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Betreuer heizen am Großteich die neue Saison an

Das Abenteuercamp punktet mit Erlebnispädagogik. Beim jüngsten Workshop erfuhren die Teamer, wie Feuer zum Erlebnis wird.

Eigentlich kann der Sommer kommen. Die Betreuer des Abenteuercamps jedenfalls sind gerüstet. Längst hat die neue Saison für die Camp-Betreiber – die Mitarbeiter des Netzwerkes für Kinder- und Jugendarbeit Bischofswerda – Gestalt angenommen. Nicht nur auf dem Papier. Und auch das Camp selbst ist inzwischen aus der Winterruhe erwacht. Ende März trafen sich die Betreuer dort zur großen zweitägigen Vorbereitungsrunde. Neben Organisatorischem stand auch Fortbildung fürs Team auf dem Programm. Diesmal vor allem als praktischer Teil.

Ein wichtiger Punkt war dabei die Feuerschule. Dabei ging es in erster Linie darum, zu vermitteln, wie man Feuer zum Erlebnis machen kann. „Das Element Feuer hat bei uns schon seit Jahren einen festen Platz im Campleben. Doch wir haben überlegt, wie es sich noch besser einbeziehen lässt“, erklärt Netzwerkchef Andreas Mikus. Denn so richtig intensiv habe man sich mit diesem äußerst facettenreichen Element zuletzt vor 20 Jahren beschäftigt. Beispielsweise wurde geübt, wie man ein Feuer auch ohne Streichholz oder Feuerzeug entfachen kann, welches Brennmaterial geeignet ist und wie man ein Lagerfeuer richtig baut. Außerdem lernten die Betreuer verschiedene Feuertypen kennen, wie zum Beispiel Koch-, Gruben- und Wärmefeuer. Gerade an Ersterem wurde eifrig experimentiert. Für manchen war es erstaunlich, wie viele leckere Gerichte man am offenen Feuer zaubern kann. „Da gibt es weitaus mehr als nur den obligatorischen Knüppelkuchenteig“, weiß der Netzwerkchef. Die Teamer kochten vergetarische Suppe, brieten Grillspieße und buken Bannocks. Das sei ein ganz einfacher Teig, den sich die Goldsucher im Wilden Westen zubereiteten. „Den kann man im Tiegel braten, aber auch ganz dünn ausgestrichen auf einem heißen Stein backen.“ Zum ersten Mal zauberten die Netzwerker auch ein Huhn im Lehmmantel. Das dauerte zwar drei Stunden, doch herausgekommen sei ein „wunderbar saftiges Hühnchen“. Auch am russischen Baumkuchen versuchten sich die Outdoor-Köche. Dabei streicht man Teig auf einen geschälten Baumstamm, dann komme Honig darauf, dann wieder Teig. Eine ganz leckere Sache. Allerdings soll diese Art zu Kochen jetzt keinesfalls die Standartverpflegung für die Campteilnehmer ersetzen, greift Andreas Mikus möglichen Befürchtungen vor. Aber damit könnte man Höhepunkte setzen, zum Beispiel am Abschlussabend. Im zweiten Praxisteil absolvierten die Betreuer eine moderne Schnitzeljagd: Teil zwei der Geocaching-Tour, die speziell fürs Abenteuercamp entwickelt wurde. Die soll natürlich ebenso in den Sommercamps genutzt werden.

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Auch wichtige organisatorische Fragen wurden in der großen Runde geklärt – die gibt es so nur zweimal im Jahr, zur Vorbereitung im Frühjahr und zur Auswertung im Herbst. Dabei ging es auch um Inhalte in den vier Belegungen. Jede steht unter einem anderen Thema. In den Kindercamps spielen Ritter eine große Rolle. So soll auch die Feldschmiede wieder zum Einsatz kommen. „Das findet seit ein paar Jahren großen Anklang“, weiß Andreas Mikus. Am liebsten würden er und sein Team sofort loslegen. „Voriges Jahr um die Zeit waren wir noch in einer Art Winterstarre. Doch bei dem schönen Wetter haben alle Lust auf die neue Saison.“ Mehr als zufrieden sind die Camp-Betreiber auch beim Blick auf die Buchungszahlen. Das erste Camp ist schon ausgebucht, die anderen drei zu 50 bis 80 Prozent. Diesmal gibt es sogar zwei Anmeldungen aus Teneriffa. „Und wir haben erst Anfang April“, so die stellvertretende Netzwerkchefin Birgit Pietrobelli.