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Beten für Guyana

Bei einem Workshop wurde in Copitz schon einmal der Weltgebetstag der Frauen geprobt,der am 7. März weltweit gefeiert wird.

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Von Katarina Lange

Vorbereiten, ausprobieren und durchspielen – das war das Motto im Copitzer Diakonie- und Kirchgemeindezentrum in dieser Woche. Unter der Regie von Landespfarrerin Antje Hinze und Ulrike Oettel von der Kirchlichen Frauenarbeit drehte sich einen Tag lang alles um den Weltgebetstag der Frauen, der am 7. März wieder gefeiert wird. „Die Werkstatt nutzen wir, um einmal den Tag durchzuspielen“, sagt Landespfarrerin Antje Hinze. Die Gottesdienstordnung stammt dabei aus der Feder von Frauen aus Guyana in Südamerika – die Gastgeber des diesjährigen Weltgebetstages.

Im Copitzer Gemeindezentrum sind etwa 22 Frauen aus dem Kirchenbezirk Pirna neugierig auf das südamerikanische Land. „Da noch niemand von uns in Guyana war, werden wir erst das Land kennenlernen“, sagt Hinze. Mit landestypischen Musikinstrumenten, exotischen Früchten, einer selbst gebastelten Flagge und vielen Muscheln holen sie südamerikanisches Flair nach Copitz.

„Neben der Schönheit, die man mit Guyana verbindet, muss das Land auch mit vielen Problemen kämpfen“, erklärt sie. Beim Weltgebetstag werden deshalb auch die Schwierigkeiten, mit denen Frauen in Guyana konfrontiert werden, angesprochen. Viele Bevölkerungsgruppen sind derzeit in Freiheitskämpfe verwickelt und werden zu Opfern ethnischer Gewalt. Auch die Gewalt gegen Frauen wächst immer mehr. „Frauen sind zwar politisch gut repräsentiert, aber es gibt noch viel zu tun“, sagt Antje Hinze.

170 Länder beten für Guyana

Die Hoffnung auf Veränderungen im sozialen und politischen Bereich verdeutlichen die guyanischen Frauen nicht zuletzt anhand der ausgewählten Bibeltexte und Lieder, die Teil der Weltgebetstagsordnung sind. Sie trägt den Titel „Gottes Weisheit schenkt neues Verstehen“. „Die Frage nach der Weisheit zieht sich dieses Jahr wie ein roter Faden durch das Programm“, verrät die Landespfarrerin. Zum Abschluss des Werkstatttages organisierte sie daher auch eine Bibelarbeit zum Buch Hiob aus dem Alten Testament. Etwa 20 Jahre lang wurde an dem Buch geschrieben, um Hiob die Frage „Was ist Weisheit?“ zu beantworten. Die Copitzer Frauen haben viele Antworten darauf. Weisheit liege im Verborgenen, in jedem Menschen. Weisheit sei auf der anderen Seite auch der Erfahrungsschatz des Lebens. Welche weiteren Antworten die Frauen der rund 170 Länder, in denen der Weltgebetstag gefeiert wird, auf die Frage haben, wird sich am 7. März zeigen. Dann folgen Frauen aller Konfessionen überall auf der Welt der guyanischen Gebetsordnung.

Der Weltgebetstag ist inzwischen zur größten ökumenischen Basisbewegung von Frauen geworden. „Er verbindet Frauen und viele Hilfsprojekte in den einzelnen Ländern“, betont Landespfarrerin Antje Hinze. Die Kollekte der Veranstaltung kommt traditionell Hunderten Projekten zugute. Allein 2006 wurden weltweit rund 2955000Euro Spenden gesammelt. „Ein bis dahin neuer Rekord, den wir dieses Jahr wieder brechen wollen“, sagt Hinze.