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Beschwingter Auftakt

Das Blasorchester der Lessingstadt zeigte sich Sonntag in Hochform. Die Resonanz des Publikums war ebenso großartig. Zusätzliche Stühle mussten her.

© Kerstin Unterstein

Von Kerstin Unterstein

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Das Galakonzert zum 50. Geburtstag des Blasorchesters der Lessingstadt im September 2013 füllte den Saal des Kamenzer Hotels Stadt Dresden bis auf den letzten Platz - warum sollte man nicht wieder ein solches Experiment wagen. Gesagt, geplant, getan - am Sonntagnachmittag platzte der größte Saal der Stadt zum Neujahrskonzert erneut beinahe aus allen Nähten, es mussten sogar auf der Galerie Stühle hinzugefügt werden. Dabei hatten den Vereinschef und Posaunisten Jens Planert im Vorfeld durchaus einige Sorgen gequält, denn die Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Hendrik Meyer, der seit 2008 den Taktstock schwang, war zu Ende gegangen. Welch Glücksfall, dass es gelang, Christian Wagner zu überreden, wieder die musikalische Leitung zu übernehmen. So fanden zwar - mit verändertem Programm - keine zehn gemeinsamen Proben statt, aber das Ergebnis konnte sich sehen und hören lassen. Darüber freute sich auch der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz: „Der Übergang ist absolut nahtlos gelungen. Christian Wagner hat die Kapitänsmütze schon wieder fest auf dem Kopf, dafür meine Anerkennung.“ Diesem Urteil vorausgegangen war ein zweistündiges Konzert, das einen bunten Strauß bekannter Melodien bot - nicht nur, aber natürlich auch mit „echter“ Blasmusik. Trotzdem war deutlich zu merken, dass der 72-jährige Rauschwitzer, der noch an der Musikschule und beim Spielmannszug Oberlichtenau unterrichtet und das Großerkmannsdorfer Blasorchester leitet, bemüht war, das Kamenzer Orchester in so vielen Facetten wie möglich zu präsentieren. Seine große regionale Bekanntheit in Musikkreisen sorgte auch dafür, dass einige Verstärkungen hinzu stießen. So boten die Geschwister Kaiser - Janny Krahl und Tom Kaiser - einige Gesangseinlagen. Der Klangkörper nahm in der beachtlichen Stärke von 40 Musikern auf der Bühne Platz, was dort fast für eine beengte Atmosphäre sorgte - vor allem die Oberlichtenauer halfen in verschiedenen Instrumentgruppen aus.

Die Solisten Peter Burkhardt am Alphorn Roberto Mager am Amboss bei der Feuerfest-Polka und der Kammervirtuose Kurt Sandau mit seiner Trompete standen für besondere Glanzpunkte. Erfreulich ebenso, bei allen auch von Moderator Andreas Richter angesprochenen Nachwuchsproblemen: Karl-Heinz Mitzschke konnte seinen Enkel Max für das Orchester begeistern, der am Sonntag seinen ersten großen Auftritt hatte.

Eine Evergreen-Parade mit Hits wie „Zwei kleine Italiener“ oder „Ein bisschen Spaß muss sein“, ein großes Strauss-Potpourri mit dem eingeklatschten Radetzky-Marsch und ein wunderbares Glenn-Miller-Medley gehörten garantiert zu den musikalischen Höhepunkten. Mit den Klassikern „Gruß an Kiel“ und „Laridah“ als Zugaben ging ein sehr beschwingter Nachmittag zu Ende, der durchaus nach einer Wiederholung ruft. Zum einen gibt der größte Kamenzer Saal bestimmt noch mehr gute Präsentationsmöglichkeiten her, zum anderen wird es den einen oder anderen kleineren Hänger nicht geben, wenn Christian Wagner auch zukünftig an Bord bleibt und das Orchester weiter formt.

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