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Besserer Hochwasserschutz frühestens in sechs Jahren

Am Oberlauf der Bobritzsch haben Vorbereitungen für den Bau des Flutschutzbeckens begonnen. Das soll den Anwohnern an der Mulde helfen.

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Von Maria Fricke

Seit einigen Tagen wird in Oberbobritzsch ein Teilstück der Staatsstraße 188 zwischen dem Abzweig Friedersdorf und der Baustellenzufahrt zum künftigen Hochwasserrückhaltebecken ausgebaut. Ziel ist, die Verkehrssicherheit während der Bauzeit des Beckens zu gewährleisten. Das teilte die Landestalsperrenverwaltung (LTV) Sachsen mit.

Die Staatsstraße wird auf einer Länge von rund 800 Metern auf 6,50 Meter verbreitert. Zudem sind kleine Änderungen im Straßenverlauf vorgesehen, um die Sichtverhältnisse zu verbessern. Auch die Entwässerung der Straße wird erneuert.

Mit dem Bau des eigentlichen Beckens könne laut Katrin Schöne, der Sprecherin der LTV, frühestens im Jahr 2017 begonnen werden. Der Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben liegt seit Ende des vergangenen Jahres vor. „Nun erfolgen die Detailplanungen, Bauvorbereitungen und Ausschreibungen“, so Schöne weiter. Als Bauzeit sind weitere vier Jahre veranschlagt. Geplant ist das Becken als grünes Becken, das nur bei Hochwasser eingestaut wird. Vorgesehen ist ein 544 Meter langer und rund 17 Meter hoher Steinschüttdamm mit einer Innendichtung aus Asphaltbeton. Der Damm soll nach der Fertigstellung mit Schotterrasen begrünt werden.

Gegen den Planfeststellungsbeschluss hatten der Naturschutzbund und die Grüne Liga Sachsen sowie eine Privatperson, die von dem Bau betroffen ist, Klage eingereicht. Den Baubeginn behindert diese allerdings nicht. „Die Landesdirektion hatte die sofortige Vollziehung des Planfeststellungsbeschlusses angeordnet“, teilte eine Sprecherin der Landesdirektion Sachsen vor einiger Zeit mit. Mit der Klage beschäftigt sich nun das Verwaltungsgericht Chemnitz. Die Fertigstellung des Beckens ist auch wichtig für die Region Nossen. Denn im Falle einer Flut wird durch dieses die Wassermenge in der Freiberger Mulde reduziert. Und für die Menschen in Nossen, Roßwein oder Döbeln zählt beim nächsten Hochwasser wieder jeder Millimeter.