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Betrug im Namen der toten Mutter

Ein 44-jähriger Döbelner steht wegen Betrugs in vier Fällen vor Gericht. Sein Handeln wirkt ziemlich makaber.

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© dpa

Von Helene Krause

Döbeln. Seine Mutter war gerade gestorben, da bestellte der Angeklagte im Zeitraum im August 2014 bei der SVH Handels-GmbH per Internet eine Benzinkettensäge, einen Kombihammer, einen Bohrhammer und einen Akkurasentrimmer. Die Waren hatten insgesamt einen Wert von 923 Euro. Weil er die Gegenstände nicht bezahlte, entstand der Firma ein Schaden in Höhe von 953,74 Euro. Makaber an den Taten ist, dass er die Gegenstände auf den Namen seiner toten Mutter bestellte. Weil die Firma Anzeige erstattete, kam der Fall vors Amtsgericht Döbeln.

Nicht zum ersten Mal vor Gericht

Der Angeklagte steht nicht das erste Mal vor Gericht. Schon mehrfach musste er sich wegen Diebstahls, Hehlerei, Betrug, Urkundenfälschung und anderer Delikte verantworten. Gleich zu Beginn der Verhandlung gesteht er die Taten. „Ich habe es bestellt, aber nicht um Reichtum zu erwerben“, erklärt er. „Ich wollte das Haus, das ich von meiner Mutter bekommen sollte, noch schön machen.“ Den Namen der Mutter gab er an, weil er als Hartz-IV-Empfänger unter seinem Namen nichts mehr bekommen hätte, sagte er. Bis heute hat er die Gegenstände weder zurückgegeben noch bezahlt. „Ich wollte sie bezahlen“, sagt er weiter. „Das bin ich meiner Mutter schuldig.“ Darauf entgegnet Richter René Stitterich: „Es ist ein Jahr her und Sie haben es bis heute nicht bezahlt.“

Er verurteilt den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Außerdem erhält der Beschuldigte die Auflagen, jeden Wohnortwechsel dem Gericht anzuzeigen und er muss , mit der geschädigten Firma eine Rückzahlungsvereinbarung treffen. Sollte der Angeklagte den Auflagen nicht nachkommen, wird die Bewährung widerrufen. Dann muss er für sechs Monate ins Gefängnis.