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Besucheransturm auf Gans und Co.

Der Gänsemarkt in Königswartha ist eröffnet. Die beliebte Veranstaltung schafft Umsatz und sichert Arbeitsplätze.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Königswartha. Lebendige Gänse findet man nicht in den liebevoll dekorierten Räumen des Gänsemarktes bei der Firma Eskildsen in Königswartha. Jedoch begrüßen vier prächtige Ganter die Besucher schnatternd in ihrem Gatter draußen vor dem Eingang. Die Tiere sind privilegiert, denn sie sorgen als Zuchtganter für den Nachwuchs und werden demzufolge nicht geschlachtet.

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Drinnen im Gänsemarkt kann man seit Anfang November verschiedene Produkte rund um die Gans kaufen. Das Federvieh gibt es frisch oder tiefgefroren im Ganzen oder in Teilstücken. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gänsebraten um einen Euro pro Kilogramm teurer geworden. Liebhaber besonderer kulinarischer Genüsse können aber auch Gänsefett und verschiedene Wurstsorten aus Gänsefleisch kaufen. Wer es nicht ganz so fett mag, greift auf Wildprodukte zurück. Denn der Inhaber der Gänsezucht-Firma, Lorenz Eskildsen, betreibt am Stammsitz in Wermsdorf auch ein Damwild-Gehege.

Die Blicke auf sich zieht der bereits weihnachtlich dekorierte Verkaufsstand, an dem allerlei Souvenirartikel rund um die Gans angeboten werden, so zum Beispiel aus Keramik in Form von Anhängern oder Schalen. Und natürlich gibt es auch Deko-Gänse im weihnachtlichen Outfit. Gans besondere Exemplare gibt es in der Strohballen-Deko zu entdecken: Nicht verkäuflich aber was fürs Auge sind die Goldene Gans und die beiden Papiergänse mit ihren Jungen. Erstere bastelte der Ehemann von Betriebsleiterin Andrea Lau, Manfred Lau. Die Papiergänse fertigte der Königswarthaer Thomas Fitzner an.

Viele Besucher, so Andrea Lau, kommen aber nicht nur zum Kaufen, sondern vor allem zum Gänse-Essen. Darauf haben sich die Mitarbeiter eingestellt. Vor allem an den Wochenenden finden die Frauen in der Küche kaum eine Verschnaufpause. Gerade am letzten Wochenende war ein enormer Ansturm auf die Martinsgänse zu verzeichnen. Obwohl sich Warteschlangen nicht vermeiden ließen, sei die Stimmung sehr gut gewesen, berichtet Andrea Lau.

Der Renner unter den Gänsegerichten ist nach wie vor die Gänsebrust mit Rotkraut und Klößen. Doch auch verschiedene Würstchen aus Gänsefleisch und die beliebte Gänsesuppe finden ihre Liebhaber. Während für die Wochenenden keine Reservierungen angenommen werden, ist das an den Wochentagen möglich. Das wird vor allem von Wander- und Sportgruppen oder Arbeitskollektiven gern genutzt, wie Andrea Lau sagt. Man sei schon gut gebucht, aber noch seien Termine frei.

Der Gänsemarkt wurde „erfunden“, um nicht nur kurz vor dem Fest die Weihnachtsgänse zu vermarkten, sondern auch aus einem anderen Grund: So lässt es sich nämlich vermeiden, dass Arbeitskräfte, die früher nur von März bis August angestellt waren, über den Winter in den Urlaub geschickt werden müssen. Margitta Soisch ist nun schon das neunte Jahr als Verkäuferin mit dabei. Und Regina Mörbe hält bereits seit 35 Jahren der Gänsezucht Königswartha die Treue und ist sozusagen ein „Hansdampf in allen Gassen“, wie Andrea Lau lobt. Insgesamt halten elf Frauen den Gänsemarkt am Laufen. Hinzu kommen vier Männer, die sich um die technischen Dinge und den Warentransport kümmern. Die großen Strohballen, die die „Wände“ des Marktes bilden, sind wegen einer veränderten Technologie dieses Jahr größer als sonst, sodass einige Umbauten vorgenommen werden mussten. Sie wurden von Landwirt Holger Schuldes aus Königswartha angeliefert, der dem Gänsezuchtbetrieb auch den Gänsemist abnimmt.

Der Gänsemarkt in der Eskildsen Gänsezucht Königswartha, Hermsdorfer Straße 41 ist bis zum 22. Dezember täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet.