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Beste Aussichten für Schulneubau

Für ein Schulzentrum braucht die Stadt 20 Millionen Euro. Die Chancen stehen gut, dass es in zwei Jahren losgehen kann.

In Döbeln Ost gibt es viel Platz für den Neubau einer Schule. Auch das grüne Gelände links neben der Schule – ein Lagerplatz des Bauhofs, könnte mit einbezogen werden. Die alte Schule könnte saniert werden – wenn sich das lohnt.
In Döbeln Ost gibt es viel Platz für den Neubau einer Schule. Auch das grüne Gelände links neben der Schule – ein Lagerplatz des Bauhofs, könnte mit einbezogen werden. Die alte Schule könnte saniert werden – wenn sich das lohnt. © Dietmar Thomas

Döbeln. Wie es mit der Grundschule in Döbeln Ost und der Förderschule auf dem Schloßberg weitergeht, darüber streitet man im Stadtrat seit Jahren. Jetzt scheint es eine Lösung für das drängendste Problem zu geben: das der Finanzierung. Mit dem Doppelhaushalt 2019/20 habe der Freistaat Sachsen auch die Erhöhung der Schulbaufördermittel von 40 auf 60 Prozent beschlossen, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete und Stadtrat Sven Liebhauser. Damit könnte die Stadt auch in den kommenden Jahren auf einen ordentlichen Zuschuss vom Land für das Vorhaben hoffen. Und den braucht sie auch, denn ein Schulzentrum in Döbeln Ost, in dem die Standorte Grundschule und Förderschule zusammengefasst werden, würde nach Schätzungen rund 20 Millionen Euro kosten.

Anfang Februar hatte es ein zweites Gespräch der Stadtverwaltung mit dem Kultusministerium in Dresden gegeben. Liebhauser war dabei. „Die Pläne sind dort positiv aufgenommen worden“, sagte er. Nach den Vorstellungen der Verwaltung soll in Döbeln Ost ein Neubau für die Grundschule entstehen. Nach dem Umzug der Grundschule ins neue Haus würde dann das 50 Jahre alte Schulhaus für die Lernförderschule saniert. Damit einhergehend, müsste auch die Sporthalle neu gebaut oder die bestehende Halle erweitert werden. Für die derzeit einzügige Grundschule Ost lasse sich mittelfristig der Bedarf einer Zweizügigkeit nachweisen, sagte Liebhauser. „Das lässt sich anhand der Geburtenzahlen für die nächsten sechs Jahre nachvollziehen.“

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„Ob wir gleich Geld für das Gesamtvorhaben beantragen oder es in einzelnen Schritten realisieren, müssen wir sehen“, sagte Liebhauser. Für einen Baubeginn hält er die Jahre 2021/2022 für realistisch. „Jetzt müssen schnell die Grundlagen im Stadtrat geschaffen werden.“

Über die Notwendigkeit, dass mit den Schulen dringend etwas geschehen muss, besteht im Stadtrat weitgehend Einigkeit. Auch darüber, dass zusätzliche Mittel wie die Zuweisungen zur Stärkung des ländlichen Raums – dreimal rund 140 000 Euro pro Jahr – zum großen Teil für das Schulbauprojekt angespart werden. Trotzdem ist das Vorhaben für die Stadt finanziell eine Herausforderung. „Wir brauchen die Eigenmittel und müssen langfristig auch die Abschreibungen für die Schulen erwirtschaften“, sagte Liebhauser. Bei Kosten von 20 Millionen Euro müsste die Stadt rund acht Millionen Euro als Eigenmittel aufbringen. Zuvor muss die Stadt aber auch noch andere Großprojekte wie den Bau der Sporthalle in Döbeln Nord und der Brücke Schillerstraße zu Ende bringen, die die finanziellen Rücklagen der Kommune beanspruchen.

Das Gelände, das in Döbeln Ost zur Verfügung steht, bietet viel Platz für eine Erweiterung. Auch der Bereich neben der Schule, der heute als Abstellplatz des Bauhofs genutzt wird, sollte als Standort für die neue Schule mit betrachtet werden, meint Liebhauser. Das ergäbe eine Schule im Grünen, denn daneben befindet sich der Park auf dem Gelände des ehemaligen Oberfriedhofs. „Der Park soll natürlich erhalten bleiben“, sagte Liebhauser.

Neben der Grundschule Ost und der Schloßbergschule gibt es noch einen dritten Standort, über den sich der Stadtrat Gedanken machen muss. Die Grundschule in Mochau ist zwar in einem akzeptablen Zustand, längerfristig sind aber auch dort grundlegende Investitionen nötig. Liebhauser hat dazu eine klare Meinung: „Die Grundschule in Mochau sollte ein wesentlicher Bestandteil der Schullandschaft bleiben“, sagte er. Der Schulstandort sei derzeit sicher. Aktuell werden dort zwei Züge beschult, Bestand hätte die Grundschule auch mit nur einer Klasse pro Jahrgang. „Wir müssen sehen, wie sich die Schülerzahlen in Mochau entwickeln“, so Liebhauser.

Eine Rolle spielt dabei auch die Entwicklung in den Nachbargemeinden. Bisher gehen auch die Kinder aus Zschaitz-Ottewig in Mochau zur Schule. Falls die bisher noch eigenständige Gemeinde irgendwann zu Ostrau kommt, könnte sich auch eine Veränderung bei diesem Schulbezirk ergeben.

Schon im Oktober vorigen Jahres hatte „Wir für Döbeln“ den Antrag gestellt, dass sich der Stadtrat über die Entwicklung der gesamten Schullandschaft in Döbeln abstimmen soll. Diese Diskussion ist bisher noch nicht geführt worden. Neben den Problemen in der Grundschule Ost und in der Schloßbergschule sieht „Wir für Döbeln“ auch einen Kapazitätsengpass in der Oberschule Am Holländer. Zum Teil müssen Schüler abgelehnt werden. Fraktionschef Dietmar Damm schlägt vor, einen Teil der Schüler mit in der Körnerplatzschule unterzubringen, wo derzeit die fünften und sechsten Klassen des Lessing-Gymnasiums unterrichtet werden.

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