merken
PLUS Löbau

Gute Chance für Löbaus Lehrlingsschmiede

Der Freistaat sortiert die Berufsausbildung neu. Die Zeichen stehen für Löbau gut - aber es gibt noch Gesprächsbedarf.

Grüne Berufe haben im Löbauer Berufsschulzentrum von jeher Tradition. Sie könnten genauso wie der Hochbau künftig gestärkt werden.
Grüne Berufe haben im Löbauer Berufsschulzentrum von jeher Tradition. Sie könnten genauso wie der Hochbau künftig gestärkt werden. © Archivfoto: Rafael Sampedro

Löbau als ein neues Kompetenzzentrum für Hochbau-Berufe - das klingt gut und ist der aktuelle Plan des Freistaates. Sachsen will nämlich seine 61 Berufsschulzentren neu aufstellen und vor allem bestimmte Berufe an einigen Schulen bündeln - also Kompetenzzentren schaffen. In Bautzen haben diese neuen Pläne bereits Wirbel erzeugt, sollen doch Bäcker und Friseure ab dem Schuljahr 2021 nicht mehr in Bautzen, sondern zentral in Görlitz ausgebildet werden. In Löbau hingegen bleiben die Betroffenen ruhig.

Löbaus Schulleiterin Kerstin Bronlik erklärt auch, warum: "Ich finde es generell einen guten Weg, Kompetenzzentren zu schaffen", bewertet sie das Vorhaben. Schließlich gelte es, auch künftig genügend gute Lehrkräfte zu finden, skizziert sie. Das sei mit einer Bündelung der Fachbereiche sicher besser zu schaffen, vermutet sie. Hinzu kommt, dass es bislang auch nicht danach aussieht, dass Löbau größere Verlust- oder Wanderungsbewegungen in den Schülerzahlen hinnehmen muss.

Anzeige
Paddeltouren jetzt auch mit Start im Görlitzer Uferpark
Paddeltouren jetzt auch mit Start im Görlitzer Uferpark

Ab 13.05. bietet Boats & Friends wieder Boot-Trips auf der Neiße an. Sichere Dir jetzt 50% Frühbucher-Rabatt. Die Reservierung ist wie immer unverbindlich.

Was also ist geplant: Beim Fachbereich Bau soll es Verschiebungen geben, Löbau wird sich wie auch Oelsnitz im Erzgebirge und Eilenburg beim Hochbau profilieren. "Auch bei den grünen Berufen, die wir schon immer in Löbau hatten, sollen wir gestärkt werden", erklärt Frau Bronlik. Sie macht aber auch deutlich: "Viele Details müssen noch geklärt werden." Hier ist der Landkreis als Träger der vier Berufsschulzentren im Kreis am Zug. Auf Nachfrage heißt es dort, dass man die Ansätze grundsätzlich begrüße, aber noch Gesprächsbedarf sehe. Eigentlich sollte es auch längst Gespräche mit dem Freistaat gegeben haben - Corona hat dies jedoch verhindert. "Infolgedessen kann es daher noch keine Einschätzung dazu geben", teilt die Pressestelle zur Frage mit, ob man eher Vor- oder Nachteile für den Kreis befürchte.

Keine Völkerwanderung befürchtet

Bedenken, dass mit der Reform und den Spezialisierungen am Ende eine große Azubi-Völkerwanderung einsetzen könnte, sieht die Löbauer Schulleiterin so noch nicht. Natürlich ist es auch ihr wichtig, Ausbildungsstätte im und für den ländlichen Raum zu bleiben. Aber ein bisschen Pendelei gehörte von jeher dazu: "Unsere Schüler kommen schon immer auch von weiter her - bis weit hinter Dresden oder aus dem Erzgebirge", sagt sie. Die nächste Berufsschule für Zimmerer sei ihres Wissens in Zwickau. Da aber die Schüler vor Ort immer nur wenige Wochen lernen - meist 13 nacheinander - und dann in ihre Ausbildungsbetriebe zurückkehren, sei das vertretbar. "Unser Wohnheim in Löbau ist von jeher gefragt", schildert Bronlik.

Weiterführende Artikel

Klickstark: Auto kollidiert mit Bahn

Klickstark: Auto kollidiert mit Bahn

Ein Senior hat die Schmalspurbahn in Olbersdorf übersehen. Einer der Beiträge aus Löbau-Zittau, über den wir an diesem Donnerstag berichteten.

Insgesamt lernen am Beruflichen Schulzentrum Löbau etwa 1.400 Schüler. Der größte Teil - etwa 1.000 - sind die Berufsschüler in den drei Bereichen Wirtschaft, Grüne Berufe und Bau. Hinzu kommen der Gymnasialzweig sowie die Schüler der Berufsbildenden Förderschule. An diesen Zahlen werde sich durch die anstehenden Veränderungen nach jetzigem Stand für Löbau eher wenig ändern, so die Einschätzung der Schulleitung.

Mehr Nachrichten aus Löbau und Umgebung lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Löbau