SZ +
Merken

Besseres Handy-Netz für Kottmarsdorf

Der Empfang im Ort soll sich bessern. Dafür wird ein neuer Sendemast gebaut.

Teilen
Folgen
© SZ Thomas Eichler

Von Patrick Richter

Bislang steht nur das Fundament, bald soll sich in Kottmarsdorf direkt neben der Turnhalle ein neuer Funkmast in die Höhe recken. Wenn alles planmäßig verläuft, wird das im August der Fall sein, vier Monate nach dem Baubeginn im Mai. Verantwortlich ist die Deutsche Funkturm GmbH, ein Unternehmen der Telekomgruppe, die hier bauen lässt. So soll sich der Handy-Empfang in Kottmarsdorf und Umgebung verbessern.

Warum benötigt Kottmarsdorf

einen neuen Funkmast?

Nach Angaben der Einwohner verfügt der Ortsteil von Kottmar noch nicht über genügend Handy-Empfang. Wie Kottmarsdorfs Feuerwehrleiter Ralf Röhle sagt, gibt es da einige Schwachstellen. Wo das im Ort zutrifft, darauf möchte er nicht näher eingehen. Ähnlich denkt aber auch Peggy Wolf, die stellvertretende Leiterin vom Kottmarsdorfer Kindergarten „Koboldhäusel“. Wie sie meint, sei der Empfang in Sachen Mobilfunk im Ort noch nicht perfekt. Aus dieser Hinsicht begrüße sie den Bau des Funkmasts – sieht aber auch die Kehrseite der Medaille: Der Kindergarten befindet sich in der Nähe des künftigen Funkmasts am Turnhallenweg. „Da ist der eventuelle Elektrosmog natürlich ein Nachteil“, sagt die Kottmarsdorferin. Eltern hätten an der Kita dahingehend allerdings keine Sorgen oder Bedenken wegen dem Turm geäußert, wie Frau Wolf sagt.

Dass im Ort eine Besserung der Mobilfunk-Situation notwendig ist, zeigt ein Bericht vom Landkreis Görlitz aus dem Jahr 2013. Für diesen wurden Orte ermittelt, in denen die Abdeckung nicht ausreichend ist. Neben Nachbarort Dürrhennersdorf ist unter anderem auch Kottmarsdorf festgehalten. Erschwerend kommt hinzu, dass der aktuelle Funkmast auf dem Gipfel des Kottmars bald abgebaut wird und somit ein Funkloch entstehen würde, wie es vonseiten der Telekom heißt. Dieser werde abgeschaltet, da der Mietvertrag des Unternehmens ausläuft und nicht verlängert wird. Vorangegangen war ein langer Rechtsstreit zwischen der Antennenfirma und den Investoren der Kottmarbaude. Dieser brachte Anfang dieses Jahres das Ergebnis, dass der Funkmast spätestens im Juni 2017 abgerissen sein muss. Bis dahin hatte das Unternehmen die Antenne auf dem Berg kostenlos betreiben dürfen.

Was wird sich für Kottmarsdorf

und Umgebung ändern?

Rein optisch müssen sich die Kottmarsdorfer Anwohner ab August mit einem 30-Meter-Funkturm anfreunden, der mit seiner Lage bei der Turnhalle allerdings zumindest etwas außerhalb des Ortes stehen wird. Wie Georg von Wagner von der Deutschen Telekom sagt, soll sich der Handy-Empfang in Kottmarsdorf und im südlichen Teil von Dürrhennersdorf somit verbessern. Laut dem Telekom-Sprecher wird auch eine höhere Bandbreite in dem Gebiet zu empfangen sein, was das mobile Internet betrifft. Höher, als die bisherige Speisung vom Gipfel des Kottmars. Die baldige Abschaltung vom Funkmast auf dem Berg betrifft auch weitere Ortsteile von Kottmar: Für Walddorf und Eibau ist ebenfalls ein Ersatz notwendig. An der B 96, unweit vom Gasthof Ameise, wird nach Angaben von Wagners noch in diesem Jahr ein weiterer Mast entstehen. Die Baugenehmigung liege seit Mai beim Unternehmen vor, Ende des Jahres soll der Funkmast dort fertiggestellt sein.

Bedeutet der Sendemast mehr Strahlenbelastung für Kottmarsdorf?

Nach Angaben der Telekom wird es keine Probleme durch Elektrosmog geben. Da die Masten 30 Meter hoch seien und ausreichend weit von den Häusern entfernt stünden, sei das unproblematisch und Personen in der Umgebung nicht durch Technik beeinträchtigt. Das betrifft nicht nur den neuen Standort in Kottmarsdorf, sondern auch an der B 96, wo der Mast auf Ebersbach-Neugersdorfer Grund errichtet wird und durch einen ausreichenden Abstand laut Telekom nicht für etwaige Störungen sorgen soll.