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Der Festung brechen die Besucher weg

Im Mai und Juni kamen 45 Prozent weniger Touristen auf den Königstein. Die Festung versucht, das Corona-Minus jetzt auszugleichen.

Viel Grün, weniger Besucher: Die Festung Königstein mit der Friedrichsburg.
Viel Grün, weniger Besucher: Die Festung Königstein mit der Friedrichsburg. © Daniel Schäfer

Es war ein harter Einschnitt, den die Festung Königstein wegen der Corona-Pandemie erlebte: Mitte März musste die beliebte Touristenattraktion in der Sächsischen Schweiz von einem Tag auf den anderen für Besucher abgeriegelt werden. Zu hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass sich Gäste mit dem gefährlichen Coronavirus anstecken könnten.

Mehr als zweieinhalb Monate dauerte diese Zwangspause. Erst seit Anfang Mai dürfen Besucher Europas größte Bergfestung wieder erobern. Einen Ansturm gab es jedoch nicht. Das zeigt ein Blick auf die Statistik, die die Festung Königstein diese Woche vorgelegt hat. Demnach hätten seit der Wiedereröffnung mehr als 55.000 Menschen die Festung Königstein besichtigt - und damit deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Mai und Juni wurden konkret rund 45 Prozent weniger Besucher gezählt. Gerade der Juni zählt zu den besucherstärksten Monaten. Im vergangenen Jahr kamen im Juni allein schon knapp 55.000 Gäste auf den Königstein. Im Mai waren es 2019 etwas mehr als 50.000 Personen.

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Ausländische Gäste und Reisegruppen fehlen

Durch den Besucherrückgang sei aktuell kein kostendeckender Betrieb möglich, so Angelika Taube, Geschäftsführerin der Festung Königstein gGmbH. Besonders ins Gewicht fielen die ausgebliebenen Gruppen und ausländische Gäste, die wegen der Corona-Maßnahmen nicht reisen durften. Fast jeder dritte Besucher, der den Königstein besichtigt, stammt aus dem Ausland. Polen, Tschechen und Russen stellen die stärkste Gruppe. Aus Polen kommen besonders viele Reisegruppen. Unter den tschechischen Besuchern sind laut Statistik viele Individualtouristen und Schulklassen. Dennoch könne man unterm Strich mit dem Neustart sehr zufrieden sein. "Es kamen mehr Besucher, als wir unter den gegebenen Umständen erwartet hatten", erklärt Taube.

Die Stimmung unter den Gästen sei gut. Für die Besucher selbst habe die Situation sogar deutliche Vorteile. "Sie können die Ausstellungen und die Außenanlagen der Festung jetzt mit so viel Platz und Ruhe erleben, wie sonst nur in der Nebensaison“, sagt die Geschäftsführerin.

Um überhaupt wieder öffnen zu können, musste ein strenges Hygienekonzept erarbeitet werden. Unter anderem wird die Anzahl der Besucher in den Ausstellungen reguliert. Es gibt getrennte Ein- und Ausgänge, um den Begegnungsverkehr zu minimieren. Touch-Screens sind generell abgeschaltet, Ausstellungsfilme laufen berührungsfrei in Endlosschleife. Führungen finden mit maximal 15 Personen statt. Außerdem werden mit dem Aufzug nur Gäste mit Mobilitätseinschränkung und Personen mit Kinderwagen befördert. "Die Hygieneregeln werden eingehalten. Das lässt uns optimistisch in die zweite Jahreshälfte starten“, sagt Angelika Taube. 

Festung setzt Hoffnungen auf Inlandstourismus

Die Festungschefin hofft, dass der erwartete Individualtourismus aus dem Inland in der Sommerferienzeit das coronabedingte Defizit zumindest teilweise ausgleichen kann. Dafür sollen auch neue Ausstellungen und Aktionen sorgen. Seit Pfingsten können  die Ausstellungen in den Gebäuden wieder besichtigt werden. 

Am 1. August kommt eine neue dazu. Dann ist im renovierten Saal des Alten Zeughauses die neue Dauerausstellung „Das Alte Zeughaus und die Artillerie der Festung Königstein“ zu sehen. Gezeigt werden unter anderem Kanonen und Mörser, von denen die meisten einst zu Bewaffnung des Königsteins gehörten. Außerdem wird ein Schnittmodell des Alten Zeughauses im Maßstab 1:20 gezeigt, das mit Waffen und mit Personal die Situation im Jahr 1647 darstellt. Das Alte Zeughaus diente einst als Lager für Waffen und militärische Ausrüstung. Außerdem wurden darin alte, seltene und eroberte Waffen aufbewahrt.

Neue Ausstellung geplant

Ein weiterer Höhepunkt soll im Herbst neue Besucher anlocken. Dann werden in die Georgenburg lebensecht wirkende Figuren von Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen und seiner Gemahlin Magdalena Sibylla Gebäude einziehen. Die Puppen werden die aufwendig gestalteten Kostüme tragen, in denen sich Schauspieler im vergangenen Jahr zum Renaissancefest anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Johann-Georgenburg auf der Festung präsentierten.

Erst in diesem Jahr wurden zwei neue Ausstellungen eröffnet: Die Sonderschau „Hohe Gäste auf Sachsens schönster Feste“ über prominente Besucher des 18. und 19. Jahrhunderts, die bis zum 22. November in der Magdalenenburg läuft. Im Neuen Zeughaus ist zudem die "Faszination Festung“, die neue Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums Dresden, zu sehen, die bis Ende Oktober geöffnet hat.

  • Öffnungszeiten: täglich 9 bis 18 Uhr. 
  • Eintritt: Erwachsene 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Familien 18 bzw. 30 Euro. 

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