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Dresden

Betroffenheit nach dem Familiendrama

Dresdner legen vor dem Tatort in der Neustadt Blumen nieder und stellen Kerzen auf. 

Nachdenklich stehen die Neustädterin Sophia Nitschke (M.), ihre Tochter Helena und Nicole Sturm vor dem Haus, wo ein Vater seine beiden Kinder getötet haben soll.
Nachdenklich stehen die Neustädterin Sophia Nitschke (M.), ihre Tochter Helena und Nicole Sturm vor dem Haus, wo ein Vater seine beiden Kinder getötet haben soll. © Christian Juppe

Tief betroffen zeigen sich Anwohner und viele andere Bürger nach dem schrecklichen Familiendrama in der Neustadt. Ein Vater soll am Donnerstagabend in seiner Wohnung an der Stetzscher Straße nach einem Streit seine zwei kleinen Kinder getötet haben. Beim mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 55-Jährigen mit französischer Staatsbürgerschaft. Jetzt sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Die 26-jährige Mutter stammt aus dem Senegal und wurde am Donnerstag ebenfalls verletzt. Sie befindet sich laut Polizeiangaben derzeit im Krankenhaus.

Mittlerweile zeigen Bürger ihre Anteilnahme. Sie haben Blumen vor dem Haus mit dem zweistöckigen Seitenbau an der Ecke zum Turnerweg niedergelegt, wo die Tat offenbar geschah. Außerdem erinnern Plüschtiere an die zwei und fünf Jahre alten getöteten Kinder, so Bären und ein kleines Schaf. „Als Mutter finde ich das tragisch“, sagte die Neustädterin Sophia Nitschke, die am Sonntag mit ihrer achtjährigen Tochter Helena an dem Haus vorbei kam. Die 28-Jährige war gerade mit ihr und einer Besucherin aus Chemnitz am Neustädter Bahnhof, um für ihre Mutter Blumen zum Muttertag zu kaufen. Sophia Nitschke kann nicht verstehen, wie ein Vater seine eigenen Kinder umbringt. Das sei für sie unfassbar. „Das hat nichts mehr mit Menschlichkeit zu tun“, pflichtet ihr die Chemnitzerin Nicole Sturm bei. Allerdings könne man sich eben nicht in den Mann hineinversetzen, der die Tat begangen hat.

Nach SZ-Informationen hatte sich der 55-Jährige von seiner Frau getrennt. Die Kinder lebten bei der Mutter. Sie besuchten aber ihren Vater. Auch die Ehefrau war häufig zu Besuch. Am Donnerstag kam es dabei offenbar zu einem Streit, der ein tragisches Ende hatte.

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Auch die Betreiber des gegenüberliegenden Trödelmarktes Altes Heizhaus, wo derzeit ein Pflanzen- und Kräutermarkt stattfindet, reagierten. „Wir sind tief betroffen von der schrecklichen Familientragödie unseres Nachbarn“, teilten sie auf Facebook mit. Aus Pietätsgründen bleibe ihr Geschäft am Freitag und Sonnabend geschlossen. Auch in den Kommentaren dazu wird deutlich, wie stark die Betroffenheit ist. „Es ist einfach nur schrecklich“, schrieb eine Frau. „Viel Kraft für alle Angehörigen“, wünschte eine andere Frau.