gehen sie gern auf Reisen. Die rüstigen Damen Ü 70 von der Seniorensportgruppe aus Berlin-Lichtenberg entdecken gern Neues. Schloss Schönfeld ist für sie eine ganz besondere Überraschung. „Dass uns so etwas Schönes erwartet, haben wir uns eigentlich gar nicht vorgestellt“, sagen die froh gelaunten Hauptstädterinnen. Besonders ergriffen sind sie, als sie hören, wie das Anwesen nach der Wende mühsam aus seinem Dornröschenschlaf gerissen wurde.

„Laußnitzer Backhuhnschmaus“ heißt die Tagesfahrt, die insgesamt 42 Gäste aus Berlin mit dem Reisebüro Wörlitz Tourist unternehmen. 65 Euro haben sie dafür bezahlt, und besagtes Backhuhn gab es zu Mittag im Laußnitzer Hof. Doch der Besuch von Schönfeld, der als „Märchenschloss“ angekündigt ist, übererfüllt die Erwartungen der überwiegend älteren Busgesellschaft. „Er ist der eigentliche Höhepunkt der Reise und soll im Katalog des nächsten Jahres auch als Titel herausgestellt werden“, sagt Anke Schmalz, die Reiseleiterin.

PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Für die einstige Architektin weckt Schönfeld Assoziationen zum Schloss Schwerin oder zu Wernigerode. „Alles typisch 19. Jahrhundert“, so die Reiseleiterin. Insgesamt acht Mal sind Tagesfahrten von Wörlitz Tours in diesem Jahr nach Schönfeld mit Schlossführung und Kaffeetrinken im Programm. Und es geht – wie gesagt – auch 2020 weiter. In dem Reisebüro sei man froh, durch das Schild an der Autobahn A 13 auf Schloss Schönfeld gestoßen zu sein. „Wir suchen ja immer wieder neue Ziele“, so Anke Schmalz. Das Areal sei in Berlin weitgehend unbekannt. Umso überraschter und begeisterter sind die Gäste, wenn sie auf den Schlosshof kommen.

Für den hiesigen Förderverein stellen die Reisegesellschaften eine feste Planungsgröße im Jahresprogramm dar. Neben Wörlitz Touristik haben auch Susannas Landpartie und Pamela Wolf aus Berlin das Schloss im Angebot. „Weitere Tagesfahrten gibt es aus Burg im Spreewald, mit DS Touristik Ruhland oder Sachsen Incoming aus Eibenstock“, verrät Christine Hartmann vom Förderverein Schloss Schönfeld. Nicht zu vergessen die Reisebusunternehmen Eberhardt Travel aus Chemnitz und Polster-Pohl aus Dresden. „Die kommen schon seit zehn Jahren ins Traumschloss.

Der Förderverein gibt sich große Mühe, die Gäste – ob nun aus Berlin oder Dresden – zufriedenzustellen. „Gelobt wird auch immer der Kuchen von Bäcker Tobollik“, weiß Christine Hartmann. Sie ist schon mal extra los und hat weiteren Kuchen geholt, damit Berliner ihn mit nach Hause nehmen konnten. So freundliche Bedienung ist nicht überall üblich, hat Reiseleiterin Schmalz so ihre Erfahrungen gemacht. Für Schönfeld spricht außerdem noch – neben dem herrlichen Ambiente – dass der Bus auf dem Rückweg rasch wieder auf der Autobahn ist. So treffen die Reisegäste, die gegen 8 Uhr in Berlin losgefahren sind, gegen 19 Uhr wieder auf dem Alexanderplatz ein. Das passt.

Auch für Barbara, Sieglinde, Renate und Monika wird der sonnige Tag auf Schloss Schönfeld unvergessen bleiben. Drei Stunden haben sie im Schloss zugebracht, auch den schönen Park haben die Berliner bei strahlendem Sonnenschein durchwandelt.

Die Frauen nahmen sich Prospekte mit, und eine wird ein Fotobuch von der Tour erstellen. Am Computer natürlich, denn die Enkel helfen, heißt es. Garantiert sagen es die Damen weiter, was sie hier Schönes gesehen haben. So könnte es sein, dass auf den beiden noch ausstehenden Fahrten von Wörlitz Tourist Bekannte der Berlinerinnen im Bus sitzen: Gäste mit Lust auf Kultur und gutes Essen.

Mehr zum Thema Großenhain