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Burkau hat wieder ein Betonwerk

Über 100 Jahre gehörte der Betrieb zum Dorf. 2018 wurde er geschlossen. Jetzt startet Unternehmer Thomas Helbig neu - an einem anderen Standort.

Unternehmer Thomas Helbig steht vor der neuen Betonmischanlage im Burkauer Gewerbegebiet.
Unternehmer Thomas Helbig steht vor der neuen Betonmischanlage im Burkauer Gewerbegebiet. © SZ/Uwe Soeder

Burkau. Im Gewerbegebiet an der Säuritzer Straße in Burkau wird jetzt Beton hergestellt. Thomas Helbig, Inhaber der gleichnamigen Landschaftsbaufirma, installierte die Mischanlage auf seinem Firmengelände. Hergestellt wird Fertigbeton für Firmen und Privatkunden zum Selbstabholen. Rund 100 verschiedene Mischungen sind möglich - vom Beton für Fundamente bis zum Estrich, sagt der Unternehmer.   

Darüber hinaus gibt es mit Betonbausteinen -  sie sehen aus wie Lego-Steine in XXL - ein erstes Fertigprodukt. Mit den Steinen, die zwischen 90 Zentimetern und 1,80 Meter lang sind, lassen sich beispielsweise Schüttgutboxen, Stützwände sowie Siloanlagen für die Landwirtschaft bauen. Die ersten Steine aus seinem Werk nutzt Thomas Helbig für sein eigenes  Unternehmen. Er errichtet damit Boxen, um Baustoffe, beispielsweise Sand, Kies, Frostschutz und Splitt, zu lagern. 

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In und um Burkau wird viel gebaut

Die Mischanlage, hergestellt von einem Unternehmen in Spanien, ist nagelneu. Die dazu gehörenden Silos stammen aus dem ehemaligen Burkauer Betonwerk, das an der Straße nach Schönbrunn seinen Sitz hatte. Thomas Helbig hatte zwar auch die Mischanlage des Werkes, das im Jahr 2018 geschlossen wurde, abgebaut. Allerdings habe  sich gezeigt,  dass sie nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, berichtet der Unternehmer. 

Er ist davon überzeugt, dass sich seine Investition rentieren wird. Denn gebaut wird in und um Burkau viel. Und ein Betonwerk gibt es in der näheren Umgebung nicht mehr. "Die Nachfrage ist da", sagt Helbig. 

Über 100 Jahre hatte das 1903 gegründete Betonwerk Otto Winter das Dorf und dessen Umland mit geprägt. Nach dessen Insolvenz kaufte der Burkauer Unternehmer Uwe Klinnert im Jahr 2009 den Betrieb nahe des Bahnhofes und gestaltete ihn zu einer Betonmanufaktur um, die in Kleinserien besondere Bauelemente fertigte. Im Jahr 2018 wurde auch dieser Betrieb stillgelegt. Die Gemeinde Burkau erwarb dieses Grundstück, um ihren Bauhof neu aufzustellen und die Ansiedlung einer Baufirma zu ermöglichen.  

In jedem Jahr ein Mitarbeiter mehr

Der Neustart des Betonwerkes in Burkau erfolgt jetzt knapp zwei Kilometer vom alten Standort entfernt. Thomas Helbig fügt damit seinem Unternehmen ein weiteres Standbein hinzu. Er gründete im März 2012 seine Firma in Säuritz und begann als Ein-Mann-Betrieb. "Jedes Jahr ist ein Mitarbeiter hinzugekommen", berichtet er. Jetzt beschäftigt er sieben Mitarbeiter. 

Seit dem Jahr 2013 ist der Betrieb in Burkau ansässig - zunächst im Hof, den die Familie kaufte, seit 2018 im Gewerbegebiet Säuritzer Straße Ost. Thomas Helbig kaufte dort den Betriebssitz der Firma Binzer. "Wir brauchten mehr Platz, weil mit den Jahren auch der Fuhrpark gewachsen ist",  sagt er. 

Sein Betrieb ist breit aufgestellt. Die Leistungen reichen vom Tiefbau über den Garten- und Landschaftsbau,  Baumpflegearbeiten und den Verkauf von Baustoffen bis zu  Abbrucharbeiten und dem Recyclen von Baumaterial.  Mobile Technik macht es möglich, Baustoffe vor Ort zu recyceln und sie wieder zu verwenden oder zu entsorgen.  Zwischen Bautzen und Dresden ist die Burkauer Firma im Geschäft. 

Die neue Betonmischanlage fügt sich in das Unternehmenskonzept ein. Ein Mitarbeiter ist wochentags täglich vor Ort, um die Kunden zu bedienen, aber auch Beton für den Bedarf der eigenen Firma herzustellen.  

Kantine als Nebengeschäft hat guten Zuspruch

Hinzu kommt ein Angebot, das man von einer Landschaftsbaufirma nun gar nicht erwartet. Mit dem Grundstück der Firma Binzer übernahm Thomas Helbig auch die dort ansässige öffentliche Kantine. Sie bietet in der Woche Frühstück und Mittagessen an. Die Mitarbeiterin kocht jeden Tag selbst. Die Zahl der Gäste ist seit dem Jahr 2018 gewachsen. "Wir haben viele Stammgäste, vor allem aus dem Gewerbegebiet. Einige kommen auch aus dem Dorf", sagt Thomas Helbig.

In dem Maße, wie sich das Gewerbegebiet in den vergangenen zwei Jahren füllte, wuchs auch die Zahl der Kantinen-Gäste. Zu den bestehenden Firmen auf beiden Seiten der Säuritzer Straße, darunter eine Metallbaufirma, ein Solarunternehmen, ein großer Landtechnikhändler und eine Brüterei für die Impfstoffproduktion, kamen in jüngster Zeit weitere Unternehmen hinzu. So bauten ein Logistikunternehmen und eine Zimmerei neu. Die im Burkauer Gewerbegebiet ansässigen Firmen sichern zusammen geschätzt rund 200 Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk und Dienstleistungen. 

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