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Besser radeln auf der Bundesstraße

Inzwischen haben Radler auf der B 172 größtenteils eine eigene Spur. Freie Fahrt gibt es dennoch nicht. Die Stadt will das ändern.

Von Tobias Hoeflich

Eigentlich hat Pina Schubert eine Flatrate für Bus und Bahn. Mit ihrem Semesterticket kann die Studentin der TU Dresden sämtliche Busse und Bahnen im Stadtgebiet nutzen. Lieber schwingt sie sich jedoch aufs Fahrrad. Frische Luft und Bewegung sind nur zwei von vielen Vorteilen. Die Hobbyradlerin muss sich auch nicht nach Abfahrtszeiten richten, ist zeitlich unabhängig. Selbst die kalten Temperaturen machen ihr nichts aus: „Solange es nicht glatt ist, fahre ich mit dem Rad.“

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Beinah täglich ist die 19-Jährige daher von der Neustadt Richtung Südvorstadt zum Campus unterwegs. Oft radelt Pina Schubert auch auf der B 172, wenn sie etwa zu ihrem Kampfsportkurs auf der August-Bebel-Straße fährt. Mit der Situation für Radfahrer in Dresden ist die Biologiestudentin größtenteils zufrieden. „Vor allem im Stadtzentrum gibt es viele Radwege“, findet sie. In ihrer Heimatstadt Berlin sei das Netz weniger ausgebaut.

Auch auf der B 172 als wichtige Verbindung von der Dresdner Altstadt über Strehlen und Prohlis in Richtung Pirna haben Radler inzwischen größtenteils freie Fahrt. Vor allem Studenten nutzen hier die Bundesstraße, um von der Neustadt bis zur Teplitzer Straße zu den Gebäuden der TU Dresden am Weberplatz oder der August-Bebel-Straße zu gelangen.

Der Ausbau der Dohnaer Straße in diesem Sommer hat die Situation für Radler zusätzlich verbessert. Fast ausnahmslos sind Rad- und Fußverkehr auf der B 172 getrennt, erklärt Straßen- und Tiefbauamtschef Reinhard Koettnitz. Dennoch gibt es auf der Radtrasse durch Dresdens Süden einige weiße Flecken, allen voran in der Altstadt und in Lockwitz.

Von der Erich-Kästner-Straße in Lockwitz über Luga bis zur Stadtgrenze gibt es weder einen Rad-, noch einen Fußweg, den Radler benutzen können. Darin sieht Koettnitz jedoch kein Problem: „Für diesen Abschnitt steht eine verkehrsarme Route über die Windmühlenstraße, Lugaer Straße und Heidenauer Straße zur Verfügung.“ Radfahrer müssen für diese Alternativroute jedoch einen Umweg von etwa 700 Metern in Kauf nehmen.

Schwachpunkt Bürgerwiese

Weitere Engstellen auf der B 172 gibt es vor allem durch Leubnitz-Neuostra, zum Beispiel im Abschnitt zwischen Lockwitzer und Hugo-Bürkner-Straße. Und auch zwischen Mockritzer und Hans-Thoma-Straße müssen Radler kurzzeitig auf eine separate Fahrspur verzichten.

Viel zu tun gibt es für den Straßenamtschef aber vor allem auf der Bürgerwiese und Parkstraße. Eine eigene Spur suchen Radler hier vergebens. Immerhin können sie zwischen Zinzendorfstraße und Georgplatz in beiden Richtungen den Gehweg benutzen, erklärt Koettnitz.

Doch das Straßenamt stellt eine Besserung in Aussicht: Auf der Bürgerwiese und Parkstraße sind separate Radwege vorgesehen. Der Stadtrat hat das mit dem Beschluss zum Antrag „Fahrradfreundlichen Innenstadt Dresden“ beschlossen. Laut Straßenamtschef Koettnitz tüfteln die Mitarbeiter bereits an der Planung. Ein konkretes Datum, wann der Ausbau beginnen könnte, nennt Koettnitz jedoch nicht.