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Berufsausbildung zum Anfassen

Ausbildung kann man schmecken. Sie schmeckt nach mediterranen Schnittchen, selbst gemachten Pralinen und Cocktails. Die Köstlichkeiten bereiteten die künftigen Fachkräfte im Gastgewerbe und die Köche zu, die bei der BAM GmbH lernen.

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Von Jens Hoyer

Ausbildung kann man schmecken. Sie schmeckt nach mediterranen Schnittchen, selbst gemachten Pralinen und Cocktails. Die Köstlichkeiten bereiteten die künftigen Fachkräfte im Gastgewerbe und die Köche zu, die bei der BAM GmbH lernen. Der Döbelner Bildungsträger war einer von zehn, die sich gestern auf dem Obermarkt beim Aktionstag für Bildung und Beschäftigung präsentierten. Sie stellten die große Bandbreite der Möglichkeiten in der Region dar, einen Beruf zu erlernen oder sich weiterzubilden.

Beim Kolping Bildungswerk ging es chemisch zu. Susanne Dietzel ließ Natronlauge zum Neutralisieren in Salzsäure laufen. Sie lernt bei Wacker in Nünchritz Chemielaborantin und absolviert einen Teil ihrer Ausbildung bei Kolping. „Es gibt auch noch Chemikanten. Die arbeiten an den Chemieanlagen“, sagte sie.

Zehn Bildungsträger der Region arbeiten seit einigen Jahren in einem Verbund zusammen. Auch die Arbeitsagentur, das Amt für Arbeit und Beschäftigungsförderung und private Arbeitsvermittler haben gestern Interessierte über die Möglichkeiten der Beruflichen Bildung und über Arbeitschancen beraten. Das Interesse war aber verhaltener, als es sich die Organisatoren erhofft haben. „Wir hätten uns vor allem eine größere Resonanz von den Schulen gewünscht“, sagte Matthias Scheidig vom Kolping Bildungswerk. „Unser Anliegen ist aber, präsent zu sein. Man braucht einen langen Atem, um den Aktionstag zu etablieren.“

Mit Abschluss wieder in Arbeit

Berufsausbildung wird in der Regel von der öffentlichen Hand finanziert. Ein Programm des Freistaates nennt sich QAB. Dahinter verbirgt sich das Wortungetüm „Qualifizierung für Arbeitslose ohne Berufsabschluss zu einem anerkannten Berufsabschluss“. In Sachsen hat das Programm fast 1000 Arbeitslose zum Beruf gebracht, weshalb gestern Wirtschaftsminister Thomas Jurk anreiste, um den Erfolg zu feiern. Er besuchte auch zwei Frauen, die von QAB profitiert haben.

Nach ihrer Ausbildung in der Heimerer-Schule zu Krankenpflegehelferinnen waren Annett Bellmann und Diana Oelsner im Pflegeheim der AWO an der Unnaer Straße eingestellt worden. „Für uns war das eine Chance, wieder ins Berufsleben zu finden“, sagte Diana Oelsner. Sie hatte zuvor keinen Beruf erlernt, ihre Kollegin war Schuhteilebearbeiter bei Terra in Roßwein. „Wir nehmen lieber Pflegehelfer, die einen Abschluss haben, weil sie flexibler einsetzbar sind“, sagte Sabine Karlas, Leiterin des Pflegeheims.