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Bernstadt hat ein Storchenwunder

Zehn Jahre lang blieb der Horst am Kirchwehr nach einer Tragödie leer. Nun hat sich wieder ein Storchenpaar eingefunden. Ist es ein polnischer Storch?

Da ist wieder Leben im Horst: Bernstadt hat ein neues Storchenpaar nach zehn Jahren Pause an der Pließnitz.
Da ist wieder Leben im Horst: Bernstadt hat ein neues Storchenpaar nach zehn Jahren Pause an der Pließnitz. © Gunter Lange

Ausgerechnet Bernstadts früherer Bürgermeister Gunter Lange hat die kleine Sensation  vermeldet: Es hat sich ein Storchenpaar an der Pließnitz niedergelassen. Endlich wieder, nach so langer Durststrecke. Zum 30. Mal ist damit der Horst am Kirchwehr besetzt - nach zehn Jahren Pause zuvor. Der erste sei er zwar nicht gewesen, der die beiden Vögel entdeckt habe, sagt Gunter Lange. Aber er war einer der ersten, dem es erzählt worden sei - "warum auch immer", sagt er und lacht. Dabei ist das nur allzu klar: Lange hat sich immer für "Bernstadts Hausstorch" in der Stadtmitte interessiert und jahrelang auch auf der Stadthomepage über den Stand der Dinge berichtet. Der Storch hatte sogar eine eigene Unterseite auf der Homepage.

Das Pärchen, das nun das Nest neu aufgebaut hat, ist gemeinsam offenbar am 1. Mai angekommen. "Deshalb nehme ich auch nicht an, dass einer der beiden der zutrauliche Storch aus Polen ist, der zuvor in Altbernsdorf und Kunnersdorf gesichtet wurde", sagt Lange. Auch eine so auffällige Beringung habe er bei keinem der Tiere erkennen können. Dass die Störche ausgerechnet auf Bernstadts zentralen Nistplatz gekommen sind, ist somit ein doppelter Glücksfall.

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Lange Folge plötzlich unterbrochen

Denn normalerweise kehren Tiere an ihre Brutorte zurück, wenn sie sie kennen. Diese Folge ist in Bernstadt aber 2009 jäh unterbrochen worden: Im April 2009 hatte sich der damalige Storchenvater stark am Bein verletzt. Seine Partnerin konnte die Jungen nicht allein aufziehen und so wurde das Gelege nach Görlitz in den Tierpark gebracht und künstlich ausgebrütet. Eine Verbindung nach Bernstadt hatten die Jungtiere damit nicht mehr und das angestammte Pärchen kehrte nicht wieder. Nach so vielen erfolgreichen Storchenjahren war das eine tierische Tragödie. Einige Stippvisiten neuer Störche folgten - aber alles blieb folgen- und kinderlos.

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Diesmal aber stehen die Zeichen gut, schätzt Gunter Lange ein: "Die beiden haben schon geklappert und nun sitzt der Storch - und das tut er eigentlich nur, wenn er brütet", schätzt er ein. Das Nest hat das Paar übrigens neu ausstaffiert und aus den noch vorhandenen, spärlichen Resten wieder einen 20 Zentimeter dicken Ring gemacht. Lange hofft nun auch, dass die Vögel sich von den Menschen nicht stören lassen, denn in diesem Jahr stehen am Platz beim Kirchwehr noch Bauarbeiten an. Von Rasenmähern lassen sich die "Neuen" jedenfalls nicht beeindrucken: "Ich habe beobachtet, wie sie in unmittelbarer Nähe auf Futtersuche waren", sagt Lange.

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