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Besserer Handyempfang für Zschaitz? 

Die Telekom will in Lüttewitz einen neuen Mobilfunkmast bauen. Der Rat hat gespaltene Meinungen zum Standort.

So wie hier in Cotta soll in Lüttewitz bei Zschaitz ein neuer Mobilfunkmast entstehen.
So wie hier in Cotta soll in Lüttewitz bei Zschaitz ein neuer Mobilfunkmast entstehen. © Archiv/Daniel Schäfer

Von Erik-Holm Langhof

Zschaitz-Ottewig. Besseres Netz und vor allem schnelleres mobiles Internet. Ein neuer Mast der Deutschen Telekom soll im Zschaitzer Ortsteil Lüttewitz entstehen. Einen entsprechenden Bauantrag hat die Gemeindeverwaltung von der Deutschen Funkturm GmbH aus Leipzig erhalten. Die Tochtergesellschaft der Telekom will in naher Zukunft einen entsprechenden Stahlgittermast bauen, um entsprechende Systemtechnik dort anzubringen.

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In der Gemeinderatssitzung am vergangenen Montag brachte Bürgermeister Immo Barkawitz (parteilos) den Antrag erstmals zur Sprache. Im genannten Antrag an die Gemeinde wurden genaue Pläne für den Standort und den Mast an sich vorgelegt. So soll das Bauwerk im Nordwesten des Ortsteils an der Kreuzung Kirschallee mit einem unbefestigten Weg bei den sieben Linden aufgestellt werden. Das Wohngebiet ist nicht weit entfernt, was am Montagabend für Diskussionsbedarf sorgte.

Zu hohe Strahlenbelastung?

So waren einige Gemeinderäte der Meinung, dass die Belastung durch die elektromagnetischen Wellen für die Anwohner zu hoch sei. „Die Gemeinde sollte einen anderen Standort vorschlagen und auf die aktuelle Planung nicht eingehen“, hieß es. Auf der anderen Seite wurde auch festgestellt, dass der digitale Wandel nicht aufzuhalten sei und der Rat genau überlegen sollte, inwiefern er auf den Antrag eingeht.

 Ähnlich sieht das auch der Bürgermeister. Seiner Meinung nach, sei der Bau wichtig für eine gute Mobilfunkanbindung, jedoch müssten auch die Anwohner angehört werden. „Ich denke, wir sollten das in einer zweiten Sitzung im Februar besprechen, um den Anwohnern auch die Möglichkeit zu geben, sich zu dem Anliegen zu äußern“, sagt Barkawitz zur Gemeinderatssitzung. 

Auch sei zunächst zu klären, wem das Gebiet, auf dem gebaut werden soll, überhaupt gehört. Zudem wolle die Verwaltung einen Vertreter des Antragstellers zur Sitzung einladen, um über Fragen zum Bau und zur Strahlenbelastung zu reden. Diesem Vorschlag des Bürgermeisters Barkawitz stimmte die Mehrzahl der Gemeinderäte zu.

Auf Anfrage äußerte sich die Telekom am Dienstag nicht zu den Plänen. Laut Bauantrag sei jedoch ein Stahlgittermast mit einer Gesamtbauhöhe von etwa 46 Metern gedacht, der mit Antennen und Systemtechnik ausgestattet ist. Das Bauwerk soll somit zur „öffentlichen Versorgung mit Telekommunikationsdienstleistungen und dem öffentlichen Belangen“ dienen, heißt es in dem Schreiben. 

Rat will Beschluss im Februar fassen

Jedoch ist derzeit noch nicht klar, ob es sich um die bisherige 4G-Technik oder die bereits schnellere 5G-Mobilfunktechnik handelt. Um den Mast entsprechend aufzustellen, benötigt die Firma aus Leipzig noch weitere Nachweise zum Schallschutz, zur Standsicherheit sowie zur luftverkehrsrechtlichen Situation.

Auch wurde die Bundesnetzagentur über die Maßnahme informiert, welche sich nun um die Gewährleistung des Schutzes für angrenzenden Bewohner befassen muss. Sollte dieser Schutz ihrer Meinung nach ausreichend gewährleistet sein, erhält die Firma eine Standortbescheinigung.

Schlussendlich muss der Gemeinderat in seiner Sitzung dem Bauantrag zustimmen. Dies soll im Februar passieren, nachdem die Gemeinderäte und auch betreffende Bürger die Möglichkeit hatten, sich zum Vorhaben noch einmal zu äußern. Bürgermeister Immo Barkawitz wolle nun die Beratung im Amtsblatt ankündigen und sich mit der Telekom in Verbindung setzen.

2. Gemeinderatssitzung 2020, 3. Februar, 19.30 Uhr (Beginn öffentlicher Teil), Gasthof „Zur Post“

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